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Gerichtsprozess nach Kneipenschlägerei

„Kleiner Scherz“ endet mit gebrochenem Jochbein

Oeding. Viel Alkohol, Beleidigungen, ein Rangelei und am Ende ein gebrochenes Jochbein bei einem der Kontrahenten – für einen Oedinger hatte ein Gaststättenstreit in der Halloweennacht nun ein Nachspiel.

„Kleiner Scherz“ endet mit gebrochenem Jochbein

Foto: dpa Foto: picture alliance / David-Wolfgan

In einer Gaststätte am Burgplatz wurde am 31. Oktober Halloween gefeiert, als sich ein 23-Jähriger „im besoffenen Kopp einen kleinen Scherz“ erlaubte. So sah das spätere Opfer jedenfalls seine Rolle in dem Streit. Es sei einen „doofe Idee“ gewesen, räumte der Oedinger am Mittwoch vor dem Borkener Amtsgericht ein.

Er hatte einem Gast des Lokals ein hochprozentiges Getränk ausgegeben und dabei verschwiegen, dass der Kurze mit Chili recht feurig war. Der Eingeladene jedenfalls fühlte sich wenig später schlecht und musste sich übergeben. Während der Mann aus Erle sich im Toilettenbereich des Lokals übergab, endete die bis dahin verbal verlaufende Auseinandersetzung zwischen dem 23-Jährigen und einem 25-jährigen Begleiter des Eingeladenen mit einem Faustschlag. Ergebnis: Ein gebrochenes Jochbein, Schwellungen im und um das Auge sowie ein wackelnder Schneidezahn.

Das Amtsgericht in Borken quittierte den Fall für den 25-jährigen Oedinger am Mittwoch mit einer achtmonatigen Freiheitsstrafe wegen Körperverletzung, ausgesetzt auf drei Jahre zur Bewährung. Außerdem muss der Angeklagte 1400 Euro Wiedergutmachung an sein Opfer für diese „ziemlich brutale Körperverletzung“ - so der Richter - zahlen.

Viel Alkohol im Spiel

Sechs Zeugen hatte das Gericht bis zum Urteilsspruch gehört. Dabei gingen die Aussagen weit auseinander. Viel Alkohol war bei allen Beteiligten im Spiel, so viel wurde dem Gericht schnell klar. Während der Angeklagte aussagte, sein Opfer habe ihn geschubst, sagte dieses, der Angeklagte habe unvermittelt zugeschlagen: „Der Angeklagte hat sich umgedreht und ich habe gedacht, die Sache sei vorbei, dann habe ich den Schlag gekriegt.“

Das bestätigte ein 20-jähriger Zeuge aus Oeding. Der Angeklagte und seine Freunde seien in dem Streit immer wieder an ihren Tisch gekommen. „Von einem auf den andern Moment hat er ihm mit der Faust ins Gesicht geschlagen“, schilderte der Zeuge.

Er habe sich provoziert gefühlt und befürchtet, dass sein Opfer ihn angreift, begründete der Angeklagte den Schlag. Das ließen Richter und Staatsanwalt nicht gelten. Eine verbale Auseinandersetzung sei etwas anderes als ein tätlicher Angriff. Deutlich wurde bei der Zeugenaussage einer Kellnerin des Lokals auch, dass der Angeklagte noch weitere Schläge anbringen wollte, von anderen Gästen aber daran gehindert wurde.

Der 25-Jährige war am Mittwoch noch wegen zweier Betrugsfälle angeklagt, die das Gericht aber fallen ließ, weil die angeklagte Körperverletzung im Vergleich wesentlich schwerer wog. Bei Ebay-Kleinanzeigen hatte der Angeklagte eine Grafikkarte für 170 Euro und eine Spielekonsole für 245 Euro verkauft, die Ware aber nie geliefert. Wegen vier ähnlicher Fälle wurde der Messebauer bereits verurteilt. Ein weiterer Fall ist offenbar noch anhängig. Allein aus diesem und weiteren Strafverfahren haben sich bei ihm 10.000 Euro Schulden angehäuft. Die Prozesskosten des Verfahrens vom Mittwoch muss er ebenfalls tragen.

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