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Ein Jahr Amerika

Au Pair für drei kleine Models

WERNE Vera Bänfer geht als Au Pair für ein Jahr nach Amerika. In drei Wochen geht es los. Die Absolventin des Anne-Frank-Gymnasiums erzählt uns von ihren Erwartungen, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu entdecken.

Au Pair für drei kleine Models

Vera Bänfer geht für ein Jahr in die USA nach New York. Für ihren Abschied schenkten die Handballkolleginnen ihr ein Mannschaftsbild.

Die Offenheit und Lockerheit der Menschen und die riesigen Städte haben mich schon immer fasziniert. Vor drei Jahren, kurz vor meinem Realschulabschluss, zeigte mir meine Mama einen Flyer der Organisation „Cultural Care Au Pair“ und fragte mich, ob das nicht was für mich wäre. Ich war sofort hellauf begeistert und ließ mich in die Kartei aufnehmen. Meine Bewerbung schrieb ich vor einem Jahr. Als Referenzen musste ich 200 Stunden Kinderbetreuung nachweisen. Kein Problem: Ich habe schon immer auf meinen kleinen Cousin, Nachbarskinder und Kinder von Bekannten aufgepasst. Zudem gebe ich seit vier Jahren Englisch-Nachhilfe. Meine Englischlehrerin beurteilte meine persönliche Referenz.

Im Januar erhielt ich Nachricht von meiner Gastfamilie aus Long Island in New York. Eine Stunde nach der Mail skypte ich mit der lustigen amerikanischen Mama von drei kleinen Mädels. Nach zwei Wochen Mail- und Skypekontakt stellte sie mir die Frage: „Would you like to be our au pair?“ Ich stimmte sofort zu. Drei Mädchen im Alter von zehn, acht und sechs Jahren werde ich betreuen. Sie sind jeden Tag bis 15 Uhr in der Schule, dann hole ich sie ab, mache mit ihnen Hausaufgaben, spiele, gehe schwimmen, Fahrrad fahren oder ich bringe sie zu ihren Freizeitaktivitäten wie Turnen, Cheerleading oder Tanzen. Da sie modeln, müssen sie samstags nach New York City zu ihrer Schauspielschule gebracht werden. Ein Mädchen spielt sogar in den Filmen „27 Dresses“ mit und in „World Trade Center“ an der Seite von Nicholas Cage mit.

Mein wöchentliches Gehalt ist etwa 200 Dollar. Ich wohne in Garden City. Die größte Mall von New York liegt nur 15 Minuten von unserem Haus entfernt. 20 Minuten nach NYC und 20 Minuten zum Strand. Da ich jeden Tag bis 15 Uhr frei habe, den halben Samstag und den ganzen Sonntag, muss ich mir natürlich ein paar Hobbies suchen. Handball kann ich in Amerika nicht spielen. Mein Gastpapa Kenneth ist auch sehr sportbegeistert und freut sich darauf, sich in seinem selbst gestalteten amerikanischen Fernsehkeller mit mir Baseball- und Footballspiele anzusehen. So langsam wird alles ziemlich aufregend. Alle Formalitäten sind mittlerweile erledigt. Ich musste ein Visum beantragen, ein polizeiliches Führungszeugnis, einen internationalen Führerschein und eine Versicherung abschließen. Als das alles erledigt war, wurde mir klar, dass es jetzt langsam ernst wird. Meine Abreise war immer noch so weit weg und jetzt fange ich schon langsam an zu packen. Das ging alles jetzt sehr schnell, aber ich kann es mittlerweile auch kaum noch erwarten.

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