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Südlohn ist "gemappt"

Südlohn Nachbarschaft für Nachbarschaft ist Wolfgang Emmerich mit seiner Tochter, seinen Schwestern und Neffen in den vergangenen Tagen durch die Straßen Südlohns geradelt. Immer dabei: ein Navigationsgerät - im Aufzeichnungsmodus.

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Auch eine Pause muss mal sein: Monika und Carolin Höing, David Höing, René Albersmann, Wolfgang und Bianca Emmerich sowie Kilian Albersmann (v. l.) beim "Mapping" der Südlohner Finkenstraße. privat

Navigationsgerät und Laptop - und darüber hinaus Interesse an Technik und Karten, Liebe zum Detail und Abstraktionsvermögen sollten künftige "Mapper" haben, meint Wolfgang Emmerich. Winter-Weckenbrock

"Mapping" heißt im internationalen Sprachgebrauch die Freizeitbeschäftigung, für die der gebürtige Südlohner seine Verwandtschaft im Heimaturlaub begeistern konnte. Zumindest für den ersten Teil des "Mappings" (frei übersetzt: Kartieren) - das Wege aufzeichnen. Der zweite Teil besteht darin, das gesammelte Kartenmaterial ins Internet zu überspielen, um dort eine digitale Karte zu erstellen, die sich jeder Interessierte auf sein Navigationsgerät laden kann - kostenlos.

Das Einpflegen der Daten hat dann Wolfgang Emmerich übernommen - der Professor für Informatik am University College London (UCL) ist für den Umgang mit Maus und Laptop eben prädestiniert. Er hat die Idee für das "Mapping" schließlich auch von seiner Londoner Universität mitgebracht. Emmerich erklärt den Hintergrund: Überall auf der Welt gebe es Technikinteressierte, die an einem Ziel mitarbeiten: Im Internet eine offene, frei verfügbare Karte - möglichst der ganzen Welt - zu erstellen. "OpenStreetMap" - übersetzt "frei verfügbare Straßenkarte" wurde das Projekt, das an der Londoner UCL startete, getauft. Am UCL wird auch die Internetseite betrieben.

50 000 Freiwillige

"Mittlerweile arbeiten 50 000 Leute auf der ganzen Welt an dem Projekt mit", ist Emmerich begeistert. Überall auf der Welt also sind Menschen - ob allein oder wie der Südlohner mit seiner Familie - mit einem "Navi" oder einem GPS-fähigen Handy unterwegs und zeichnen die Straßen und Radwege vor ihrer Haustür auf. So genannte "Waypoints" (besondere Punkte am Weg) können auch gesetzt werden. Die Menke Mühle, die Vitus-Kirche, drei Wanderhütten oder Haus Lohn sind allesamt schon auf der Südlohner Karte vermerkt - der Familie Emmerich sei dank.

"Der Vorteil ist einfach, dass diese Karten durch die vielen Begeisterten ständig aktualisiert werden", weist Emmerich auf die zweite Besonderheit des Projekts hin. Er kam auf die Idee mitzumachen, als er Kartenmaterial für Holland suchte - und bei der "OpenStreetMap" im Internet fündig wurde. "Winterswijk zum Beispiel ist schon sehr gut erfasst, Velen und Ramsdorf schon relativ gut", hat der Informatiker beim digialen Blick in die Nachbarschaft festgestellt. Und jetzt Südlohn - soweit die Familie es bis morgen schafft... ewa

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