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Kinder lernen faires Streiten

Oeding Marie hat es sich gerade in dem kleinen Versteck gemütlich gemacht. Sophie möchte auch gern hinein, doch ihre Klassenkameradin sperrt sich.

Kinder lernen faires Streiten

<p>Spielerisch üben sich die Schüler zusammen mit Psychologin Heidi Mensing in gestellte Konfliktsituationen ein. Dabei sammeln sie direkte Erfahrungen und können anschließend im gemeinsamen Gespräch bessere Lösungsstrategien entwickeln. Ohm</p>

Die eine will die andere wegziehen - erfolglos. Hinterher fühlen die beiden Drittklässlerinnen der von-Galen-Schule in Oeding nicht besonders gut. Und das war Absicht: Wie sich Konflikte besser lösen lassen, das lernen die Schüler des dritten Jahrgangs in dieser Woche in einem besonderen Projekt.

Die Diplom-Psychologin Heidi Mensing ist gemeinsam mit drei weiteren Fachkräften in die Schule gekommen. Sie arbeiten für den Verein Haus Kloppenburg. Sie sind in allen Schulformen tätig, um überall ein wichtiges Ziel zu erreichen: Kindern und Jugendlichen vermitteln, wie Auseinandersetzungen und Konflikte am besten ausgetragen werden sollten.

Das Projekt heißt "Fair streiten lernen". In Kleingruppen von je zehn Schülern stehen drei Vormittage lang verschiedene Bausteine sozialen Lernens auf dem Programm. Dazu zählt das Zuhören ebenso wie die Aufmerksamkeit anderen gegenüber und der respektvolle Umgang miteinander.

"Wir möchten den Kindern die Bedeutung der positiven Wertschätzung füreinander vermitteln", erläuterte die Psychologin. Auf dieser Grundlage sollen Konflikte fair ausgetragen werden: "Was ich mir für mich wünsche, das sollte ich auch bereit sein, anderen zuzubilligen."

Am Ende gebe es keine Gewinner und Verlierer. Die Kontrahenten sollten ihren Streit so austragen, dass beide auch hinterher mit dem Ergebnis leben können. Heidi Mensing: "Die Kinder lernen, kritikfähig zu werden und andere Meinungen zu respektieren, statt sofort wegzulaufen, wenn negative Äußerungen kommen."

Langfristigkeit

Das Projekt "Fair streiten lernen" sei auf Langfristigkeit hin ausgerichtet. Stets werde nicht eine einzelnen Klasse, sondern ein vollständiger Jahrgang beteiligt. Zugleich würden die Lehrkräfte in die Gruppenarbeit, Spiele und Rollenspiele einbezogen. Damit könnten diese in den Folgejahren den Ansatz weiter fortsetzen.

Großes Lob zollte Schulleiterin Hildegard Koeppen dem Förderverein der Schule: Ohne dessen Engagement auch in finanzieller Hinsicht wäre das Projekt nicht zu verwirklichen gewesen. Ein positives Miteinander sei zudem nicht nur für die Entwicklung der kindlichen Persönlichkeit wichtig.

Davon profitieren nicht zuletzt auch das Unterrichtsgeschehen. Koeppen unterstrich, dass in diesem Punkt alle an der Erziehung der Jungen und Mädchen Beteiligten an einem Strang ziehen müssten - Eltern wie Lehrer: "Denn uns geht es gemeinsam schließlich um das Wohl des Kindes." to

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