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Zum Dank gab's Wacholder

Vreden Seit 50 Jahren leitet Ewald Tillmann den Kirchenchor in St. Antonius Abt. Ammeloe. Über sein musikalisches Leben und Wirken sprach Anne Winter-Weckenbrock mit dem 76-Jährigen, der von 1958 bis 1996 auch Schulleiter in Ammeloe war.

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Ewald Tillmann ist Organist und Kirchenchorleiter in Ammeloe. Winter-Weckenbrock

Ein Bild aus dem Jahr 1962: Ewald Tillmann (sitzend, rechts) hat seit vier Jahren den Kirchenchor unter seiner Leitung und - wie gut zu sehen ist - auch schon einige Schülerinnen und Schüler zum Mitsingen motiviert. privat

Was ist für Sie das Besondere am Singen in der Gemeinschaft?

Tillmann: Ich singe ja nicht mit (lacht). Aber ich bin schon früh mit dem Singen im Chor angefangen, in meiner Heimat Rhedebrügge war ich mit acht, neun Jahren im Kirchenchor. Mein Vater war dort Schulleiter und Organist. Damals war Kriegszeit und wir mussten oft Requiems in Seelenämtern singen. Den lateinischen Text konnten wir nicht verstehen, aber wir konnten ihn auswendig.

Weil Sie schon als Kind gesungen haben, haben Sie die Ammeloer dann auch dazu ermuntert?

Tillmann: Ja. In der Schule habe ich geguckt, wer so mitsingen könnte. Die Kinder hatten das bislang noch nie gemacht und sangen gerne in Chor. Bis 22 Uhr aufbleiben beim Cäcilienfest war ja auch etwas ganz Besonderes.

Das traf sich also gut, dass sie 1958 Schulleiter in Ammeloe wurden?

Tillmann: Ich hatte Lehramt mit Schwerpunkt Musik studiert, also hat Pastor Grewe mich schon nach ein paar Monaten, nachdem ich Leiter der Volksschule geworden war, gefragt, ob ich den Kirchenchor leiten wolle. Ich habe nicht lange überlegt...

Erinnern Sie sich an die erste Probe?

Tillmann: Da waren auf jeden Fall sehr viele da. Aber auch heute noch haben wir rund 25 Chormitglieder.

Und an den ersten "Lohn"?

Tillmann (schmunzelt): In den ersten Jahren hab ich vom Pastor eine Flasche Wacholder und zwei, drei Schachteln Zigaretten auf dem Cäcilienfest als Dankeschön bekommen.

War es eine besondere Herausforderung, die Stimmen der Kinder mit denen der Erwachsenen zu koordinieren?

Tillmann: Ach, man musste schon mal öfter proben. Wir sind ja kein Profi-Chor. Aber wir haben das gut hinbekommen. Später haben wir dann ja auch einen eigenen Kinderchor gegründet.

Sie müssen in den 50 Jahren doch Generationen von Ammeloern erlebt haben als Rektor und Chorleiter...

Tillmann: Ja, im Chor gibt es auch Familien, in der traditionell im Kirchenchor gesungen wird. Und wir haben auch viele sehr treue, jahrzehntelange Mitglieder.

Gibt es denn immer noch etwas Neues einzustudieren für die Sonntags- und Feiertagsmessen nach so langer Zeit?

Tillmann: Es gibt so viele Stücke, und ich wähle immer passende für den Chor aus. Viele Messen von Bruckner, Haydn, Mozart oder Stehle. haben wir schon gesungen. Wir üben einmal die Woche anderthalb Stunden und haben 20 bis 25 Auftritte im Jahr.

Und nicht nur in Ammeloe? Tillmann: Nein, wir singen eigentlich traditionell einmal im Jahr woanders. Zum Beispiel auch in Kamen-Heeren, wo unser Sohn Berno einen Chor leitet. Berno hat auch schon mit acht Jahren im Kirchenchor mitgesungen.

Seit 1997 sind Sie nicht nur Chorleiter, sondern gleichzeitig auch Organist...

Tillmann: Das geht schon, da muss ich macnhmal kurz die Hand heben oder gucken. Aber der Chor und ich sind schon froh, wenn uns Andreas Gericks an der Orgel begleitet.

Das Singen liturgischer Stücke hat sicher Priorität. Aber werden auch weltliche Lieder gesungen zu geselligen Anlässen?

Tillmann: Auf Feiern von Chormitgliedern singen wir immer einige weltliche Lieder. Geselligkeit wird natürlich auch gepflegt. Zum Beispiel beim Eiersingen: Chormitglieder besuchen zu Osten die Ammeloer Haushalte und sammeln Geld für Anschaffungen wie etwa Noten.

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