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Giftköder

Hundehalter sehen ihre Vierbeiner bedroht

VREDEN Emotionale Stimmen bei Facebook, eine starke Nachfrage nach Maulkörben im Handel: Angst macht sich breit bei vielen Hundehaltern im Raum Vreden. Sie befürchten, dass ihr Vierbeiner beim nächsten Spaziergang einen Giftköder schlucken könnte.

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Katharina Klima und ihre Hündin Madeleine

So sehen die Giftköder aus.

Ausgelöst hatte diese Welle der Verunsicherung ein Vorfall in der vergangenen Woche. Die Stadt Vreden war damit an die Öffentlichkeit gegangen, um zu warnen. Inzwischen mehren sich aber die Meldungen – vor allem über das soziale Netzwerk Facebook im Internet. Dort hat auch Katharina Klima öffentlich gemacht, was ihrem Hund jetzt passiert ist. Nur wenige Minuten entschieden im Fall der weißen Schäferhund-Mix-Hündin Madeleine über Leben und Tod. Katharina Klima war auf ihrer täglichen Runde mit Madeleine, als es passierte: „Ich hatte mich einmal kurz umgedreht. Als ich wieder hinschaute, sah ich, dass sie etwas frisst.“ Katharina Klima war auf dem Venndiek unterwegs. Sie reagierte blitzschnell, denn ihr war sofort klar: Ihre Hündin hatte offensichtlich einen Giftköder geschluckt: „Das sah aus wie Fleisch mit rotem Granulat darauf.“ Keine Sekunde zu spät traf Madeleine beim Tierarzt ein. Er konnte den Vierbeiner retten: „Wenn wir etwas später da gewesen wären, hätte sie keine Chance mehr gehabt.“ Inzwischen hat sich das Tier etwas erholt.

Seine Besitzerin aber hatte Angst, dass das noch einmal passieren könnte. Deshalb hat sie für Madeleine einen Maulkorb besorgt. Der verhindert, dass ein Hund die Schnauze so weit öffnet, dass er etwas aufnehmen kann. Maulkörbe sind derzeit ein gefragtes Gut in der Region, bestätigt auch der örtliche Handel. Anscheinend gehen viele Hundehalter nun auf Nummer Sicher. Katharina Klima hofft, dass die Verantwortlichen für die Giftköder schnell zur Rechenschaft gezogen werden. Sie hat auch erschreckt, dass der oder die Unbekannte so massiv vorgingen: Die Anwohnerin entdeckte eine ganze Anzahl unterschiedlicher Köder, auch Käse war dabei. Sie hat alles aufgesammelt und sichergestellt: „Hier leben ja auch viele Kinder. Die sind ja dadurch auch gefährdet.“

Dass Gefahren-Potenzial sieht auch Jürgen Depenbrock. Er leitet bei der Stadt den Fachbereich „Öffentliche Sicherheit und Ordnung“. Depenbrock sagt im Gespräch mit der Münsterland Zeitung: „Wir haben natürlich auch wahrgenommen, dass das Thema viele Hundehalter stark berührt.“ Als die konkrete Erstmeldung auf den Tisch kam, sei die Stadt bewusst damit in die Öffentlichkeit gegangen. Sie betraf den Bereich der Hundeauslauffläche nahe des Friedhofes. Aufgrund der Veröffentlichung habe sich ein weiterer Betroffener bei der Stadt gemeldet. „Viele Hundehalter rufen uns an und fragen nach“, sagt Depenbrock. Weitere Fälle seien der Stadt jedoch bislang noch nicht gemeldet worden.

Depenbrock bekennt, dass es nicht einfach sei, den Täter zu ermitteln. Er setzt seine Hoffnung darin, dass sich Zeugen melden, die entsprechende Beobachtungen machen – Hundehalter oder Jogger, die draußen unterwegs sind: Entweder bei der Polizei oder auch direkt im Ordnungsamt und Tel. 30 31 25. Die Chancen seien nicht schlecht, denn die Öffentlichkeit sei jetzt sehr sensibilisiert. Das zeichnet sich übrigens auch in der Diskussion ab, die über die Vorfälle in Vreden auf Facebook stattfindet. Zahlreiche Posts bekunden Betroffenheit und debattieren verschiedene Facetten des Themas. Dort findet sich auch ein wichtiger Hinweis, den Jürgen Depenbrock auch im Gespräch mit der Münsterland Zeitung gibt: „Wer Giftköder auslegt, kommt mit dem Gesetz in Konflikt – und muss mit Konsequenzen rechnen.“ 

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Katharina Klima und ihre Hündin Madeleine

So sehen die Giftköder aus.

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