Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Ein Zuhause auf Zeit gefunden

Vreden Wolfgang Bahr legt die Butterstückchen sorgsam in Reihen. Mit einer Maschine hat er sie gerade in eine appetitliche Form gebracht. Um ihn herum herrscht emsige Betriebsamkeit: Mehr als 150 Mahlzeiten verlassen auch an diesem Tag wieder die Küche des Antoniusheims.

Die Atmosphäre behagt dem Mittfünfziger. Er fühlt sich wohl im Team, in der ganzen Einrichtung, die vielen in Not geratenen Männern ein Zuhause gibt - für manche auf Zeit, für manche dauerhaft. "Das ist mir hier zur Heimat geworden", sagt Wolfgang Bahr. Seit mehr als fünf Jahren lebt er dort. "Bis ich hier vollständig drin war, hat es anderthalb Jahre gedauert." Nochmal selbstständig draußen zu leben - er glaubt nicht, dass er das schaffen könnte.

Ganz pragmatisch sieht Gerd Aldiek seine Lebenssituation: "Es ist besser hier als auf der Straße." Vor vier Jahren kam der gebürtige Bocholter ins Antoniusheim. Er liebt die Arbeit auf den Beeten und Feldern der Gärtnerei: "Da bin ich meist an der frischen Luft." Eigentlich ist er gelernter Metzger und Koch, berichtet er. Aber als er in Köckelwick ankam, gab es im Küchenteam keinen freien Platz. Eine glückliche Fügung, findet er und füttert seine acht Hühner. "Für den Stall habe ich gekämpft", zeigt er stolz auf die kleine Holzhütte mit dem umzäunten Gehege. Gleich daneben wartet hinter Koniferen ein gemütlicher Grillplatz: "Den haben wir gemeinsam angelegt."

Ein paar Meter weiter sucht Marco Berchem nach dem passenden Werkzeug. Es riecht nach Maschinenöl in der kleinen Hausmeisterei des Antoniusheims. Eine Umgebung, in der sich der 41-Jährige wohl fühlt: "Es gefällt mir hier gut." Autolackierer war er in seinem früheren Leben, später im Werkzeugbau. Da passt der Job, den er heute macht: "Ich fühle mich hier aufgehoben." Draußen war das anders. Er hat es noch mal versucht, kam aber wieder zurück.

Das Leben im Antoniusheim - keiner der Männer verhehlt, dass sie sich mal etwas anderes erträumt haben. Und dass es unter Männern mit Brüchen in der Biografie auch rauer zugehen kann. Aber sie teilen etwas, was viele von ihnen lange nicht mehr hatten: ein Zuhause. to

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Tödlicher Unfall

„Viele haben einfach zugeguckt“

Vreden Drei Jugendliche waren als erste am Unfallort an der Widukindstraße und leisteten Erste Hilfe. Dabei seien sie von mehreren Passanten alleingelassen worden, berichten sie.mehr...

Autoaufbruch vormittags in der Innenstadt

Auto vor der Vredener Polizei geparkt - trotzdem aufgebrochen

Vreden Mitten in der Innenstadt, am helllichten Tag und in Sichtweite der Dienststelle der Vredener Polizei-Bezirksbeamten haben Unbekannte am Samstag die Heckscheibe eines Autos aufgebrochen und Werkzeug gestohlen. Ganz schön dreist, findet nicht nur Alex Iking, der Autobesitzer. Die Polizei hat am Sonntag eine Personenbeschreibung der Tatverdächtigen veröffentlicht.mehr...

17-Jähriger tödlich verletzt

Tödlicher Unfall auf der Widukindstraße

Vreden. Bei einem Verkehrsunfall am Freitagabend ist ein 17-Jähriger ums Leben gekommen, ein 18-Jähriger wurde schwerst verletzt. Die Ursache für den Unfall, der sich in der Tempo-30-Zone in der Widukindstraße in der Innenstadt ereignete, ist nach Angaben der Polizei noch unklar.mehr...

Schulcampus 2020

Entweder Campus oder Stadion

Vreden Am Schulzentrum muss etwas geschehen, da sind sich alle einig. Die Verwaltung plant einen „Schulcampus 2020“. Jetzt wurde klar: Wenn der Campus kommt, kann das Widukindstadion nicht bleiben.mehr...

Der Lange Diek in Vreden wird zur Fahrradstraße

Vorrang für Radfahrer ist beschlossene Sache

Vreden. Auf der Straße zwischen Vreden und Ellewick haben Radfahrer künftig Vorrang. Autofahrer müssen sich aber auf noch mehr Regeln einstellen.mehr...

Amprion-Trasse in Vreden

Viele Fragen zur Stromautobahn bleiben offen

Vreden. Im Infomobil auf dem Marktplatz in Vreden blieben einige Anwohner-Fragen zur neuen Amprion-Trasse A-Nord unbeantwortet. Die Bürger konnten aber zumindest erfahren, ob sie innerhalb des betroffenen Korridors liegen.mehr...