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Bauer zeigt Initiative

Aufkleber machen Straßenschilder in Werne unlesbar

Werne Manche Verkehrsschilder sind so mit Aufklebern übersät, dass sie kaum noch zu entziffern sind. Doch die Vandalen pappen ihre Parolen auf so ziemlich alles, was im öffentlichen Raum steht. Einem Bauern stinkt das gewaltig.

Aufkleber machen Straßenschilder in Werne unlesbar

Kaum noch zu erkennen ist dieser Richtungspfeil für Fahrradfahrer. Foto: Jörg Heckenkamp

Es gibt, zumindest bei Masten, ein Gegenrezept gegen die Aufkleber, verrät Detlef Bruns, Leiter des Bauhofes in Werne: „RWE streicht die Lampenmasten mit einem besandeten Lack. Der fühlt sich wie Schmiergelpapier an und darauf haften die Aufkleber nur schlecht.“

Aufkleber-Flut in Werne

Die weithaus meisten Kleber sind sportlicher Natur. Ganz vorne: Fans von Preußen Münster, die Werne mit ihren gepappten Parolen verschandeln.
Ferdinand Schulze Froning, Eierbauer und CDU-Ratsherr, ärgert sich über die Flut von Aufklebern. Er greift fast täglich zum Taschenmesser und entfernt sie, wo er sie sieht.
Alte Kleber haben sich gelöst, neue sind hinzugekommen.
Auch die Rückseiten von Straßenschildern bleiben nicht verschont.
Auf einer Strecke von 150 Metern, zwischen Apotheke Salinenparc und Steintor-Kreuzung finden sich Dutzende von Aufklebern - nur auf der einen Straßenseite.
Etliche Aufkleber verbreiten politische Parolen.
Die auf dem Boden stehenden Papierkörbe sind ein leichtes Ziel für die Täter.
Etliche Aufkleber verbreiten politische Parolen.
Auf einer Strecke von 150 Metern, zwischen Apotheke Salinenparc und Steintor-Kreuzung finden sich Dutzende von Aufklebern - nur auf der einen Straßenseite.
Auch Regenrohre sind vor Beklebung nicht sicher.
Auf einer Strecke von 150 Metern finden sich Dutzende von Aufklebern.
Etliche Aufkleber verbreiten politische Parolen.
Etliche Aufkleber verbreiten politische Parolen.
Die weithaus meisten Kleber sind sportlicher Natur. Ganz vorne: Fans von Preußen Münster, die Werne mit ihren gepappten Parolen verschandeln.
Kaum  noch zu erkennen ist dieser Richtungspfeil für Fahrradfahrer.
Die weithaus meisten Kleber sind sportlicher Natur. Ganz vorne: Fans von Preußen Münster, die Werne mit ihren gepappten Parolen verschandeln.
Auf einer Strecke von 150 Metern, zwischen Apotheke Salinenparc und Steintor-Kreuzung finden sich Dutzende von Aufklebern - nur auf der einen Straßenseite.

Die Stadt Werne selbst setzt eine weitere Maßnahme gegen verklebte Schilder ein. Dort, wo Schilder zwecks Reinigung oder aus anderen Gründen angefasst werden müssen, „hängen wir sie 30 Zentimeter höher, wenn es möglich ist“, sagt Bruns.

Ferdinand Schulze Froning hatte die Nase voll. Das war vor ungefähr einem Jahr. „Ich habe mich an den vielen linksextremen Aufklebern gestört“, sagt der CDU-Ratsherr und bekannte Eier-Bauer. Er zückte sein Taschenmesser und knibbelte die ersten Plaketten ab. Daraus ist eine Mission geworden. Immer, wenn er auf seinen Eier-Touren etwas Zeit hat, macht er einem Klebeschild den Garaus.

Überall verschandeln Aufkleber die Stadt

Lange suchen muss er nach dem nächsten Einsatz für sein Taschenmesser nicht. Werne ist zugepappt. Auf Schildern jeglicher Art, Lampenmasten, Mülleimern, Stromkästen oder Regenrohren. Überall die gezielt aufgeklebten Parolen.

„Wir kommen gar nicht hinterher“, sagt Detlef Bruns, Leiter des Bauhofes, auf RN-Anfrage. Seine Leute schafften es gerade noch, die schlimmsten Auswüchse in den Griff zu bekommen. „Zum Beispiel, wenn Verkehrsschilder durch das Überkleben nicht mehr eindeutig sind“, sagt Bruns. Wenn etwa an einem Halteverbotsschild die Pfeile überklebt sind, ist der Gültigkeitsbereich nicht klar. Das mag den ein oder anderen Autobesitzer freuen, „aber die Schilder müssen ja eindeutig sein“, sagt Bruns.

Aufkleber machen Straßenschilder in Werne unlesbar

Ferdinand Schulze Froning, Eierbauer und CDU-Ratsherr, ärgert sich über die Flut von Aufklebern. Er greift fast täglich zum Taschenmesser und entfernt sie, wo er sie sieht. Foto: Jörg Heckenkamp

Solche Hinweise bekäme er öfter vom Ordnungsamt, manchmal auch von Privatpersonen. Eine Zwei-Personen-Kolonne des Bauhofes kümmere sich hauptsächlich um Anbringung, Austausch, uns so weiter von Verkehrsschildern. „Die säubern, wenn sie Zeit haben, zwischendurch die beklebten Schilder.“ In der Regel bedeutet das: den Aufkleber mit einem Spezialreiniger einweichen, 30 Minuten einweichen lassen, noch mal hin und hoffen, dass der Fremdkörper gut abzuziehen ist. Läuft es ganz schlecht, ist das Schild sogar beschädigt.

Gemeinschädliche Sachbeschädigung

„In den meisten Fällen handelt es sich bei solchen Delikten um sogenannte gemeinschädliche Sachbeschädigung“, sagt Polizeisprecherin Vera Howanietz auf Anfrage. Strafrahmen: von Geldstrafe bis drei Jahre Haft. In der Regel läuft es auf eine Geldstrafe hinaus – wenn überhaupt je einer der Schmutzfinken gestellt wird.

Die rekrutieren sich offenbar zu überwiegender Zahl aus fanatischen Ballsport-Anhängern. „80 Prozent der Aufkleber stammen von Preußen-Münster-Anhängern, 10 Prozent von BVB-Fans, der Rest sind Linke und Sonstiges“, hat Ferdinand Schulze Froning auf seinem Kreuzzug gegen die Aufkleber festgestellt. Wie viele er schon mit seinem Messer abgeknibbelt hat? „Bestimmt mehr als 400“, sagt er


Ein Kommentar von Redaktionsleiter Jörg Heckenkamp:

Wer täglich auf Wernes Straßen unterwegs ist, mag sich an den Anblick gewöhnt haben und sie kaum noch wahrnehmen: Aufkleber überal. Der Auswärtige, der Werne wegen seiner gemütlichen Fachwerk-Innenstadt besucht, dürfte deutlich sensibler reagieren. Die Verschandelung durch wild geklebte Plaketten mit Fußball- oder Politik-Parolen konterkariert alle Bemühungen, Werne in Zeiten des geschlossenen Solebades attraktiv für Besucher aus der Nachbarschaft zu machen. Ferdinand Schulze Froning hat recht, wenn er die schnelle Entfernung fordert, weil das die Vandalen an ihrem Nerv trifft. Wer die Mitglieder solcher Klebe-Kolonnen kennt oder sie bei ihrem Tun beobachtet, sollte sich nicht scheuen, die Polizei zu rufen. Schließlich handelt es sich um eine Schädigung des Gemeingutes.

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