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Bundestagsabgeordneter soll wieder antreten

CDU-Mitglieder stärken Johannes Röring den Rücken

VREDEN/BORKEN. 86,1 Prozent der 213 anwesenden Mitglieder der CDU-Ortsverbände aus dem Bundestagswahlkreis 126 stimmten am Dienstag für Johannes Röring. Damit tritt der Ellewicker 2017 bei der Bundestagswahl erneut um ein Mandat im Bundestag an. Bei der Wahlkreisversammlung war dem Bundestagsabgeordnete aber vor dem Hintergrund der Tierquälerei-Vorwürfe deutliche Anspannung anzumerken.

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Johannes Röring (l.) erhielt 86,1 Prozent der Stimmen von den Mitgliedern aus den CDU-Ortsverbänden: Er soll 2017 mit deutlichem Rückenwind ins Rennen um das Bundestagsmandat gehen. CDU-Kreisvorsitzender Jens Spahn (r.) freute sich mit ihm über das gute Ergebnis. Die Vorwürfe, in seinem Schweinemaststall in Ellewick soll gegen den Tierschutz verstoßen worden sein, sorgten dennoch für eine angespannte Miene bei dem frisch gewählten Kandidaten.

Johannes Röring, CDU-Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis 126, Borken II, aus Vreden

In Zahlen: 180 Mitglieder stimmten für Johannes Röring, 29 votierten mit Nein, es gab drei Enthaltungen und eine ungültige Stimme. Somit tritt der 57-Jährige zum vierten Mal bei einer Bundestagswahl an. Seit 2005 vertritt der Ellewicker die Wähler aus seinem Wahlkreis im südlichen Kreisgebiet in Berlin. Zum Wahlkreis 126 zählen unter anderem auch Vreden, Stadtlohn und Südlohn.

"Du hast Rückenwind"

„Du hast Rückenwind hier im Kreis Borken.“ Das überzeugende Wahlergebnis und auch diese aufmunternden Worte seines Bundestagskollegen Jens Spahn zur erneuten Kandidatur für den Bundestag konnten Johannes Röring aber nicht wirklich aufmuntern. Seine Miene blieb bei der CDU-Wahlveranstaltung im Borkener Vennehof überwiegend angespannt. Es sind schwere Tage und Wochen für den Ellewicker Abgeordneten, Landwirt und Bauernpräsidenten. Nach der Veröffentlichung von Videoaufnahmen aus seinem Schweinemaststall im NDR-Fernsehmagazin „Panorama“ sieht sich Röring von Tierschützern zunehmend an den Pranger gestellt.

VREDEN Johannes Röring will wieder antreten. Der CDU-Politiker und Westfälische Bauernpräsident stellt sich am Dienstag zur Wahl für die Kandidatur um ein Bundestagsmandat. Kein leichter Zeitpunkt für den Abgeordneten: Tierschutzorganisationen kritisieren ihn massiv, werfen ihm Verstöße gegen das Tierschutzgesetz vor. Röring bestreitet weiterhin die Vorwürfe, Klage erheben gegen die Tierrechtler von Ariwa und Peta will er aber nicht.mehr...

Das war natürlich bei denCDU-Mitgliedern bei der Wahlveranstaltung am Dienstagabend schon vor der Borkener Stadthalle ein Thema. „Die Bauern haben nie gelernt, eigenes Marketing zu machen“, wurde die Problematik um Tierschutz und Tierwohl sowie die sich in den letzten Wochen verschärfende Diskussion schon vor dem Veranstaltungssaal an der Wurzel gepackt.

Mit ernster Miene

Im Saal stand der 57-jährige CDU-Bundestagsabgeordnete, mit Parteikollegen im Gespräch vertieft. „Hier ist ja unerwartet viel los“, blickte Kreisvorsitzender Jens Spahn bei seiner Begrüßung der Pressevertreter in die Runde. Die Aktualität der Ereignisse gab es her. Das Podium hatte sich längst mit der CDU-Spitze aus dem Kreis gefüllt, als Johannes Röring mit ernster Miene seitlich heranschritt, seinen Platz neben Jens Spahn einnahm und anfing, Unterlagen zu studieren – den Blick darin vertieft. Derweil sprach Jens Spahn bei seiner Begrüßung von einer Stimmung im Land, die derzeit „an vielen Stellen politisiert und polarisiert“ sei.

