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Suizidversuch: Bochumer zündete seine Wohnung an

BOCHUM Er wollte sich umbringen. Und weil der 50-Jährige dafür in seiner Wohnung in Langendreer Feuer legte, landete er gestern wegen Brandstiftung vor dem Schöffengericht. Das Urteil: 15 Monate Haft auf Bewährung. Das Gericht ging von erheblich verminderter Schuldfähigkeit aus.

Laut Anklage wollte sich der Bochumer im Mai 2008 in seiner Erdgeschosswohnung eines Mehrfamilienhauses am Wiebuschweg das Leben nehmen. Mit Kleidung und Zeitungspapier legte er an fünf Stellen Feuer.

Davon geht das Gericht aus. Vorher hatte der Angeklagte bereits Alkohol und Tabletten geschluckt - und offenbar versucht, sich die Pulsadern aufzuschneiden. Die Feuerwehr konnte das Feuer löschen, bevor es auch auf andere Wohnungen übergriff.

"Im Krankenhaus wieder aufgewacht" Er sei eingeschlafen und im Krankenhaus wieder aufgewacht, so der 50-Jährige gestern. An das Feuerlegen könne er sich nicht erinnern. Er nahm die Tat aber auf sich.

Seit August habe er in einer Krise gesteckt, erzählte der Angeklagte. Ärger mit der Freundin, Ärger im Job. "Da habe ich einfach nur noch zu Hause gesessen." Vor dem Fernseher oder vor dem Computer.

Die Post habe er nicht mehr geöffnet, am Ende auch die Miete nicht mehr gezahlt. "Mir war alles egal." Die Anti-Depressiva, die ihm sein Hausarzt verschrieben hatte, nahm er nicht. Und dann der Entschluss, sich umzubringen. Warum er Feuer gelegt habe, wisse er nicht. "Es tut mir Leid, dass ich andere gefährdet habe", so der 50-Jährige.

Fünf Tage im Koma gelegen Er hat fünf Tage im Koma gelegen. Nach der Klinik kam der Bochumer in die Psychiatrie. Schwer depressiv. Mittlerweile ist er in ambulanter Therapie.

1996 wurde der Bochumer schon einmal verurteilt. Zu drei Jahren und neun Monaten Haft wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Er hatte seine Freundin im Streit mit einem Kantholz geschlagen. Sie starb an den Verletzungen. Zusätzlich zur jetzigen Strafe muss der 50-Jährige 100 Sozialstunden ableisten.

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