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Uni Witten/Herdecke verliert Geldgeber Droege und zeigt sich enttäuscht

WITTEN Die Droege International Group AG sieht keine Basis mehr für eine Zusammenarbeit mit der Universität Witten/Herdecke (UWH). Im vergangenen Jahr hatte Droege zugesagt, der UWH, die in finanzielle Schieflage geraten war, über sieben Jahre insgesamt 12 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Die Universität zeigt sich enttäuscht und verkündete ihrerseits, Droege sei kein verlässlicher Partner gewesen.

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Prof. Dr. Birger Priddat, Präsident der Universität Witten/Herdecke.

Der Universität Witten/Herdecke ist der Geldgeber abgesprungen.

Präsidiumsmitglied Maxim Nohroudi erklärte am Donnerstag: Walter Droege, der erst als Mäzen aufgetreten war, habe später immer neue Forderungen aufgestellt. Sie seien letztlich auf eines hinausgelaufen: „Er wollte die Uni übernehmen und sie später verkaufen.“Auch auf der Seite Droeges war am Donnerstag die Ernüchterung groß: Die geplante Unterstützung für die Hochschule war an die Erfüllung so genannter “Milestones“, wie etwa Einsparmaßnahmen, Reakkreditierung durch den Wissenschaftsrat oder die Akquisition weiterer Sponsoren geknüpft.

  In diesen Punkten sieht das Unternehmen seine Erwartungen enttäuscht, die Uni selbst allerdings erkennt gute Fortschritte in ihrem Sanierungsprozess. Im Dezember des vergangenen Jahres stand die Universität vor dem finanziellen Aus. Droege zahlte der UWH 2,6 Millionen Euro, da anderenfalls auch der Zuschuss des Landes NRW entfallen wäre. Darüber hinaus startete Droege ein Pro-Bono-Projekt für die Universität in Form eines zehnmonatigen Beratungsmandats in einer Größenordnung von 4,5 Millionen Euro. Das Kernergebnis dieser Beratung bestand, laut UWH, im Abbau von 90 Stellen. “Ein solcher Stellenabbau steht im Widerspruch zu den mit Droege vereinbarten Wachstumszielen“, erklärte Präsident Professor Birger Priddat.

Besonders verärgert sind die Sponsoren über eine neu an der Universität gegründete Gesellschaft „Allianz für Bildung GmbH“. Diese Gesellschaft mit Universitätspräsident Birger Priddat, Geschäftsführer Kai-Uwe Heuer und anderen Hochschulmitgliedern als Gesellschafter habe 50 Prozent an der Hochschulstiftung, dem Führungsorgan der Universität, übernommen. Eine teilweise Personalunion zwischen Geschäftsführung und Aufsicht über die Universität verstoße gegen alle Grundsätze, kritisierte der Sponsor. Der Unternehmenssprecher nannte die Gründung der Gesellschaft „dubios“. Maxim Nohroudi dagegen verweist auf einen Aufsichtsrat, der das neue Konstrukt künftig kontrollieren soll. 

Nach Angaben der Uni habe Droege unter anderem versucht, die Freiheit von Forschung und Lehre zu beeinflussen und Alt-Förderer auszugrenzen. Offenbar sei es Droege in Wahrheit darum gegangen, die Universität, die einen beträchtlichen Wert darstelle, zu übernehmen. Dies habe die Universität erkannt und rechtzeitig 50 Prozent der Hochschulanteile in einer neuen Gesellschaft gesichert. Universitäts-Vizepräsident Maxim Nohroudi betonte, die Hochschule sei finanziell auch ohne den Sponsor stabil. Nach Nohroudis Worten plant die Hochschulleitung bis zum Jahresende ein neues Finanzkonzept mit mehreren kleinen und großen Sponsoren.   

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