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Zeitungsleser sollen verhaftet werden

Südlohn Nur die eigene, nicht minder interessante Kunst zu zeigen ist die eine Sache, andere Künstler aus verschiedenen Kunstsparten dazu einzuladen eine andere. Gabriele Templin-Kirz, Künstlerin, studierte Innenarchitektin, Dozentin, Buchautorin und Galeristin, eröffnete mit dem Hinweis auf diese Eigenart ihres Hauses den zweiten Tag des "Tatort Kunst" in ihren Räumen.

Als Künstlerin hatte sie beim siebten Event des KünstlerinnenForums Münsterland Monika Altrogge aus Bocholt eingeladen. Zu ihren eigenen malerischen Werken weckten die Tonplastiken von Altrogge als kontrastreiche Ergänzung ebenso großes Interesse bei den Besuchern, die am Wochenende äußerst zahlreich die Galerie besuchten.

Templin-Kirz stellte die Ansichten von Barcelona vor, die im Sommer 2007 entstanden und bereits in der Ausstellung im Dormitorium in Asbeck die Besucher anzogen. Für den zweiten Tag hatte sie ein ganz besonderes Ereignis im Angebot. Heinz Welter unterhielt die Besucher mit Musik, während am Anfang des Tages das Laientheater aus Borken "art-theater 05" unter der Leitung von Dietrich Roth mit dem Programm "Lichte Momente" aufspielte. Mit der dramatischen Tatort-Musik begann die siebenköpfige Gruppe pantomimisch ihr Stück, das die Besucher durch intensive Blickkontakte einbezog. Vereinzelte Wortbeiträge schöpften die Akteure aus Texten der deutschen Unsinnspoesie. Mit Klängen und Zeitungen schufen sie daraus eine amüsante Collage.

Meditation auf Staub

Gedichte von Ernst Jandl, Robert Gernhardt, Christian Morgenstern oder Kurt Schwitters liehen sie ihre Stimme, während die zerknüllte Zeitung mehr und mehr den Raum ausfüllte. Die vergebliche Hoffnung einer Liebenden floss darin genauso ein wie die Frage, warum die Mona Lisa lächele.

Zeitungsleser machten sich breit, sollten verhaftet, gelyncht, ermordet werden. Zuletzt folgte eine Meditation auf den Staub: "Nur weil er glaubte, staubte es." Schließlich staubte es nicht mehr und auch die zerknüllte Zeitung war zum Schluss wieder eingesammelt, als das Publikum begeistert klatschte. emk

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