"Es werden Fronten aufgebaut"

Angespannt folgte Johannes Röring seinem Parteikollegen, der bekannt gab, dass es nur den Vredener als Vorschlag für die Wahlliste an diesem Abend gab. Vorgeschlagen vom Vredener Stadtverband und einigen anderen Ortsunionen. Bei der Vorstellung seines politischen Wirkens in den vergangenen elf Jahren im Bundestag spannte Johannes Röring dann den Bogen weit. Flüchtlinge, Finanzkrise, Staatsverschuldung, Arbeitsmarkt, Bildung oder Wirtschaft, der Politiker ließ kein Thema aus, auch nicht die derzeitige Diskussion um seine Person. „Es werden Fronten aufgebaut und Gräben vertieft“, sagte Johannes Röring, sprach von einer „Skandalisierung der Vorfälle um seinen Familienbetrieb“. Dabei ging er nicht näher auf die Vorfälle ein oder stellte diese in Abrede. Applaus erntete er aber von den CDU-Mitgliedern für seinen Einwurf, Bilder aus Einbrüchen dürften vor Gericht nicht als Beweise dienen.

Aus Hassmails zitiert 

Wie sehr seine Familie durch die Diskussion nach den Video-Veröffentlichungen getroffen ist, verdeutlichte Johannes Röring mit dem Zitat aus einer von vielen Hassmails, die ihn in diesen Tagen erreichen: „Diesem Menschen – damit meint er mich – wünsche ich von ganzem Herzen eine schlimme und unheilbare Krankheit.“ „Diese Hassmails können nicht ungestraft so weitergehen“, meinte Röring. Der Saal quittierte das mit Applaus. Trotzdem: Die Schärfe, auch von politischer Seite in die Sache gebracht, werde seine eigene Herangehensweise nicht ändern, betonte der Bundestagsabgeordnete. Er wolle weiterhin nicht poltern, sondern mit Diplomatie zu Ergebnissen kommen. „Eines geht nicht: Einbruch, Diffamierung, Hetze. Da stehen wir geschlossen an Deiner Seite“, stärkte Jens Spahn seinem Parteikollegen den Rücken, ehe er die Versammlung fragte ob noch jemand Fragen an den Vredener hat.

Kein CDU-Mitglied stellte Fragen

Wurde noch vor dem Vennehof über die Vorfälle im Röring-Stall diskutiert, so stand jetzt kein CDU-Mitglied auf und stellte Fragen. „Ich hatte schon damit gerechnet, dass noch etwas kommt“, meinte nach der Versammlung ein Vredener CDU-Mitglied etwas überrascht. Und: Er sei „entsetzt über die Aggressivität der Ereignisse“.

Nach dem Wahlgang, während der Stimmauszählung, sprach Landrat Dr. Kai Zwicker ein Grußwort. Er bescheinigte Johannes Röring, „immer versucht zu haben, für seine Standeskollegen das Bestmögliche herauszuholen“. Es war irgendwann im Verlauf der Rede: CDU-Kreisgeschäftsführer Markus Jasper hatte den Saal nach der Stimmauszählung wieder betreten und ein Blatt Papier vor sich auf den Tisch gelegt.

Kurzes Lächeln

Auch Versammlungsleiter Jens Spahn hatte seinen Platz neben Röring eingenommen. Da huschte das erste echte Lächeln über das Gesicht von Johannes Röring. Es war wohl der Moment, als er sein Wahlergebnis erfuhr. Es war nur ein kurzer Moment der ehrlichen Freude, der schnell wieder einer nachdenklichen Haltung wich – selbst beim Pressefoto mit Blumen.

Die Ereignisse der letzten Wochen sitzen bei Johannes Röring tief, das wurde am Dienstagabend sehr deutlich. Da hilft es auch nichts, dass die CDU fast geschlossen hinter ihrem Bundestagsabgeordneten steht.  

 

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