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Bücher und Kunstwerke

Das Leben an der Grenze wurde kreativ verarbeitet

VREDEN Die Nähe zur Grenze hat das Leben der Menschen in der Region lange geprägt. In einer neuen Serie wollen wir dem nachgehen. Im ersten Teil haben wir persönliche Erinnerungen an die Zeit der geschlossenen Schlagbäume veröffentlicht. Heute schlagen wir Bücher auf.

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Schmuggeln war für viele Menschen an der Grenze früher ein Stück Lebensalltag. Dieser Holzschnitt von Hermann Schlatt mit dem Titel „Up’n Schmuggelpatt“ stammt aus dem Band „Aus dem Vredener Grenzland – Wat’n Spill, wat’n Spill“ von Anton Terhürne-Jösner, erschienen als Band 46 der Reihe „Beiträge des Heimatvereins Vreden zur Landes- und Volkskunde“.

Das Leben an der Grenze beleuchtet eine Serie.

Kaum ein anderer Ort in der Region kann so ein breites Feld an Veröffentlichungen zur lokalen Geschichte vorweisen wie Vreden. Es verwundert nicht, dass auch das Thema Grenze in der einen oder anderen Weise immer wieder eine Rolle spielt. Dazu drei Beispiele:

Dass die Grenze auch in früheren Jahrhunderten immer wieder Grenzgänger hervorbrachte und wirtschaftliche Aktivitäten entfachte, zeigt ein Beitrag aus dem Band "Westfälische Geographische Studien: Der deutsch-niederländische Grenzraum zwischen Ems und Ijssel" von Reinhard Ittermann und Marcel Daniel. Ein Beitrag von Letzterem widmet sich den "Tödden", den Wanderhändlern des Grenzraums. "Ganze Dorfschaften hatten sich darauf spezialisiert, sowohl Eigenerzeugnisse als auch Güter aus anderen Teilen Deutschlands sowie aus dem Ausland auf oftmals weit entfernten Märkten anzubieten. (…) Im nordwestfälischen Raum waren es die sogenannten Tödden, die weite Wege zu ihren Zwischenhändlern und Abnehmern zurücklegten." Wer sich in die Lektüre vertieft, erfährt viel über jene Tödden, ihr System und ihre Handelsbeziehungen. Diese Form des Handels hielt sich noch bis zum Aufkommen der Eisenbahn Mitte des 19. Jahrhunderts.

Freunde der plattdeutschen Sprache kommen bestimmt auf ihre Kosten bei der Lektüre des Bandes "Aus dem Vredener Grenzland" von Anton Terhürne-Jösner, erschienen in der Reihe des Heimatvereins. Ein Kapitel ist dort auch dem Thema Schmuggeln gewidmet. Dabei erfährt der Leser, dass der "Handel" über die Grenze hinweg auch eine illegale Form hatte, die weitverbreitet war.

Kuriose Anekdoten

In den Bauerschaften des Kirchspiels Vreden, die an der Grenze liegen, gehörte das Schmuggeln früher für viele Leute zum Lebensalltag, schreibt der Autor. Dass es dabei dies- und jenseits der Grenze auch durchaus kurios zugehen konnte, zeigen die von Terhürne-Jösner liebevoll auf Platt skizzierten Anekdoten - zum Beispiel über den Hofhund, der auf "Kommiesen", also auf Zollbeamte, abgerichtet war (…) Als "Volkssport" galt das Schmuggeln auch den Behörden, wie ein amtlicher Vermerk von 1930 zeigt: "Es wird eine allgemeine Zunahme des Schmuggelns festgestellt", heißt es.

Auch diese Zeiten hatten ein Ende, und das schildert ein Beitrag im Band "Vreden an der Jahrtausendwende" von Dr. Hermann Terhalle. Der Wegfall der alten Grenzkontrollen machte ab 1993 die Zollämter überflüssig: "Was für ein Wandel war geschehen!"

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