Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Geschichten aus dem Evenkamp

Das gesellschaftliche Leben im Fokus

EVENKAMP Der Hobbyfotograf Herbert Franz (84) hat in den 1950er bis 1970er Jahren das gesellschaftliche Leben im Evenkamp festgehalten. Überall war er mit seiner „Contaflex“ von Zeiss Ikon dabei. Von dem Elternhaus seiner Frau hatte er einen guten Blick auf die ziehenden Kommunionkinder.

Das gesellschaftliche Leben im Fokus

Herbert Franz hat seine alten Schätze verwahrt: Die analoge Contaflex, der Metz-Stabblitz und die hochwertigen Objektive dazu.

„Von hier aus konnte ich alles überblicken“, erzählt Herbert Franz. Die Mädchen zogen in ihren weißen Kleidern und die Jungen in ihren dunkelblauen Anzügen vorbei. „Hinterher waren die Eltern scharf auf die Fotos ihrer Kinder“, erzählt er. Seine erste Kamera war eine Voigtländer Box 6x9. Die Kamera kam von 1938 bis 1939 nur in geringer Stückzahl auf den Markt. Von den Negativen (6x9) machte er Papier-Kontaktabzüge, heute noch Bilder mit hoher Brillanz.

Evenkamp-Serie Folge 24: Fotograf Herbert Franz

Nach 20 Jahren beendete Herbert Franz 1993 seine Laufbahn bei der Stadt Werne. Hier verabschieden ihn die Kollegen als Schwimmmeister des Stockumer Freibades.
Wenn die Kommunionkinder durch den Evenkamp zogen, stand Herbert Franz mit seiner Kamera parat.
Oft wurde er gefragt, ob er eben mal ein Foto machen könne: Auch dieses Bild von der Hochzeit seiner Schwägerin Hedwig Rohrkamp und Franz Heitbaum fotografierte er mit seiner Contaflex.
Sein gutes Auge stellte Herbert Franz auch hier unter Beweis: Die Aufnahmen im Kindergarten machte er in Augenhöhe.
Herbert Franz hat seine alten Schätze verwahrt: Die analoge Contaflex, der Metz-Stabblitz und die hochwertigen Objektive dazu.
Gekonnt in Szene gesetzt: Sein Schwiegervater Bernhard Rohrkamp und sein Sohn Konrad.
Auch dieses Bild hat Herbert Franz im Kindergarten gemacht. Es zeigt seine spätere Frau, die Erzieherin Änne Rohrkamp.
Sein Schwiegervater Bernhard Rohrkamp war Zugführer von Pengel Anton.
Oft wurde er gefragt, ob er eben mal ein Foto machen könne: Auch dieses Bild von der Hochzeit seiner Schwägerin Hedwig Rohrkamp und Franz Heitbaum fotografierte er mit seiner Contaflex.
Herbert Franz hatte sich zu Hause auch eine Dunkelkammer eingerichtet.

Dachkammer zur Dunkelkammer umfunktioniert

Dann kaufte sich der Bergmann die hochwertige Contaflex mit lichtstarken Zeiss-Tessar-Objektiven. „Ein teures Hobby“, sagt er. Denn zur Ausrüstung kam damals noch das Fotomaterial wie Filme, Papier und die Entwicklerlösungen hinzu. „Die Filme entwickelte ich selbst.“ Eine kleine Dachkammer, zwei Quadratmeter groß, hatte er sich zu einer Dunkelkammer umfunktioniert.

An der Tür hing zusätzlich ein dichter Vorhang. Der Türspalt wurde mit Schaumstoff-Klebeband abgedichtet. Die Infrarot-Lampe hängt heute noch an der Wand. „Es durfte kein Tageslicht reinkommen“, sagt er. Wehe, eines seiner vier Kinder machte versehentlich die Tür auf, dann war es um die Abzüge geschehen.

Auf unserer Karte sehen Sie alle unsere Geschichten aus dem Evenkamp. Mit einem Klick auf den Ort finden Sie eine kurze Beschreibung und einen Link zum Artikel. 

Fotografieren setzte technisches Verständnis voraus

Seine jüngste Tochter Ingrid saß gerne mit ihm in der Dunkelkammer und schaute ihm über die Schulter. Voller Erwartung blickten sie auf das Fotopapier in der Entwicklerschale, wo sich langsam das Schwarz-Weiß-Motiv abzeichnete. Anschließend wurden die Fotos gewässert und getrocknet. „Und hinterher versah mein Vater die meisten Fotos noch mit einem Büttenrand“, erinnert sich seine Tochter.

