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Weltweit sicher handeln

BOCHUM Ob Hochofenglocken nach Argentinien, Industrieöfen nach Tunesien, Maschinen nach Indien, Isoliermaterial nach Marokko oder Damast nach Westafrika - das Auslandsgeschäft Bochumer Unternehmen brummt.

Als Hersteller liefern sie hochwertige Produkte in alle Welt, als Händler nutzen sie günstige Produktionskosten im Ausland und importieren Textilien, Accessoires oder Computerteile.

Ein globalisierter Markt, von dem immer mehr mittelständische Bochumer Firmen profitieren wollen. "Und sollen", macht Auslands-Expertin Sabine Eckert Mut, Grenzen zu überschreiten. Aber nur nach klaren, international anerkannten und verbindlichen Regeln: "Sonst gibt es am Ende ein böses Erwachen."

Wie es unlängst ein Fan-Artikel-Händler erlebte, der 150 000 Paar Fußballschuhe mit einem Vereinslogo bei einem Hersteller in Asien bestellte. Die Warnungen der Fachfrau für das Auslandsgeschäft bei der Sparkasse Bochum stieß er in den Wind. "Vertragliche Vereinbarungen wie paarweise, nach Größe, in Klarsichtbeuteln verpackt hielten die Verantwortlichen für überflüssig", erzählt Sabine Eckert. Geliefert wurde ein Container, angefüllt mit 300 000 einzelnen Fußballschuhen. "Es dauerte Tage, diese Masse zu sortieren", erinnert sich Sabine Eckert. Kosten, die das Unternehmen tragen musste.

Existenzielle Probleme

Mittelständische Unternehmen ohne Erfahrung im Auslandsgeschäft könnten aus reiner Unwissenheit schnell existenzielle Probleme bekommen, weiß die Expertin. "27 500 Insolvenzen gab es im vergangenen Jahr durch nicht abgesicherte Forderungen", nennt Sabine Eckert erschreckende Zahlen. Denn nach wie vor ist Deutschland Export-Weltmeister.

Dabei lauert die Gefahr nicht nur bei Geschäften mit windigen Partnern auf fernen Kontinenten, sondern auch direkt vor der eigenen Haustür, beim so vertrauten Nachbarn. Denn 65 Prozent der deutschen Auslandslieferungen gehen in den europäischen Raum.

Beispiel Italien: "Wenn man nicht weiß, dass in Italien frühestens nach 90 Tagen, mit Verzögerung dann meistens noch später, gezahlt wird, kann man schnell Probleme bekommen", verdeutlicht Sabine Eckert. Wer so einen kostenintensiven Auftrag dann vorfinanzieren musste, sein Geld aber nicht zum erwarteten Zeitpunkt erhält, gerät schnell in Zahlungsschwierigkeiten.

Alles genau festlegen

Doch solche Unsicherheiten und Risiken sind nicht nötig. Wenn alles bis ins kleinste Detail ganz genau festgelegt und niedergeschrieben wird, können diese Geschäfte in Ruhe und für alle Seiten erfolgreich abgewickelt werden. Ware, Lieferumfang, Lieferdatum, Zahlungstermin - das alles sind Punkte, die bei Auslandsgeschäften im Im- und Export verbindlich festgeschrieben werden sollten.

"Nur wenn die Dokumente bis ins kleinste Detail stimmen und die Ware dem entspricht, was bestellt wurde, gibt es Geld", betont die Expertin. Umgekehrt wird aber erst geliefert, wenn die Bezahlung verbindlich gesichert ist. Eckert: "So sind beide Partner auf der sicheren Seite: In Bochum wie im Rest der Welt."

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