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Wichtige Früherkennung

Mobile Brustkrebs-Vorsorge macht Station in Südlohn

SÜDLOHN 70 000 Frauen erkranken jedes Jahr in Deutschland an Brustkrebs. Die Sterberate liegt bei rund 25 Prozent. Das hat eine Studie des Robert-Koch-Instituts ergeben. Um diese Rate zu senken, ist eine frühzeitige Diagnose wichtig. Diese ist zum Beispiel im sogenannten "Mammobil" möglich, das seit Mitte Juni in Südlohn an der Roncalli-Schule steht.

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Ulrike Gausling, Edith Robers und Anja Wondratschek (v. l.) untersuchen Frauen im Mammobil, das momentan in Südlohn steht.

Anja Wondratschek bedient das Röntgengerät.

In dem Bus gibt es eine mobile Station für das Mammographie-Screening. Ein Röntgengerät nimmt dabei die Brust einmal von vorne und einmal von der Seite auf. "Ein Bild ist ja immer nur zweidimensional und man braucht mindestens zwei verschiedene Perspektiven, um einen Punkt genau bestimmen zu können", erklärt Ulrike Gausling. Sie arbeitet zusammen mit Anja Wondratschek und Edith Robers in dem Mammobil. Die drei Frauen sind medizinisch-technische Radiologieassistentinnen mit Zusatzausbildung für das Mammographie-Screening.

Mobile Praxis mit Wartezimmer

Im Inneren des Mammobils gibt es eine Rezeption mit Wartebereich, zwei kleine Umkleidekabinen und einen Untersuchungsraum. Dort steht das Röntgengerät, auf das die Frau ihre Brust legt. Eine Plexiglasscheibe übt dann von oben leichten Druck aus. "Die Brust besteht aus mehreren Gewebeschichten und so werden diese leicht auseinander gedrückt, damit auch wirklich alles zu sehen ist", erklärt Gausling. Sie und ihre Kolleginnen können allerdings vor Ort noch keine Diagnose stellen. Dafür sei die Auflösung an ihrem Bildschirm zu schlecht, so Gausling. Außerdem haben die drei Frauen nicht die nötige Ausbildung für eine Diagnose. Sie bewerten lediglich, ob das Bild technisch gelungen und brauchbar ist.

Zwei Ärzte werten Aufnahmen unabhängig aus

Die Aufnahmen schicken sie dann zu den Ärzten in Ahaus und Bocholt, die für die Auswertung zuständig sind. Mindestens zwei Ärzte begutachten jedes Bild unabhängig voneinander. Bei einem Verdacht, diskutieren mehrere Gynäkologen und Radiologen die Aufnahmen in einer Konsensuskonferenz. "Bleibt der Verdacht dann bestehen, bekommt die betroffene Frau eine Einladung zu einer abklärenden Untersuchung", sagt Gausling.

Alle Frauen zwischen 50 und 69 Jahren erhalten im Zweijahresrhythmus eine Einladung zu dieser Untersuchung. "In dieser Altersgruppe ist die Sterblichkeit an Brustkrebs am höchsten", erklärt Gausling. Das Ziel des Programms ist, die Sterblichkeit um bis zu 35 Prozent zu senken.

Seit 2006 im Kreis Borken

Für die Frauen aus Bocholt, Rhede und Isselburg gibt es eine feste Station in Bocholt. Um auch den anderen Frauen eine solche Untersuchung zu ermöglichen, gibt es das Mammobil, das seit 2006 im Kreis Borken unterwegs ist. Die Radiologische Praxis Ahaus-Vreden-Bocholt setzt das Programm in Kooperation mit dem Brustzentrum Ahaus-Bocholt um. Wondratschek war von Anfang an im Team. "Das Angebot wurde sofort sehr gut angenommen und es sind viele Frauen gekommen", sagt sie. In den letzten zwei Jahren haben 64 Prozent der Eingeladenen das Angebot genutzt. "Wer nicht kommt, kriegt vier bis sechs Wochen später erneut eine Einladung", sagt Gausling. Nur mit diesem Brief ist eine Untersuchung möglich. Die Kosten übernimmt in den meisten Fällen die Krankenkasse.

Wichtig sei jedoch, dass das Mammographie-Screening eine ergänzende Früherkennungsuntersuchung ist und nicht die gynäkologische Vorsorgeuntersuchung ersetzt, so die drei Frauen.

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