Herbert Franz


„Das Fotografieren war damals noch eine Kunst“, sagt Herbert Franz. Es setzte technisches Verständnis voraus. Blende, Belichtungszeit, Entfernung: Alles musste man manuell an der Kamera einstellen. „Das Schönste war, als der Stabblitz auf den Markt kam“, meint er. Über die Leitzahl am Blitz konnte er dann in Abhängigkeit der Entfernung die Blende berechnen.

Der Hobbyfotograf als Schwimmmeister

Sein Metz-Stabblitz von damals hat immer noch einen Platz in seiner Fototasche neben Kamera und Objektiven. „Es war die Zeit der Schwarz-Weiß-Fotografie“, sagt er mit leichtem Wehmut. Als die Farbfotografie auf den Markt kam, verabschiedete er sich von seinem Hobby.

„Es wäre viel zu teuer geworden.“ Parallel dazu veränderte sich auch sein berufliches Leben: 1973 öffnete das Freibad in Stockum. Die Stadt suchte Schwimmmeister und so ergriff er die Gelegenheit und ließ sich entsprechend umschulen. Erst zum Schwimmmeister-Gesellen und dann später noch zum geprüften Schwimmmeister. Dort war er dann 20 Jahre tätig.

EVENKAMP Auch die Kinder aus dem Evenkamp freuten sich auf Sim-Jü: Für das Volksfest in der Stadt lernten sie extra ein Sim-Jü-Lied auswendig. Ein Lehrer und der Rektor der Wienbredeschule hatten es komponiert. Wir haben eine Evenkämperin getroffen, die das Lied noch heute kennt.mehr...

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Förderprogramm

Werner Kitas könnten Geld für Sanierungen erhalten

WERNE In der Kita Lütkeheide tropft es durchs Dach, wenn es stark regnet. Ein neues Förderprogramm und ein neuer Vertrag könnten dazu führen, das diese Kita und eine weitere in Werne eine dringend benötigte Sanierung erhalten. Grundsätzlich ist es aber ein Kampf ums Geld.mehr...

Pünktlich zum Sim-Jü-Start

Derby am Freitagabend: Herbern gegen Werne

WERNE/HERBERN Der Countdown läuft für das "gefühlt erste Derby seit 30 Jahren", wie es Herbern-Trainer Holger Möllers nennt. Am Freitag ab 19.30 Uhr treffen in der Fußball-Landesliga der SV Herbern und der Werner SC aufeinander. Pünktlich zum Sim-Jü-Start will Liga-Neuling WSC die anstehenden Feiertage gebührend einläuten.mehr...

Mit Fotostrecken

Das war der Werner Familienflohmarkt 2017

WERNE Regenschirme, Pavillons und Plastikfolien: Die Händler auf dem Familienflohmarkt in der Werner Innenstadt trotzten am Samstag – so gut es ging – dem Regen. Der Stimmung hat das Wetter aber nicht geschadet. Wie sie war, zeigen wir in einer Fotostrecke.mehr...

Stress durch Miniermotten

Kurios: Kastanie im Steintorpark blüht im September

WERNE Wer sich die vielen Kastanien in Werne anschaut, meint, es sei schon frühzeitiger Spätherbst. Viele Blätter sind rot und vertrocknet. Das liegt an kleinen gefräßigen Tierchen, die derzeit optimale Bedingungen vorfinden. Einer Rosskastanie im Steintorpark haben sie besonders zugesetzt: Sie zeigt ungewöhnliche Stresssymptome.mehr...

Sanierungsarbeiten

Wernes Stadtmuseum bekommt ein dichtes Dach

WERNE Die Sanierung des Werner Stadtmuseums hat begonnen. Das Dach ist undicht - vor allem bei Sturm hebt der Wind die Dachziegel an, sodass Regenwasser ungehindert ins Gebälk gelangt. Die Schutzfolien, die das eigentlich verhindern sollen, sind mehrfach gerissen. In vier Wochen soll das Problem behoben sein.mehr...

Fest in alter Gaststätte

Bildband über historischen Evenkamp nun erhältlich

EVENKAMP Bauerschaft, Zechenkolonie, Stadtteil: Der Evenkamp hat viel erlebt. Dank der Hilfe von vielen Evenkämpern ein Bildband voller Geschichten über den Werner Stadtteil entstanden und nun erhältlich. Das feierten die Anwohner mit einem Fest in der ehemaligen Gaststätte.mehr...