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Bastler aus Leidenschaft

Vom Lego-Modell zu echten Motoren: Christian Swolana (16) ist technik-begeistert

BOCHUM Mit Lego hat alles angefangen. Heute baut Christian Swolana mal eben einen Motor aus einem Olympia oder bastelt aus einer Mausefalle ein kleines Auto. Im alten Opel-Overall seines Vaters schraubt der 16-Jährige, wo es nur geht – auch vor Papas Corsa macht er nicht Halt.

Vom Lego-Modell zu echten Motoren: Christian Swolana (16) ist technik-begeistert

Motoren faszinieren Christian nicht nur wegen der Einzelteile, sondern auch wegen des technischen Fortschritts.

Unruhig wirkt der schlacksige Junge aus Bochum. Immer scheint er sich zusammennehmen zu müssen, um still zu sitzen. Spricht er über sein Lieblingsthema, wird er ruhiger, schaut seinem Gegenüber direkt in die Augen. Aber nur kurz, dann schweifen seine Blicke wieder im Raum herum.

Basteln ist sein Lieblingsthema, sein größtes Hobby. Eines, mit dem er all seine Freizeit verbringt – vier Mal in der Woche geht er „schrauben“. Und den Technik-Unterricht in der Schule genießt Christian in vollen Zügen. In der Forscherwerkstatt der Matthias-Claudius-Schule ist er seit der sechsten Klasse aktiv. Dazu gehört auch, in der Klassiker-Werkstatt von Opel mitzuhelfen. Dort restauriert Christian gerade einen Opel Manta, vorher war ein Opel GT auf der Hebebühne. In der Forscherwerkstatt in der Schule lernte der 16-Jährige, mit Holz und Schaltkreisen zu arbeiten. So entstand das Miniatur-Modell der Lichtanlage in einem Auto. Oder das kleine Holz-Auto, das von einer Mausefalle angetrieben wird. Oder ein verdrahteter Stundenplan, der über einen Kontakt die Fächer aufleuchten lässt, die am Tag dran sind. Auch der „Spürhund“ ist ein Kunstwerk: Das Mini-Gefährt folgt dem Lichtstrahl einer Taschenlampe.

Seit den ersten Lego-Modellen nach Bauplan wuchs Christian schnell über sich hinaus. In der Forscherwerkstatt ist er jetzt nicht mehr nur Schüler – als Unterstützungsleiter bringt er Jüngeren etwas bei. Faszinierend findet Christian die einzelnen Bauteile und wie ein Motor funktioniert. Auch den technischen Fortschritt beobachtet der Bochumer mit großem Interesse: „Früher gab es noch Vergaser, dann kam die Direkt-Einspritzung – das ist so interessant.“

Einblicke in die Welt eines Bastlers

Christian Swolana ist Bastler aus Leidenschaft. Hier hat er mithilfe eines einfachen Drahtgestells die Licht-Elektronik eines Autos nachgebaut.
Christians Basteleien sind meistens auch noch höchst praktisch. Bei diesem Stundenplan berührt Christian mit einem Draht den Wochentag, dann leuchten die Fächer auf, die er an dem Tag hat.
Jeder Handgriff sitzt: Kleine Reparaturen und Wartungen seiner vielen Erfindungen führt Christian mit links aus.
Und es funktioniert: Mit einer Mausefalle wird dieses einfache Gefährt angetrieben - und läuft wie aufgezogen.
Der Spürhund hält, was der Name verspricht: Er reagiert auf Licht und folgt wie ein folgsamer Hund dem Lichtkegel einer Taschenlampe.
Motoren faszinieren Christian nicht nur wegen der Einzelteile, sondern auch wegen des technischen Fortschritts.
Und weil der 15-Jährige noch nicht selbst Auto fahren darf, begnügt er sich noch mit seiner selbst gebauten Seifenkiste.

Christian ist nicht der einzige Bastler in der Familie Swolana. Vater Günter lernte bei Opel, arbeitet aber seit zehn Jahren bei einem anderen Automobilkonzern. Sein heimischer Arbeitskeller ist für Christian ein „magischer“ Ort, an dem er sich gern aufhält. Auch der jüngere Bruder Florian ist technik-verrückt, hat es aber eher mit dem Programmieren. Der siebenjährige Sebastian zeigt noch keine Leidenschaft dafür, aber „das kommt sicher noch“. Mutter Michaela ist da so einiges gewöhnt. Dreht sich doch bei sämtlichen Tischgesprächen alles um Autos und Basteleien. „Wenn es ins Detail geht, dann komme ich auch nicht mehr mit.“ Die Erklärung kommt dann aber prompt.

Trotzdem ist auch Mutter Swolana manchmal am Rand der Verzweiflung. Besonders dann, wenn auch auf dem Sofa keine Ruhe ist: „Mein Vater und ich quatschen auch beim Fernsehen oft über Autos“, sagt Christian und grinst. „Da greift meine Mutter dann schon mal ein.“ Für sie gehört das dazu und sie ist stolz, dass Christian etwas gefunden hat, was ihm so viel Spaß macht – und was er so gut kann. Während er erzählt, bastelt Christian immer wieder mit ruhigen Handgriffen an seinen Modellen herum – vollkommen entspannt und hoch konzentriert. Was liegt da näher als eine Ausbildung zum KFZ-Mechatroniker? Die sucht Christian allerdings gerade noch. Am liebsten würde er bei Opel arbeiten, im Sommer wird er mit der Schule fertig. Doch Christian ist die Ruhe selbst. Ein berufsbildendes Jahr als Mechatroniker an der Berufsschule ist für ihn auch eine Alternative: „Dann habe ich schon ein Jahr der Ausbildung geschafft und hatte viel Praxis.“ Er weiß, was er will. Und er weiß, was er tut. In Sachen Technik kann Christian keiner was vormachen.

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