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Die Wegwerf-Pferde

Monika Borowski kümmert sich um Tiere, die für andere nur Sportgeräte sind

OEDING Sie sind der Abfall der Rennbahnen, Springplätze und Zuchtbetriebe. Pferde, die nicht schnell genug sind, verletzt oder zu alt. Wenn ihre Besitzer sie nicht mehr haben wollen, landen sie bei Monika Borowski.

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Monika Borowski kümmert sich alleine um 22 Pferde.

Bei einem Gnadenhof denken viele an alte Pferde. Die krank sind oder keinen Reiter mehr tragen können. Monika Borowskis Pferde sind jung, sehr jung: Manche sind zwei oder drei Jahre alt und schon verbraucht. Dabei sind sie noch nicht einmal richtig ausgewachsen. So ein Fall steht im Halbdunkel am Ende der Stallgasse auf einem Hof. Irgendwann wollte das Pferd nicht mehr laufen, „übertrainiert“, lautet Monika Borowskis Urteil. Ihr Stall in der Bauerschaft Feld ist voll von diesen Tieren, die keiner mehr braucht. Wenn sie das dunkle Rennpferd anfangs zur Weide führen wollte, blieb es einfach stehen.

Manchmal dauerte es eine Stunde, bis es sich weiter bewegte. Es funktionierte nicht mehr, und wer nicht funktioniert, wird aussortiert. 22 Pferde hat Monika Borowski inzwischen. Sie erholen sich langsam, aber sie vergessen nicht: Wenn Monika Borowski eine schnelle Handbewegung macht, springt der braune Traber hinter ihr zurück. Obwohl er schon seit zwei Jahren bei ihr ist. „Ich denke, er wurde geschlagen“, vermutet sie. Nicht alle Pferde hätten körperliche Schäden. Erholen sie sich, kann Borowski sie später auch reiten. Früher Trabrennfahrerin Früher ist sie als Amateurin selbst Trabrennen gefahren. Sie kennt das System, das ein Tier nach dem anderen verbraucht. „Aber man kann nicht alle retten“, sagt Borowski. Sie versucht es trotzdem. Ihren ersten Traber hat die 52-Jährige 1975 aufgenommen. Sie kauft sie bei Händlern, manche Pferdebesitzer rufen sie auch an. Dass sie mit der Wegwerf-Kultur nicht einverstanden ist, hat sich herumgesprochen. Meistens sagt die Stimme am anderen Ende der Leitung so etwas wie: „Willst Du ihn oder nicht? Sonst kommt er zum Schlachter.“

Kostenlos bekommt sie die Tiere nicht. Wenn der Schlachtpreis bei 300 Euro liegt, müsse sie 500 oder 600 Euro bezahlen. 3000 Euro muss sie jeden Monat aufbringen, um die Miete für die Boxen zu bezahlen, für Futter und Wurmkuren. „Und das ist knapp gerechnet“, erzählt sie. Tierarztkosten für Notfälle sind da nicht drin. Sie ist auf Spenden angewiesen, auch ihr Lebensgefährte unterstützt sie. Im Februar ist sie von einem Hof in der Nähe von Venlo an die Baumwollstraße gezogen. Verein gegründet Da wartete schon der nächste Neuzugang: Ein Haflinger, der scheinbar niemandem gehörte. Wenn er grast, streckt er den Kopf weit nach vorn, sein Nacken ist unnatürlich gebeugt. Monika Borowski will das untersuchen lassen. Doch noch fehlt ihr das Geld dafür. Mit anderen Tierschützern hat sie vor einem Monat den Verein „Sportgerät Pferd in Not“ gegründet. Der braucht dringend Spenden, aber auch aktive Unterstützung: Borowski versorgt die Tiere allein. Jeden Morgen steht sie um halb sechs auf, um die Tiere zu füttern, um halb neun geht sie ins Bett. „Dann brauche ich aber auch kein Fernsehen mehr.“ Sie hofft auf Freiwillige, die ihr unter die Arme greifen. Sei es, um die eine Führmaschine anzuschließen oder die Pferde zu bewegen.

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