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Reihe Nachtwachen

Berührendes Gesprächskonzert in der Aussegnungshalle

VREDEN Das "Alleluja" ließ keinen Platz für dunkle Gedanken: Ein musikalisches Erstrahlen setzte am Sonntagabend den berührenden Schlusspunkt einer nicht alltäglichen Veranstaltung an einem besonderen Ort.

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Besondere Atmosphäre beim Auftritt des Chors Cantamus

Claudia Schwanekamp, Catrin Grote und Gertie Kloster (v.l.) von Omega informierten.

Sterbebegleiterin Annegret Köllner im Gespräch mit Redakteur Thorsten Ohm

"Letzte Nacht", so war das Gesprächskonzert in der Aussegnungshalle des Vredener Friedhofes überschrieben. Musik, Gespräch und Texte näherten sich dem menschlichen Sterben an.

Der Blick auf die Nacht sollte dabei einen Schwerpunkt bilden. Denn die "Letzte Nacht", in Zusammenarbeit mit Omega Ahaus und Vreden durchgeführt, beendete zugleich die Reihe Nachtwachen. Sie hatte sich der dunklen Seite des Tages in ganz unterschiedlicher Weise an mehreren Abenden genähert. Stadt, Pfarrgemeinde, Volkshochschule und Musikforum Euregio hatten die Reihe seit dem Jahr 2014 gemeinsam getragen.

Passender Rahmen

"Die Nachtwachen haben Ungewöhnliches zusammengebracht und gegenseitig beleuchtet", blickte Pfarrer Guido Wachtel auf die Reihe zurück. Zum Nachdenken anregen, eine neue Sichtweise eröffnen - diesem Anspruch stelle sich auch die "Letzte Nacht". Aus ganz praktischen Gründen war die Reihe dafür umgezogen von der Stiftskirche in die Aussegnungshalle: Das historische Gotteshaus wird saniert. Der Ortswechsel musste kein Nachteil sein. Die Aussegnungshalle passte zum einen als Rahmen genau zum Thema. Zum anderen bot sich als Raum an, der Zuhörer und Akteure eng zusammenbrachte und eine intensive Atmosphäre ermöglichte.

Das Publikum spürte dies vom ersten Ton an, den der Dresdener Chor Cantamus erklingen ließ. Das galt erst recht für jene Stücke, bei denen sich die Sängerinnen und Sänger zum Vortrag im Raum verteilt hatten. Der ohnehin überaus klare Gesang der einzelnen Stimmen gewann dabei an zusätzlicher Räumlichkeit. Acht Lieder rund um Tod und Sterben füllten in drei Blöcken den eher kleinen Raum stimmgewaltig aus. Der Chor unter dem präzisen Dirigat von Marcus Friedrich schlug den Bogen vom Frühbarock bis in die Gegenwart, von der Todesahnung bis zur Feier der Hoffnung. Die sensible, wechselnde Ausleuchtung des Raumes verstärkte die musikalische Wirkung noch einmal.

Offen geantwortet

Der Chor schuf so eine Stimmung im Raum, die die Wahrnehmung der Textteile in einer Weise prägte, die ohne die vorangegangene Musik eine andere gewesen wäre. Was unterscheidet die Wache am Bett eines Sterbenden in der Nacht von der am Tag? Offen antwortete Annegret Köllner auf die Fragen von Redakteur Thorsten Ohm als Moderator, berichtete aus ihrer Arbeit als Sterbebegleiterin und machte deutlich: Das Sterben ist ein Stück des Lebens, und Menschen auf diesem letzten Stück zu begleiten, verändert auch den Blick der Begleiterin darauf.

Claudia Schwanekamp, Gertie Kloster und Catrin Grote von Omega hatten schliche Informationen mitgebracht. Ihre Texte vertieften die Erkenntnisse über die körperlichen Abläufe des Sterbens - Vorgänge, die jeden Menschen Schritt für Schritt über die eine, letzte Schwelle führen.

Nach dem großen Schlussapplaus konnten die Zuhörer noch bei einem Glas Wein nachhallen lassen, was die "Letzte Nacht" an vielschichtigen Gedanken und Gefühlen ausgelöst hatte.

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