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Makler wegen Mietbetrugs verurteilt

Schön gewohnt in Vreden, aber nicht dafür bezahlt

Vreden. Schön wohnen, aber nicht bezahlen. So hat ein Immobilienkaufmann einen Vredener Vermieter betrogen. Vor Gericht gab es jetzt die Quittung.

Schön gewohnt in Vreden, aber nicht dafür bezahlt

Sein Geld verdient der Angeklagte nach eigenen Angaben mit dem Verkauf von Immobilien. Für Miete gibt der 46- Jährige seinen Verdienst aber anscheinend nur ungern aus. Wegen zwei Fällen, in denen er keine zahlte, wurde der Mann jetzt verurteilt. Auch ein Vredener Vermieter gehört zu den Geschädigten.

Um zwei Anklagen wegen Betrugs gegen den 46-jährigen Mann aus Mülheim an der Ruhr und seine 50-jährige Lebensgefährtin aus den Niederlanden ging es vor dem Amtsgericht Ahaus. Im Juli 2017 schaute sich das Paar eine Doppelhaushälfte in Vreden an. „Er prahlte damit, dass er bald auch einen Mercedes als Firmenwagen fahren würde. Es hörte sich alles so an, als hätte er richtig Geld“, erinnerte sich der Vermieter in seiner Zeugenaussage. Das Gehalt der Frau als Verkäuferin – rund 1300 Euro – reichte dem Vermieter nicht aus, um einen Mietvertrag abzuschließen. Schließlich sollte die Doppelhaushälfte 1080 Euro im Monat kosten. Doch die Lohnabrechnung des Mannes überzeugte den Vermieter schließlich. Demnach sollte der Angeklagte fast 4000 Euro brutto verdienen.

Zweifelhafte Abrechnung

Diese Abrechnung kam dem Richter jedoch komisch vor: Die Firma gebe es an der genannten Adresse nicht, die Krankenkasse kenne den Mann nicht und habe auch keine Zahlungen erhalten und auf dem angegebenen Konto seien keine entsprechenden Zahlungen eingegangen. Doch der Angeklagte bestand darauf, dass die Abrechnung echt sei. „Die Zahlungen habe ich in bar erhalten, netto“, sagte er. Auf Nachfrage nannte er sogar Namen von Arbeitskollegen, mitsamt Adresse. „Haben Sie eine Einkommenssteuererklärung gemacht?“, fragte der Richter nach. „Nein, das muss ich noch machen.“ Bei diesen Worten platzte dem Richter der Kragen. „Wenn sich herausstellen sollte, dass das alles falsch ist, was Sie hier erzählen, dann müssen Sie bei der Schadenshöhe mit einer Freiheitsstrafe rechnen.“

Der Verteidiger, der erst am Abend vor der Verhandlung das Mandat übernommen hatte, beantragte eine kurze Unterbrechung, um die Vorwürfe mit dem Angeklagten zu besprechen. Danach gestand der 46-Jährige: die Abrechnung ist falsch. Wie sie zustande gekommen ist, wollte er nicht erklären. „Aber ich bin froh, dass jetzt alles auf dem Tisch ist. Das hat mir schon Bauchschmerzen bereitet.“

Doppelhaushälfte bis zur Zwangsräumung bewohnt

Im August 2017 zog der Mann mit seiner Lebensgefährtin in die Doppelhaushälfte in Vreden. Weder die Kaution noch die Miete bezahlte das Paar. Fast ein halbes Jahr lang ging das so, dann wurde die Wohnung zwangsgeräumt. „Bis zum letzten Tag sind sie geblieben. Erst in der Nacht vor der Räumung sind sie verschwunden und haben den Schlüssel von außen stecken lassen“, sagte der Vermieter.

Der Angeklagte ist bereits zweifach vorbestraft wegen Betruges. Nur sechs Wochen vor Abschluss des Mietvertrags in Vreden war eine Bewährungsfrist wegen Betruges gegen den Mann abgelaufen. Kurze Zeit nach dem Wegzug aus Vreden unterschrieb das Paar einen Mietvertrag für eine Wohnung in Mülheim/Ruhr. Wieder mit falscher Lohnabrechnung, ohne Miete und Kaution zu bezahlen. Diese dichte Abfolge der Taten und die Höhe des Schadens – rund 10.000 Euro – veranlassten die Staatsanwältin dazu, eine Gefängnisstrafe zu fordern. Der Richter verurteilte den 46-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr, die für drei Jahre auf Bewährung ausgesetzt wurde. In dieser Zeit darf sich der Mann nichts zuschulden kommen lassen und muss sich regelmäßig bei einem Bewährungshelfer melden – sonst geht er ins Gefängnis.

Das Verfahren gegen seine niederländische Lebensgefährtin wurde abgetrennt. Da sie von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machte, muss nun in einem weiteren Verfahren mit Zeugen geklärt werden, wie viel sie über die falschen Abrechnungen und die Einkommensverhältnisse ihres Lebensgefährten wusste.

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