Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Zweckmäßig und praktisch

Vreden Die "Katholische Arbeiter-Kolonie St. Antoniusheim" in Köckelwick feiert in diesem Jahr ihr hundertjähriges Bestehen. In einer Serie wird die wechselvolle Geschichte der Einrichtung beleuchtet.

Zweckmäßig und praktisch

<p>Eine frühe Ansicht des Antoniusheims (um 1912) in Köckelwick, das vom Verein für katholische Arbeiterkolonien in Westfalen erbaut wurde. MLZ-Fotos (2) Archiv St. Antoniusheim</p>

Nach der Eröffnung im Mai 1908 wuchs die Anlage in den darauf folgenden Jahren in rascher Folge. Weitere Gebäude entstanden. Dazu zählen ein großes Wirtschaftsgebäude mit Mühle, eine Bäckerei und eine Waschküche, ein Pferdestall, eine neue Scheune und Werkstattgebäude mit Schreinerei und Schmiede sowie die Kapelle, deren Grunsteinlegung auf den 30. Juni 1912 datiert ist.

Beim Bau der zahlreichen Gebäude orientierte sich der Verein für katholische Arbeiterkolonien in Westfalen an den Erfahrungen, die mit anderen Einrichtungen gesammelt wurden. Übersichtlich, zweckmäßig und praktisch lautete die Maxime. Wert legten die Bauherren darauf, dass den Kolonisten - "Kolon" stand zur damaligen Zeit für Landarbeiter - geräumige, luftige Schlafsäle und große, helle Aufenthaltsräume zur Verfügung standen. Im Juni 1913 wurde auf dem Gelände ein eigener Friedhof angelegt. Planmäßig untergebracht werden konnten 200 Menschen. Im Notfall - das heißt vor allem in den kalten Wintermonaten - wuchs ihre Zahl auf 250 und mehr.

Kost und Logis

Innerhalb der ersten fünf Jahren beherbergte die Einrichtung insgesamt 2805 Kolonisten, die durchschnittlich rund zwei Monate blieben und in der Kolonie gegen Kost und Logis Arbeiten verrichteten. Hinzu kamen bis zu 500 durchreisende Stationsgäste pro Jahr. Während des Ersten Weltkrieges ging die Zahl der Kolonisten erheblich zurück. Dies belegt eine Mitteilung an den Deutschen Versicherungs-Verein in Stuttgart vom 7. April 1916. Im April desselben Jahres waren dort 85 Menschen beschäftigt. Auch Kriegsgefangene und Fliegerwachangehörige waren dort untergebracht. Darüber hinaus existierte ein Zivilgefangenenlager auf dem Gelände.

Insgesamt verlief das Leben im Antoniumsheim in ruhigen Bahnen. Die Teuerung durch die Inflation machte es notwendig, die Zahl der Kolonisten auf 70 bis 80 zu begrenzen. Die Kolonie erhielt vom Deutschen Caritasverband eine Beihilfe in Höhe von einer Mio. Mark.

Invalide

Seit 1931 nahm das Heim auch wegen Invalidität Erwerbsunfähige auf. "Es kann nicht der Hauptzweck der Arbeiterkolonien gewesen sein und insbesondere nicht in der heutigen Zeit sein, nur voll arbeitsfähigen Wanderern eine Zuflucht zu bieten", hieß es dazu in einem Schreiben des Landeshauptmanns von 1931. Auch junge Menschen, die einen freiwilligen Arbeitsdienst leisteten, waren willkommen. kh

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Bürgerstiftung Vreden ruft zu Spenden auf

Eine neue Vitrine für das Hungertuch ist das Ziel

Vreden Das Vredener Hungertuch wurde 2013 eingelagert und seitdem nicht mehr ausgestellt. Das soll sich nun ändern. Dafür bedarf es der Unterstützung aus der Bevölkerung.mehr...

Anwohner sind genervt von B70-Straßenlärm

Fahrgeräusche von Autos und LKW stören Idylle in der Blumensiedlung

Vreden. Anwohner der B70 finden den dauerhaften Straßenlärm unerträglich. Der Weg zu einer neuen Lärmschutzwand ist aber steinig. Wir haben mit den den Anwohnern gesprochen.mehr...

Ehemaliges Brauhaus in Vreden wird abgerissen

Eigentümer plant Neubau mit Wohnungen und Gastronomie

Vreden Die Entscheidung ist gefallen: Das ehemalige Brauhaus in der Vredener Innenstadt wird abgerissen. In einer Sitzungsvorlage für die nächste Ratssitzung wird das erstmals offiziell kommuniziert. Auf dem Grundstück soll ein Neubau entstehen. Ein Gerücht ist damit vom Tisch.mehr...

Schöffin Ilse Langer

„Laienrichter“ als Vertreter des Volkes gesucht

Vreden Wer als Schöffe an Gerichtsverhandlungen teilnimmt, erfüllt eine wichtige und interessante Aufgabe, findet Ilse Langer. Sie muss es wissen, denn als Schöffin hat sie schon einiges erlebt. mehr...

Zu hohes Tempo wohl Ursache für Unfall in Vreden

Blumen und Kerzen erinnern an Unfallopfer

Vreden „Ich vermisse dich und bin ganz traurig“ – eine letzte Botschaft hat jemand seinem „besten Freund“ mit auf den Weg gegeben. Auch weiße Rosen und Kerzen liegen dort, wo am Freitag ein 17-jähriger Vredener starb.mehr...

Jugendliche Ersthelfer bei tödlichem Unfall in Vreden

17-Jähriger starb: „Viele haben einfach zugeguckt“

Vreden Als am Freitagabend ein 17-Jähriger bei einem Unfall in Vreden starb, waren drei Jugendliche als erste am Unfallort an der Widukindstraße und leisteten Erste Hilfe. Was sie berichten ist erschreckend: Sie seien von mehreren Passanten alleingelassen worden. mehr...