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Vergeblich auf Südlohner Bürgerbus gewartet

Kein Ersatzbus für den defekten Bürgerbus

Oeding Wortwörtlich wie bestellt und nicht abgeholt fühlten sich am Dienstag einige Bürgerbus-Fahrgäste Der Bus stand derweil in der Werkstatt. Den Fahrgästen hat niemand Bescheid gesagt.

Kein Ersatzbus für den defekten Bürgerbus

Im April 2012 erhielt das neue Bürgerbusfahrzeug den kirchlichen Segen. Jetzt ärgerten sich einige Fahrgäste, dass das defekte Fahrzeug nicht fuhr und sie darüber nicht informiert wurden. Foto: Foto: Archiv

Busfahrplan checken, passende Verbindung raussuchen, pünktlich zur Haltestelle gehen, ein paar Minuten warten – und dann kommt der Bus nicht. Eine unangenehme Vorstellung für jeden, der auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist: Ein Busausfall kann den Weg um Stunden verlängern und ärgerliche Folgen haben. Passiert ist dies am Dienstag Reinhard Langheim, der eigentlich nur mit dem Bürgerbus von Winterswijk nach Oeding fahren wollte, eine Strecke von rund 15 Kilometern. Gekostet hat ihn das am Ende rund vier Stunden Zeit und ein weiteres Ticket, obwohl er schon ein Tagesticket hatte. In der Zwischenzeit musste er einige Strecken zwischen Haltestellen zu Fuß zurücklegen und an drei Stellen auf den Bürgerbus warten, der jedoch nirgends auftauchte.

Über Umwege in Südlohn gelandet

„Ich finde es völlig unverständlich, warum sich da nicht gekümmert wird und es keinen Ersatzbus gibt“, sagt Reinhard Langheim empört. Auf vielen Umwegen und mit verschiedenen Bussen war er irgendwann in Südlohn gelandet und dort auf einige Berufsschüler gestoßen, die ebenfalls vergeblich auf den Bürgerbus warteten. Die Mutter eines der Schüler hatte die Oedinger dann abgeholt; wer weiß, wie lange Reinhard Langheim sonst noch unterwegs gewesen wäre. „Das geht doch nicht, auch für die Schüler. Man kann doch nicht sagen, jetzt ist ein Bus kaputt und dann haben die Fahrgäste Pech gehabt“, sagt er. Zuhause angekommen rief er bei der RVM-Hotline an. Dort habe man den Ausfall und die fehlende Informationsvermittlung damit begründet, dass beim von Ehrenamtlern gefahrenen Bürgerbus die Informationskette sehr lang sei, bevor auf einen Ausfall reagiert werden könnte.

Ungewöhnliche Situation

Der Vorsitzende des Bürgerbus-Vereins Michael Schichel erklärt: „Wir haben nur einen Bürgerbus und dieser gehört aus versicherungstechnischen Gründen zum Fuhrpark der RVM. Man kann nicht jeden beliebigen Bus als Ersatz verwenden, und zum Zeitpunkt des Ausfalls war leider kein Ersatzbus verfügbar.“ Der Bürgerbus habe am Dienstag ein Problem an den Federn gehabt und sofort in die Werkstatt gemusst. „Unser Fahrer hat sich da völlig richtig verhalten und seine Fahrt abgebrochen“, so Michael Schichel. Er selbst fahre ebenfalls täglich Bus und wisse, wie ärgerlich es ist, vergeblich zu warten. Aber: „Dass so etwas passiert und gar kein Bürgerbus mehr fährt, ist in zehn Jahren jetzt vielleicht zweimal passiert.“

Auch RVM-Pressesprecher Björn Lindner bezeichnet die Umstände, die Reinhard Langheim zum Verhängnis wurden, als sehr ungewöhnlich: „Wir haben eigentlich zwei Ersatzfahrzeuge, die eingesetzt werden könnten, diese waren in dieser besonderen Situation jedoch beide anderweitig im Einsatz“, sagt er. Die Information an die Fahrgäste zu geben, sei grundsätzlich schwierig. „Da jeden Einzelnen zu erreichen, ist für uns kaum machbar.“ Um Ausfall in der App der RVM zumindest einzutragen, sei es zu kurzfristig gewesen.

Bald neuer Bürgerbus

Noch bis 11 Uhr am Mittwoch warteten Fahrgäste vergeblich auf den Bürgerbus, einige mögen Stunden länger unterwegs gewesen sein als geplant. Mittlerweile ist das Fahrzeug repariert und wieder im Einsatz. „Man muss sagen: Er ist einfach in die Jahre gekommen“, so Michael Schichel. Das macht nichts, denn ein Nachfolger ist in Sicht: „Bald geht ein neuer Bürgerbus an den Start.“

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