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Planspiel Zukunftsdialog

Jasemin Rafati erkundet Politik in Berlin

OEDING Für Jasemin Rafati könnte es ein wegweisender Besuch in Berlin gewesen sein: Nach drei Tagen Teilnahme am „Planspiel Zukunftsdialog“ der SPD-Fraktion im Bundestag überlegt die Abiturientin, sich künftig aktiv in der Politik zu engagieren.

Jasemin Rafati erkundet Politik in Berlin

Jasemin Rafati (l.) mit der Bundestagsabgeordneten Ursula Schulte

„Was ich genau mache, habe ich noch nicht entschieden“, sagt die 19-Jährige. Aber die intensive Beschäftigung mit der Abgeordnetenarbeit hat Spuren hinterlassen. Sie habe nicht nur viele Leute kennen gelernt, sondern auch viele Ansichten. „Es hat mein Verständnis für Politik erweitert“, sagt sie – und: „auch mein Verständnis für Politiker und warum die lange für ihre Anträge brauchen.“

Forderungen formuliert

Beim Planspiel der SPD-Bundestagsfraktion hatten von Sonntag, 16. bis Dienstag, 18. Oktober über 100 Jugendliche aus ganz Deutschland den Alltag und die Arbeit der Abgeordneten kennengelernt – und ausprobiert. In Arbeitskreisen setzten sich die jungen Leute mit realen Themen auseinander, um „echte“ Forderungen an die Politik zu formulieren. Jasemin Rafati war auf Einladung der Vredener SPD-Abgeordneten Ursula Schulte dabei.

„Politik bestimmt unser Leben, unsere Gesellschaft und unsere Zukunft“, sagt Jasemin Rafati (Foto links), „darum geht sie auch junge Leute etwas an.“ Die in Hannover geborene Oedingerin hatte sich um die Teilnahme beworben. In Ahaus besucht sie das Berufskolleg Canisiusstift, wo sie im Sommer 2017 das Abitur machen will. Danach wolle sie eventuell Architektur studieren oder ein freiwilliges soziales Jahr im Ausland absolvieren – so der ursprüngliche Plan. Ob sich der nun ändert, wird sich zeigen. Zunächst wolle sie „in Ruhe über alles nachdenken“.

Rede im Plenum

Die Tage in Berlin sind ihr noch lebhaft in Erinnerung. Detailliert schildert die Schülerin den Tages- und Arbeitsablauf, den sie am eigenen Leib nachvollziehen konnte: von der ersten Rede im Plenum über die erste abendliche Arbeitskreis-Sitzung und die intensive Arbeit an Anträgen am Folgetag von 9 Uhr morgens bis 19 Uhr, bis hin zum Fraktionsbesuch, wo die vorbereiteten Anträge der Jugendlichen vorgestellt, diskutiert und schließlich angenommen wurden.

Zuvor hatten die Jugendlichen angeben können, wo sie gerne mitarbeiten würden. Vier Bereiche standen zur Wahl: Bildung und Beruf, Frauen/Senioren/Familie/Jugend (FSFJ), Arbeit und Soziales, Wirtschaft und Technik. Jasemin Rafati hat sich sofort den Bundestags-Sprachgebrauch zu eigen gemacht. Sie sei „FSFJ“ zugeteilt worden. „Das war meine Zweitwahl, aber ich war sehr zufrieden damit“, sagt sie. Dabei zeigte sich eine erste Schwierigkeit, nämlich komplexe Themen aufkonkrete Forderungen herunterzubrechen, damit diese als Antrag im Plenum verhandelt werden können.

Equal Pay

Für die Oedingerin bedeutete das schließlich die Auseinandersetzung mit den Themen „Equal Pay“, also: gleiche Bezahlung von Mann und Frau sowie Vereinbarkeit von Familie und Beruf. „Wir haben einen Antrag formuliert, der Unternehmen darauf verpflichten soll, ihren Mitarbeitern bei der Suche nach Kita-Plätzen zu helfen.“ Außerdem habe sich ihre Gruppe für Baby-Pakete mit Erstausstattung auf Staatskosten nach finnischem Vorbild eingesetzt. Wann die Anträge verhandelt werden, wisse sie nicht. Aber sie sei gespannt. „Mal gucken, was der Bundestag später daraus macht.“ 

Das Planspiel


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