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"Viele schwiegen und sahen weg"

MITTE Ein erschütternder und trauriger Zwischenfall hat die Gedenkveranstaltung zum 69. Jahrestag der Reichspogromnacht überschattet.

"Viele schwiegen und sahen weg"

OB Dr. Ottilie Scholz übergab gestern eine Stele zum Projekt "Stolpersteine" der Öffentlichkeit.

Gerade als Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz an die damaligen "brutalen Übergriffe" erinnerte, ging ein Mann schnellen Schrittes an den Teilnehmern vorbei und forderte es zumindest so laut, dass es einige Menschen mitbekamen: "Irgendwann muss aber Schluss sein mit dem Gedenken". Ein anderer Mann wollte den Bürger zur Rede stellen, der sich jedoch schnellen Schrittes entfernte.

Damit wiederholte sich nicht das, was zuvor OB Scholz mit Blick auf die Pogromnacht beklagte hatte: "Viele schwiegen und sahen weg." Damit gab sie auch eine Antwort auf die von ihr gestellte Frage, ob man entschiedener hätte Widerstand leisten müssen. Ausdrücklich lobte sie deshalb die Beteiligung von mehr als 80 Bürgern an der Aktion Stolpersteine. Damit werde den Opfern auch ihre Würde zurück gegeben. An dieses Engagement erinnert jetzt auch eine Stele am Kortumhaus, die die Oberbürgermeisterin gestern an die Öffentlichkeit übergab. Die neue Synagoge, die Mitte Dezember eröffnet wird, wertete sie als Beweis, dass "jüdisches Leben in Bochum gewollt ist".

Dass dies vor und nach der Pogromnacht ganz anders war, machten die Beiträge einiger Schüler deutlich. Sie erinnerten an die Deportation von über 200 namentlich bekannten Bochumern 1942 nach Riga, Zamosc und Theresienstadt. Nur ganz wenige Juden haben diese Deportation überlebt. In ihren Nachforschungen haben die Schüler in Erfahrung gebracht, dass viele jüdische Bürger in Bochum und Wattenscheid vor diesem traurigen Ende jahrelang erniedrigt wurden.

Die jüdische Gemeinde hofft jetzt, dass die neue Synagoge ein Ort der Verständigung und des Verständnisses wird. Zugleich soll sie ein Gedenkort für die Opfer des NS-Regimes sein.

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