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Überraschungen vom Jazz-Nachwuchs

QUERENBURG Überraschungen bot das zweite Jazzfest an der Ruhr-Universität: Zum einen wegen des großen Besucherandrangs, zum anderen wegen der musikalischen Reife der Nachwuchsbands.

Überraschungen vom Jazz-Nachwuchs

Der tschechische Pianist Milan Svoboda beim zweiten Bochumer Jazzfest.

Nachdem die Musiker im letzten Jahr in einem mit 30 bis 40 Zuschauern gähnend leeren Musischen Zentrum spielen mussten, hieß es in diesem Jahr am ersten Abend ausverkauft und am zweiten Abend fast ausverkauft. Gelohnt hat sich ein Besuch allein schon wegen der von Jazzwerk Ruhr geförderten Nachwuchsbands, die mit ihren Auftritten eine Klammer um das Festival bildeten.

Keine Scheuklappen

Den Anfang machten Zodiak: Die elektro-akustischen Dreimannbesetzung um den Trompeter John-Dennis Renken zeigten, dass es für die jungen Jazzbands heute keine Scheuklappen mehr gibt. Cool Jazz, sphärisch-psychedelische Klänge, Funk, Rock und Heavy Metal verschmolzen unter ihren Händen zu einem aufregenden, mitreißenden Sound.

Auch die das Festival beschließenden Musiker von „Ha!“ waren Grenzgänger: Minimal Music im Stile des „Amélie“-Soundtrack-Komponisten Yann Thiersen, kontemplativ-meditative, nordische Klänge und schweißtreibender Swing, vom dem anschließend behautet wurde, es handele sich um „ein Stück von Beethoven“ konnten hier problemlos nebeneinander stehen. Bandleader Jörg Brinkmann zeigte, dass man ein Cello kongenial als Contrabass-Ersatz nutzen kann. Pianist Oliver Maas mit lyrischen Melodielinien und einer Sing-Stöhn-Einlage am Ende, das in ihm ein kleiner Keith Jarrett steckt.

Ausgetretene Pfade

Mit den alt gedienten Jazzern, die auf dem Festival ebenso vertreten waren, konnten die jungen nicht bloß mithalten, sondern ihnen in Punkto Offenheit sogar noch etwas beibringen. Das Milan Svoboda Quartett etwa bewegte sich zwar gekonnt, doch etwas zu solide auf den ausgetretenen Pfaden des Swing und Bebop. Jan Klares Projekt „1000“ verschreckte das Publikum mit verkrampft-verschwurbeltem Free-Jazz. Rückblickend waren es Acts wie Zodiak, „Ha!“ und die ebenfalls Jazzwerk-geförderten Roman Babik und Dimitrij Markitantov, die das Festival spannend und lohnenswert gemacht haben und den Wunsch nach einer erneuten Auflage bestärkten. 

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