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Brunnenwasser im Blick

Vreden "Grundwasser in Vreden stark mit Nitraten belastet" meldet der VSR-Gewässerschutz. Eine Aussage, an der Kreis-Gesundheitsdezernent Dr. Gerhard Ettlinger einige Zweifel hegt.

Brunnenwasser im Blick

<p>Der VSR-Gewässerschutz sieht das Grundwasser in Vreden als stark Nitrat belastet an - das führe letztlich auch zu einer Belastung der Berkel (im Bild) und dadurch am Ende der Nordsee. Bütterhoff</p>

Der "VSR-Gewässerschutz" hat mit seinem mobilen Labor in Vreden Brunnenwasser untersucht: Interessierte können dazu Proben einreichen und gegen eine Gebühr untersuchen lassen. Dabei sei in einem privat genutzten Brunnen ein Wert von 197 Milligramm Nitrat pro Liter gefunden worden - der Grenzwert für Trinkwasser liegt bei 50 Milligramm pro Liter. Zum Trinken sei das Wasser nicht mehr geeignet, und auch beim Bewässern von Gemüse könne es zu einer Anreicherung von Nitrat in verschiedenen Gemüsesorten kommen.

Neben diesem einen Extrem-Ergebnis habe es nicht wenige weitere Proben gegeben, bei denen die 50-Milliliter-Schwelle überschritten worden sei: Das gelte für zwei Drittel der 33 Proben.

Der VSR-Gewässerschutz warnt in diesem Zusammenhang auch vor ökologischen Folgen: Das mit Nitrat belastete Grundwasser sickere in die Bäche und fließe über Berkel und Ijssel in die Nordsee. Dort wirke das Nitrat als Dünger und fördere das Algenwachstum. Verantwortlich für die Nitratbelastung von Grundwasser sei die Landwirtschaft: Werde zu stark oder zum falschen Zeitpunkt gedüngt, komme es zu einer verstärkten Auswaschung.

"Nur halbe Wahrheit"

"Natürlich darf man solche Messergebnisse nicht einfach abtun. Man sollte sie als Signal verstehen, genau hinzusehen", erklärte dazu Dr. Gerhard Ettlinger im Gespräch mit der Münsterland Zeitung: "Die Werte dieses Vereins sind aber nur die halbe Wahrheit." Zunächst sei bei den Proben nicht klar, ob sie tatsächlich aus der richtigen Tiefe eines Brunnens entnommen würden oder nicht doch nur in drei Metern gezogen würden - oder gar aus einem privaten Teich stammen: "Das verändert die Ergebnisse völlig." Wenn die Herkunft und die Qualität der Proben also ungeklärt seien, ließen sich Pauschalaussagen über die Grundwasserqualität im Raum Vreden nicht treffen.

Der Kreis selbst untersuche alle Brunnen, die für Trinkwassernutzung genutzt werden. Bei den amtlichen Messungen hätten 17 Prozent den Grenzwert überschritten. "Wir informieren und beraten in solchen Fällen die Brunnenbesitzer, wie sie für eine Verringerung des Nitratgehalts sorgen können." to

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