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Internet-Pionierin im Südlohner Seniorenheim

Henricus-Stift-Bewohnerin hat Smartphone immer dabei

Südlohn Die Digitalisierung erreicht die Seniorenheime. Henricus-Stift-Bewohnerin Christel Bunk nutzt Google, WhatsApp und Youtube auf dem Smartphone. Damit steht sie an der Spitze eines wachsenden Trends.

Henricus-Stift-Bewohnerin hat Smartphone immer dabei

Christel Bunk hat ihr Smartphone immer dabei. Im Henricus-Stift kann sie das WLAN nutzen. Foto: Falko Bastos

Das Smartphone fährt im Rollator immer mit. Google, WhatsApp, Youtube – Christel Bunk ist in Sachen Mediennutzung voll auf der Höhe der Zeit. Von ihren Mitbewohnern im Seniorenheim erntet sie dafür noch manch ungläubigen Blick. Doch auch am Henricus-Stift in Südlohn geht die Digitalisierung nicht vorbei.

Ihr Smartphone ist für Christel Bunk ein ständiger Begleiter. Das Wichtigste sind ihr die WhatsApp-Nachrichten ihrer Tochter. „Die schickt mir Bilder und Videos von meinem kleinen Enkelkind.“ Aber auch zur Information und Unterhaltung nutzt sie das Gerät. „Ich bin oft bei Google unterwegs. Es gibt ja nichts, was Google nicht weiß“, so die 68-Jährige. „Und nachts gucke ich bei Youtube Comedy-Sendungen. Da findet man ja alles“, ist die Seniorin begeistert. „Und natürlich höre ich Musik. Früher Elvis, im Moment am liebsten Mark Knopfler.“

WLAN im gesamten Seniorenheim

Für ihre nächtlichen Streifzüge durch das Internet kann die Digital-Pionierin das WLAN des Henricus-Stifts nutzen. „Wir haben das ganze Haus mit WLAN ausgeleuchtet. Das brauchen wir für die Pflege-Dokumentation“, sagt der Leiter des Seniorenheims, Jochen Albers. Die Bewohner können das drahtlose Netzwerk mitbenutzen. Dafür bekommen sie ein Ticket mit Zugangsdaten für 30 Tage.

„Man kann die engagierten Nutzer womöglich noch an einer Hand abzählen, aber die Nachfrage kommt. Wir sind darauf vorbereitet.“, berichtet Verwaltungsleiter Jochen Albers. „Es wird sich nicht aufhalten lassen“, ist Christel Bunk überzeugt.

Gleichzeitiges Streamen noch nicht möglich

Die digitale Infrastruktur baue der Henricus-Stift zukünftig noch aus, so Albers. Es gebe sogar Anbieter, die sich dieses Themas offensiv annähmen und diesen Markt erkannt hätten. Bei Seniorenheimen analog zu Krankenhäusern und Kliniken. Ein Beispiel: Greifen gleichzeitig viele Bewohner auf Mediatheken zu, steigen die benötigten Bandbreiten. Eine Herausforderung an die Infrastruktur. „Wenn alle Bewohner gleichzeitig Netflix gucken, kriegen wir ein Problem“, sagt Albers mit einem Augenzwinkern. Andere Dienstleister bieten gar schon mobile, tragbare WLAN-Systeme an – quasi als individuelle Hotspots.

Christel Bunk ist nicht die einzige Bewohnerin, die regelmäßig im Internet surft. „Auch wenn das Verhalten noch ein wenig zögerlich ist, so spüren wir gerade bei den jüngeren Bewohnern ein wachsendes Interesse“, erklärt Albers. Aus persönlicher Erfahrung wisse er, dass „einige Bewohner mit ihren Enkeln skypen“.

Rentner sind keine Digital-Verweigerer

Und der Bedarf wächst: Für die Senioren von morgen wird der Zugang zum Internet eine Selbstverständlichkeit sein. Und auch heutige Rentner sind keine Digital-Verweigerer. Nach einer Umfrage des IT-Verbands Bitkom ist etwa die Hälfte aller Deutschen über 65 Jahre im World Wide Web unterwegs und 55 Prozent davon sind sogar über soziale Netzwerke wie Facebook und Co. erreichbar.

Starren im Seniorenheim bald alle auf ihr Smartphone? Ganz so weit ist es noch nicht. „Wir reden noch“, meint Jochen Albers. Christel Bunk geht ohne ihr Smartphone aber nicht mehr aus dem Haus. „Falls unterwegs mal was passiert. Man kann es ja auch zum Telefonieren nutzen.“

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