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Oedinger wehren sich

Widerstand gegen Stromtrasse

OEDING Mehr als 70 Oedinger waren sich bei ihrem Treffen einig: Sie wollen wissen, was geplant ist in Sachen „Stromtrasse A-Nord“. Und auch, wo sie geplant ist.

Widerstand gegen Stromtrasse

Viele Interessierte forderten mehr Informationen zu den geplanten Stromtrassen. Sie stellten einen Fragenkatalog zusammen. beining Foto: Georg Beining

Gelegentlich wird dem Westmünsterländer eine gewisse, zurückhaltende Behäbigkeit unterstellt. Die Bürger der Grenzgemeinde allerdings, zumindest all jene, die am Donnerstagabend im großen Saal des Burghotels Pass versammelt waren, entsprechen diesem Klischee offenbar ganz und gar nicht.

Mehr als 70 Interessierte und Betroffene waren zu einem so genannten Bürgeraustausch in Sachen geplanter Stromtrasse gekommen. Eingeladen hatten Dirk Resing, Matthias Schnelting und Stefan Valtwies, die sich schon seit einiger Zeit den Widerstand gegen die Pläne des Unternehmens Amprion auf die Fahne geschrieben hatten. Amprion mit Sitz in Dortmund ist eine der vier Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland und plant gegenwärtig eine rund 300 Kilometer lange Gleichstromverbindung – die so genannte „A-Nord“ von Emden bis etwa Düsseldorf.

Mobil gemacht

Weil die Planung dieser Nord-Süd-Trasse ihren Verlauf dicht an der deutsch-niederländischen Grenze vorsieht und dabei auch Südlohn und Oeding betroffen sind, haben Dirk Resing, Matthias Schnelting und Stefan Valtwies nun mobil gemacht – mit der Folge, dass sich am Ende der Veranstaltung fast sämtliche Besucher des Bürgeraustausches im Hotel Pass am Mittwoch, 22. November, auf den Weg zur Ratssitzung im Rathaus machen wollten. Dort sollte das Projekt „Stromtrasse A-Nord“ vorgestellt werden. Das ist mittlerweile nicht mehr so (siehe Artikel unten), aber die dafür anberaumte Informationsveranstaltung wird sicher noch besser besucht.

Denn: Die Einwohner erhoffen sich weitere Informationen. Bislang, so die drei Protagonisten des Abends, seien diese bislang kaum geflossen. „Wir wissen es nicht!“ – so der am häufigsten zu hörende Satz während dieses Bürgeraustausches. Fragezeichen allenthalben – etwa, ob es eine ober- oder unterirdische Stromleitung geben soll. Das gleiche gilt für die Technik: Exsistierende 300 Kilovolt-Leitungen laufen derzeit erst im Probebetrieb. Der Erfahrungsschatz der Betreiberfirma mit solch einer Gleichspannungsleitung ist begrenzt.

Fragen über Fragen

Auch zu den möglichen, gesundheitlichen Folgen der betroffenen Anwohner und den Auswirkungen auf die viel gerühmte, westmünsterländische Parklandschaft heißt es derzeit: Informationen Fehlanzeige. Fragen über Fragen, auf die keiner der Anwesenden konkrete Antworten geben konnte. Sämtliche Fragen wollen Dirk Resing, Matthias Schnelting und Stefan Valtwies nun bündeln und an alle Vorsitzenden der Ratsfraktionen schicken. Immerhin waren mit Barbara Seidensticker-Beining (SPD) und Jörg Schlechter (FDP) auch zwei Ratsmitglieder gekommen.

Vielen der Besucher war die Verwunderung und sogar der Ärger über die, in den Augen aller, dürftige Informationspraxis von Amprion anzumerken. „Die halten sich alles offen. Und die Verwaltung hält sich raus!“ – ein öfter zu vernehmendes Urteil im Saal. Nils Böckenhoff, einer der Besucher, brachte es auf den Punkt: „Wir brauchen eine Zeitplanung, was überhaupt passieren soll.“

Einvernehmliche Entscheidung

Es sei eine einvernehmliche Entscheidung gewesen, teilte Bürgermeister Christian Vedder am Freitagmittag mit: Es war vorgesehen, dass ein Vertreter des Unternehmens Amprion in der Ratssitzung am Mittwoch, 22. November, die geplanten Korridore für die Gleichstromtrasse A-Nord/Amprion vorstellen sollte. Doch der Punkt soll von der Tagesordnung genommen worden. Stattdessen soll zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung eingeladen werden. Der Vorteil: Dann kann jeder mitreden und Fragen stellen. Dies wäre in der Ratssitzung nicht möglich gewesen, wie der Bürgermeister betont. „Noch vor Weihnachten“ umschreibt er den Zeitraum, den er für die Informationsveranstaltung angemessen hält.

Mit dem Unternehmen Amprion werde die Gemeinde nun einen geeigneten Termin suchen. Es sei den engagierten Bürgern vorgeschlagen worden, vor der Ratssitzung mit dem Amprion-Vertreter zu sprechen. Das hätten die Oedinger abgelehnt. Auch das Infomobil des Unternehmens Amprion, das in den Nachbarkommunen schon unterwegs war, hätte an dem Tag nicht in Oeding Halt machen können. „So ist es demokratischer“, zeigte sich Christian Vedder mit der Lösung zufrieden. Im Rat hätten die Bürger mehr oder weniger nur zuhören, nicht diskutieren und keine Fragen stellen können. Amprion sei immer sehr gesprächsbereit gewesen, so glaube er auch, es werde bald einen Termin geben.

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