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Forscherpraktikum

Grundschüler bringen Roboter in die Spur

VREDEN Es sind eigentlich Ferien in Nordrhein-Westfalen an diesem Herbstdonnerstag und -freitag. Doch im Gymnasium Georgianum wuseln über hundert Schüler durch die Klassenräume. Ganz freiwillig. Sie machen ein Forscherpraktikum, bei denen sie Roboter programmieren und selbst ein Computerspiel entwickeln.

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Oberstufenschüler Rick (M.) hilft den Viertklässlern Marco, Louis und Max (v.L) bei ihrem Forscherpraktikum: Im Gymnasium Georgianum haben sie in den Herbstferien gelernt, wie sie einen Lego-Roboter programmieren können. (2) Schäpertöns

Auf der Teststrecke.

"Es macht total viel Spaß, die Roboter zum Fahren zu bringen", erzählt der Viertklässler Max Seggeling aus Vreden. Er hat von dem Projekt von seinem Grundschullehrer erfahren. Und war sofort Feuer und Flamme. Nicht nur er und über hundert andere Schüler aus der vierten und fünften Klasse opfern zwei Tage ihrer Ferien, um in die Schule zu gehen.

Auch 15 ältere Schüler sind freiwillig als Mentoren dabei, um den Kindern bei den Aufgaben über die Schultern zu gucken. "Dafür, dass sie heute zum ersten Mal etwas programmieren, stellen sich die jungen Schüler ziemlich gut an", findet Abiturient Bernd Verwohlt.

Zwei Kurse

Drei Lehrer erklären den Nachwuchsforschern zunächst die Aufgaben, die sie dann selbstständig und in Teamarbeit lösen. Dabei gibt es zwei unterschiedliche Kurse mit technischem Fokus, die jeweils an einem Tag absolviert werden: Robotik und Animation von Computerspielen.

Gespannt blickt eine Gruppe Viertklässler auf ihren Legoroboter, der sich schnell auf einer kleinen Teststrecke fortbewegt. Die erste Kurve kommt und der Roboter verlässt die Bahn. "Das Rad hat sich nicht weit genug gedreht", stellt ein Schüler fest.

Ein Oberstufenschüler gibt ihnen einen Tipp: "Vielleicht müsst ihr das Gradmaß bei der Drehung des Rades erhöhen?" Das Forscherteam nimmt seinen Roboter und rennt zurück zu ihrem Laptop. Dort wird der Roboter nämlich anhand des Streckenverlaufs programmiert. Ganz schön kniffelig ist das.

Im nächsten Versuch klappt's

Dann der nächste Versuch. Und diesmal schafft es der Roboter um die Kurve. Doch die nächste Aufgabe wartet bereits. Ein Stockwerk höher geht es ein wenig ruhiger, aber nicht weniger spannend zu. Unter der Leitung von Informatiklehrer Andreas Kottemölle werden die Schüler spielerisch an das Thema Programmierung herangeführt. "Die Kinder sollen erst mal ein Gefühl dafür kriegen, wie so etwas funktioniert", erklärt Andreas Kottemölle. "Wir arbeiten mit einem einfachen, grafischen Programm, wo die Schüler sofort sehen, was sie programmiert haben und auch keine Fehler machen können."

Eine lange theoretische Einführung ist dafür nicht nötig. Bereits nach wenigen Minuten können die Schüler selbst anfangen, Figuren zu animieren.

Anmelderekord

"Die Fledermaus darf nicht die Geister berühren. Sonst sagt die ‚Aua'", erklärt der zehnjährige Mathis und versucht die Figur auf dem Bildschirm durch die sich bewegenden Geister zu lenken. "Ihr könnt die Geister auch etwas kleiner machen, dann ist es einfacher", gibt Andreas Kottemölle als Tipp.

Die Schüler haben beim zweitägigen Forscherpraktikum offenbar großen Spaß. "Es ist besser als normaler Unterricht", findet Mathis. Seit einigen Jahren findet dieses Projekt am Ende der Ferien statt, in diesem Jahr wird der Fokus zum ersten Mal auf Technik gelegt.

Das bescherte dem Forscherpraktikum einen Anmelderekord. Über 100 Teilnehmer waren dabei. Am Ende der nächsten Sommerferien findet dann das nächste Forscherpraktikum statt, mit dem Schwerpunkt Chemie. In den Herbstferien wird das Praktikum wieder mit dem technischen Fokus angeboten.

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