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Biogasanlage XXL

Vreden 150 000 Tonnen Gülle, 15 000 Tonnen Hühnerkot und 30 000 Tonnen Mais jährlich würde die Biogasanlage zur Speisung benötigen, die die Biogas Nord Anlagenbau GmbH aus Bielefeld im Industriegebiet Gaxel verwirklichen möchte - Dimensionen, die im Bauausschuss für unterschiedliche Reaktionen sorgten.

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So könnte es einmal im Industriegebiet Gaxel aussehen: Aus 13 Meter hohen und einen Durchmesser von 24 Meter zählenden Behältern soll die Anlage bestehen. MLZ-Foto Biogas Nord Anlagenbau

Hier am Ende der Lise-Meitner-Straße geht es über die Brücke ins Erweiterungsgebiet des Industriegebiets Gaxel. Auf dem Grundstück hinter der Hecke rechts hinten im Bild möchte der Investor die Anlage bauen. Heisterborg

Mehr Ablehnung als Begeisterung herrschte insgesamt, doch schließlich einigte man sich darauf, dem Antrag "mit Augenmaß" zu begegnen und viele noch offene Fragen klären zu lassen. Fachbereichsleiter Joachim Hartmann stellte eingangs klar: Die Anlage entspreche planungsrechtlich den Vorgaben des Bebauungsplans für das Industriegebiet.

Den Knackpunkt sehe die Verwaltung bei der Abwasserfrage: Das Unternehmen beabsichtige, am Ende der Produktionskette das wasserähnliche, so genannte Permeat direkt in den Vorfluter einzuleiten. Dies in einem Umfang von rund 100 000 Tonnen. Der Kreis als Bauaufsichtsbehörde und die Stadt seien sich aber einig in der Bewertung, dass es sich bei dem Permeat um Abwasser handelt, das - unabhängig von seiner Qualität - zur Kläranlage geleitet werden muss. Und zwar kostenpflichtig. "Wir denken, dass das stadtentwicklungspolitisch kein gutes Projekt ist", ließ Hartmann Skepsis erkennen.

Gerd Welper (Grüne) fand hingegen die Anlage sehr interessant und sprach sich dagegen aus, ihr Steine in den Weg zu legen. Ihm gefielen allein die vielen Anfahrten per LKW an dem Projekt nicht. Er appellierte, neutral an die Sache heranzugehen. Die Landwirte indes hatten sich ihre Meinung schon gebildet: "Dieser Schritt ist uns ein paar Nummern zu groß", betonte Hermann Geesink, CDU-Ratsherr und Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes Vreden.

Eher kleine Anlagen

30 000 Tonnen Mais bedeuteten 650 Hektar - zusätzlicher - Anbaufläche, "und 150 000 Tonnen Gülle - die sind auch in Vreden nicht aufzutreiben", merkte er an. "Es gehört nicht so eine riesige Anlage ins Industriegebiet, sondern viele kleine auf die Höfe", machte Geesink seine Meinung deutlich. Trotz aller Gegensätze: Die Verwaltung wurde beauftragt, Fragen zu städtebaulichen und sonstigen Auswirkungen zu klären. ewa

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