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Abteilungsleiter Jugend beim WSC

Carsten Drücker: „Ich will das Beste herausholen“

Werne Seit Ende Februar ist Carsten Drücker der neue Leiter der gesamten Jugendabteilung des Werner SC. Im Interview spricht er über seine Visionen, Platzprobleme und Hilfe von Bundeskanzlerin Merkel.

Carsten Drücker: „Ich will das Beste herausholen“

Carsten Drücker leitet seit dem 25. Februar die gesamte Jugendabteilung des Werner SC. Er möchte das Vereinsleben in allen Abteilungen stärken. Foto: Gumprich

Pünktlich erscheint Carsten Drücker zum Interviewtermin. Ein Handschlag, ein freundliches „Hallo“. Dann klingelt das Handy. Es ist Stefan Möller. Geschäftsführer der Fußball-Abteilung des Werner SC. Es folgt ein kurzes Gespräch. „Wir sehen uns ja morgen am Platz. Ich muss jetzt weiter“, sagt Drücker zu seinem Gesprächspartner am Telefon. Als Funktionär ist man auch im Amateurbereich ständig gefragt. Carsten Drückers Aufgabenfeld beschränkt sich seit dem 25. Februar nicht mehr nur allein auf den Fußball beim Werner SC. Er hat, wie bereits berichtet, die Leitung der gesamten Jugendabteilung des Sport-Clubs von Thomas Overmann übernommen. Mit Dominik Gumprich hat der 45-Jährige über seine neue Rolle beim Werner SC gesprochen.

Herr Drücker, wie viel Überredungskunst hat ihr Vorgänger Thomas Overmann leisten müssen, damit Sie den Posten als Jugendleiter annehmen?

Gar keine. Thomas Overmann und ich haben schon länger über den Wechsel gesprochen. Ich war ja vorher auch schon zwei Jahre Geschäftsführer in der Jugend. Da kenne ich die Abläufe und die Leute in den anderen Abteilungen.

Was liegt jetzt alles an Arbeit vor Ihnen?

Ziel ist es, die Jugendabteilung noch stärker zu machen. Und das meine ich in allen Bereichen. Stärker in dem Sinne, dass wir noch mehr Kinder vom WSC überzeugen wollen. Zum Beispiel wollen wir noch mehr für unseren Verein und unsere Sportarten werben, beziehungsweise Angebote schaffen. Und stärker auch insofern, dass wir mehr sportliche Erfolge einfahren wollen. Zum Beispiel im Fußball. Es wäre toll, wenn wir dort im Jugendbereich überkreislich spielen würden. Dafür müssen natürlich auch die Rahmenbedingungen stimmen, wie zum Beispiel das Platzangebot.

Und das tut es nicht…

Nein, wir haben ein Platzproblem. Im Sommer, wenn an einem Tag in der Woche die Hockeyabteilung des TV Werne den Platz benutzt, müssen wir an vier Tagen 14 Mannschaften unterbringen. Das können wir aber leider nicht ändern. Wenn mir da jemand helfen könnte und uns einen Platz baut, egal ob Stadt, Land oder Frau Merkel, dann melde ich mich mal wieder für ein Interview. (lacht)

Und über den Fußball hinaus, was steht noch für Sie an?

Ich stehe jetzt als Gesprächspartner für alle Jugendlichen im Verein zur Verfügung, und versuche, das Beste für Sie rauszuholen. Zum Beispiel beim Gesamtvorstand.

Das heißt, dort Gelder einzufordern?

Auch, aber die bekommen wir ja schon. Wir sind eine eigenständige Abteilung mit einem eigenen Kassierer. Die Verteilung innerhalb der Jugendabteilung übernehmen wir. Und das versuchen wir auch weiterhin so gerecht wie möglich und im Sinne der Jugendlichen zu regeln.

Bleiben wir beim Geld. Klinken putzen, Spenden und Sponsoren suchen gehören jetzt sicherlich auch zu Ihren Aufgaben.

Na klar, es kostet alles Geld. Wo und was ich für die Jugend herausholen kann, darum muss ich mich jetzt kümmern. Wo bekomme ich Hilfe, wer kann mich unterstützen? Welche öffentlichen Mittel – von der Stadt oder vom Land – haben wir vielleicht noch nicht ausgeschöpft? Diese Fragen beschäftigen mich gerade. Es ändert sich in dieser Beziehung ständig etwas.

Es klang schon etwas raus, Sie sind stark im Fußball engagiert. Als Trainer, Schiedsrichter und Sie betreuen übergangsweise noch die Jugendfußball-Abteilung. Als Gesamtjugendchef sind Sie aber auch für die anderen Sportarten zuständig. Was dürfen diese Abteilungen von Ihnen erwarten?

Ich persönlich werde bei den Jahreshauptversammlungen der Abteilungen vor Ort sein. Darüber hinaus wollen wir uns regelmäßig mit allen Abteilungen treffen, damit wir alles im Blick haben.

Besteht die Gefahr, dass sich alles zu sehr auf den Fußball konzentriert? Fußball ist unumstritten Volkssport Nummer eins und die Abteilung hat die meisten Mitglieder innerhalb der WSC-Jugend.

Nein, das glaube ich nicht. Da sind wir gut aufgestellt. Wie gesagt, wir versuchen, alle Abteilungen im Blick zu halten. Es geht um das Vereinsleben generell. Das wollen wir stärken. Nicht, dass sich jede Abteilung alleine sieht. Wir sind ein Verein.

Gibt es irgendwelche gemeinsamen Projekte?

Mir schwebt ein Jugendvereinstag vor. Im Winter oder im Sommer. Etwas Ähnliches hatten wir schon in der Vergangenheit. Im Winter einen Kinotag oder im Sommer vielleicht etwas in der Freilichtbühne organisieren. So etwas stelle ich mir vor. Das werde ich aber bei der nächsten Sitzung mit den Beisitzern der Abteilungen erörtern, was da so an Vorschlägen kommt, beziehungsweise was die von meinen Vorschlägen halten. Und einen großen Jugendtag im Lindert habe ich auch schon im Kopf. Da können sich alle präsentieren und das Vereinsleben kann intensiviert werden.

Ist das denn schlecht?

Nein, das ist völlig okay – aber ausbaufähig. Es wäre wünschenswert, und das ist in vielen Vereinen heutzutage so, wenn sich noch mehr Leute engagieren würden. Aber wir müssen wirklich nicht die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Wir sind gut aufgestellt.

Ist der Lindert Ihr zweites Zuhause?

Sagen wir mal so: Meine Frau weiß, wo sich mich findet.

Der Haussegen bei so viel ehrenamtlicher Tätigkeit hängt nicht schief?

Nein, ich bin immer noch glücklich verheiratet mit meiner Frau. Und ich glaube, sie auch mit mir. (lacht)

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