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Fair-Trade-Stadt

Vreden-Tüte: Zu schön zum Wegwerfen

Vreden Ab dem Hamaland-Tag ist die "Vreden-Tüte", eine Mehrweg-Tragetasche aus recyceltem Kunststoff, bei den Vredener Einzelhändlern zum Preis von 1,50 Euro erhältlich. Sie soll beim Einkauf in den Vredener Geschäften die Einweg-Plastiktüte ersetzen.

Vreden-Tüte: Zu schön zum Wegwerfen

Citymanagerin Aylin Meßing-Branse, Fachabteilungsleiterin Christine Grünewald-Tentrup und Stadtmarketing Geschäftsführerin Karin Otto (v.l.) mit der Vreden-Tüte.

Das erfuhren die rund 70 Teilnehmer einer Infoveranstaltung am Donnerstagabend im Rathaus. Eingeladen hatte die Steuerungsgruppe "Fair-Trade-Stadt Vreden", zu der Vertreter der Stadt Vreden, des Eine-Weltladens Vreden und des Eine-Weltkreises sowie der katholischen und evangelischen Kirchengemeinden gehören. Außerdem beteiligen sich an der Aktion gegen Plastikmüll die Sekundarschule und das Citymanagement Vreden.

Ökologische Folgen des Plastikmülls

"Wir bedanken uns bei allen Beteiligten für den Einsatz; der Titel Fair-Trade-Stadt muss in diesem Jahr neu zertifiziert werden", erklärte Erster Beigeordneter Bernd Kemper. Anschließend referierte Lukas Reinhardt, Greenpeace, über die ökologischen Folgen des Plastikmülls und stellte die Münsteraner Plastiktüten-Kampagne vor. So würden in Deutschland 71 Plastiktüten pro Jahr von jedem Einwohner durchschnittlich verbraucht. Davon kämen nur 40 Prozent in den gelben Sack und würden recycelt. Für ein großes Problem sorge jede Plastiktüte, die mit einer hohen Schadstoffbelastung verbrannt würde oder in der freien Natur lande.

Negative Perspektiven

"Die Plastiktüte im Meer verwandelt sich in Mikroplastiken, gelangt in die Nahrungskette, hat schwer vorhersehbare Auswirkungen auf das Ökosystem und man befürchtet, dass es im Jahr 2050 mehr Plastik als Fische im Meer gibt", hob Lukas Reinhardt hervor. Jeder hätte bereits jetzt Plastik-Schadstoffe im Körper. "Die Plastiktüte ist leider nur die Spitze des Eisberges, wir müssen viel mehr für den Meeresschutz tun", betonte Lukas Reinhardt. Als eine Lösung fordere Greenpeace das Verbot von Einwegplastiktüten. In Münster hätte man bereits 40 Geschäfte davon überzeugt, auf Plastiktüten zu verzichten. Der Zoo beteilige sich an der Aktion und zurzeit gebe es Verhandlungen mit den Betreibern des Wochenmarkes.

Anschließend stellte Janno Buning, Azubi von Laudert, den Gestaltungsprozess der Vreden-Tüte vor: "Inspiriert hat uns die Umwelttasche aus Billerbeck. Die Vreden-Tüte wurde mit der Ansicht von Vreden gestaltet, ist schwarz, groß, hat einen langen Henkel und wird aus recycelten Kunststoff hergestellt." Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch dankte ihm und Hermann Breuers von der Ausbildungsakademie des Unternehmens: "Es ist etwas entstanden, mit dem man gut durch die Stadt laufen kann."

Akzeptanz schaffen

Karin Otto, Geschäftsführerin des Stadtmarketings Vreden, kündigte an, dass der Einzelhandel noch besondere Konditionen bekommen würde. "Der Preis der Tüte wird die Akzeptanz deutlich erhöhen und ich denke, da passen auch knitterfreie Anzüge hinein", merkte Bernd Kemper an, Sprecher der Steuerungsgruppe "Fair-Trade-Stadt Vreden".

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