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Betrieb aufrecht erhalten

Vreden Die drei Gesellschafter der Niessing GmbH konnten keine Einigung erzielen über das finanzielle Engagement eines weiteren Investors. Als Folge kündigten die Banken der Schmuckmanufaktur am Donnerstag die Kreditlinien - und Geschäftsführer Jochen Exner stellte am Freitag beim Amtsgericht Münster Antrag auf Insolvenz.

Betrieb aufrecht erhalten

<p>Die Zukunft der Schmuckmanufaktur Niessing liegt jetzt in den Händen des vorläufigen Insolvenzverwalters Michael Mönig (r.), der am Samstag mit Geschäftsführer Jochen Exner über die Lage des Traditionsunternehmens nach dem Insolvenzantrag berichtete. Winter-Weckenbrock</p>

Zahlungsunfähigkeit drohte dem Vredener Traditionsunternehmen - "ich musste als Geschäftsführer ordnungsgemäß handeln", erläuterte Exner am Samstag in einem Pressegespräch. Michael Mönig aus Münster wurde zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt und hatte sich bis Samstagmittag - die Inventur war sofort angelaufen - Einblick verschafft.

Ziel: Fortführen

"Es war jemand da, der einsteigen wollte. Der Preis wurde aber von den anderen beiden Investoren so hoch gesetzt, dass dieser abgesprungen ist", formulierte Mönig seine Einschätzung. Und wenn Investoren sich streiten, schaffe dies kein Vertrauen bei den Banken, ergänzte er. "Es besteht aber auch die Chance das Insolvenzverfahren zu nutzen um das Unternehmen mit einem Investor fortzuführen", blickte Mönig voraus, und machte deutlich: "Unser Bestreben ist, das Unternehmen zu 100 Prozent fortzuführen".

Denn: Aufträge sind vorhanden. "Wir schieben einen Auftragsbestand vor uns her", bekräftigte Jochen Exner.

Wegen finanzieller Engpässe in den vergangenen Monaten, zu deren Gründe sich gestern beide nicht näher äußern wollten, habe Niessing kein Material kaufen können, um sie auszuführen, erläuterte der Geschäftsführer.

Offensiver Umgang

Offensiv werde man mit der Lage umgehen, kündigte Michael Mönig an. Lieferanten und Kunden würden angeschrieben, "und das, was wir sagen, werden wir einhalten."

Es sei wichtig, dass die Arbeitsplätze erhalten blieben, "und das geht nur, wenn der Geschäftsbetrieb aufrecht erhalten wird", betonte der vorläufige Insolvenzverwalter.

Jochen Exner bleibe nach wie vor Geschäftsführer, "wichtige Dinge entscheiden wir zusammen", erläuterte Michael Mönig das Verfahren nach dem Insolvenzantrag. "Wir lösen uns jetzt aus einer Sackgasse nach dem Patt im Gesellschafterkreis", beschrieb Jochen Exner das für ihn Positive der Situation. Zuletzt waren die Familie Exner (36 Prozent), das Bremer Unternehmen ars aurea (als Anteilseigner für Park Venture, die 2005 als Investoren einstiegen) und Burkhard Volbert (ehemals für Park Venture weiterer Geschäftsführer bei Niessing, 20 Prozent) Gesellschafter.

"Weitermachen"

"Die Familie Exner steht voll hinter der Firma Niessing. Wir wollen weitermachen", betonte Exner. Michael Mönig geht davon aus, dass das Insolvenzverfahren zum 1. Januar 2009 eröffnet wird - wenn nicht, in dieser Einschätzung sind sich Exner und Mönig einig, zuvor eine andere Lösung gefunden werde. ewa

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