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Visitation

Weihbischof besucht Mittelständler

SÜDLOHN Weihbischof Christoph Hegge ist am Mittwoch zu vielen Gesprächen nach Südlohn gekommen. Dazu gehörte auch der Besuch bei „Robers Leuchten“.

Weihbischof besucht Mittelständler

Weihbischof Dr. Christoph Hegge begutachtet eine Sonderanfertigung bei „Robers Leuchten“.

Weihbischof Dr. Christoph Hegge steht mitten in der großen Halle der Firma „Robers Leuchten“ in Südlohn, in der sich die Schlosserei befindet. Ein untypisches Bild, aber der Weihbischof scheint sich sofort wohlzufühlen. Er nimmt zur Hälfte gefertigte Lampen und Windlichter in die Hand, begutachtet sie interessiert und erkundigt sich nach den Materialien, aus denen die Lampen gemacht sind. Mit Lampen kannte er sich vor dem Besuch in dem Südlohner Unternehmen noch nicht aus, sagt der Weihbischof. „Was hatte ich vorher für eine Vorstellung von Geländern und Lampen? Gar keine. Da denke ich an Großmarkt. Jetzt bin ich hier in der Kunstschmiede und plötzlich bekomme ich ein Gespür für die Kunst, das Feingefühl und die Fantasie der Mitarbeiter“, sagt der Weihbischof.

Viele Aufgaben

Wenn er zu einer Visitation in einen Ort kommt, besucht Hegge oft ein mittelständisches Unternehmen. „Ich bin gerne mit den Menschen da, wo sie sind, leben und arbeiten und sehe mir ihren Alltag an“, erzählt er. Zu einer Visitation gehören für den Weihbischof aber auch Einzelgespräche mit Pfarrern und Seelsorgern, dem Pfarreirat und dem Kirchenvorstand und eine Heilige Messe. Zudem steht meistens ein Treffen mit dem Bürgermeister auf dem Programm. „Zwischen Kirche und Kommune gibt es viele gemeinsame Aufgaben, die sich an die gleichen Menschen und an deren Wohl richten“, erklärt der Weihbischof die Relevanz dieses Treffens. Dabei spiele es keine Rolle, ob die Menschen mehr oder weniger religiös seien, sagt Hegge: „In den meisten Fällen treffe ich auf offene Türen und fühle mich willkommen.“

Fusionen

Mit dem Westmünsterland verbindet der Weihbischof kirchlich gesehen vor allem eine Region, die einige Fusionen hinter sich hat. Mit der Entwicklung nach diesen Fusionen ist Hegge zufrieden: „Wir haben damit alles richtig gemacht, auch wenn wir nicht so drastisch wie andere Bistümer vorgegangen sind.“ Für Hegge sei es wichtig, langfristig zu denken. „Wir machen Dinge mit Augenmaß, das heißt, wir machen Fusionen, die erst mal für zwanzig Jahre halten.“ Dabei gehe es nicht um den Erhalt von pastoralen Strukturen, sondern darum, wie man weiterhin Christen für Kirche begeistern könne. „Wir wollen nichts verbieten, keinen Verein schließen, sondern in neueren Formen denken“, sagt Hegge. „Wenn Menschen merken, dass sie über ihren Glauben reden können, wenn wir sie da begleiten, wo sie sind und so, wie sie glauben möchten, dann wird die Kirche wachsen.“ Das bedeute nicht, dass man wieder alle Menschen in die Kirche hole und die Kirche zu einer Volkskirche mache.

Kirche für die Menschen

Es gehe vielmehr darum, dass Kirche für die Menschen Erholung, Freude und Leichtigkeit bedeuten soll. „Wir müssen uns abgewöhnen, den Jugendlichen zu erklären, dass sie sonntags zur Kirche müssen“, sagt Hegge. Wenn stattdessen im Vordergrund stehe, was ihnen wichtig sei, dann bekomme das viel mehr Tiefgang. „Wir müssen zu den Menschen und an die Ränder gehen, wie Papst Franziskus sagt. Solange der Glaube nah bei den Menschen ist, habe ich keine Sorge, dass die Botschaft Jesu nicht überkommt“, sagt Hegge.

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