Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Bürger- und Politikermeinungen

Das hält Werne von der Solebad-Kostenexplosion

WERNE Das Freibadwetter mit Temperaturen von über 30 Grad heizt in Werne nur eines an: den Ärger über die Kostenexplosion für das geplante Natursolebad. In Zahlen ausgedrückt: Der Neubau wird fünf Millionen Euro teurer als von der Stadt anberaumt. Bei einer Straßenumfrage stießen wir auf viel Frust - und auch Vorschläge.

Das hält Werne von der Solebad-Kostenexplosion

Die Neueröffnung des Solebads 2017 wird immer unwahrscheinlicher.

Eine Lücke von fünf Millionen Euro klafft zwischen den tatsächlich zuu erwartenen Kosten von rund 20 Millionen Euro für das neue Bad und dem Betrag, den die Stadt für den Bau zur Verfügung gestellt hatte: maximal 14,7 Millionen Euro. Dass dieser Differenzbetrag leicht einzusparen ist, glauben weder Passanten noch Politiker.

Die 80-Meter-Rutsche um zehn Meter zu verkürzen, das 560-Quadratmeter-große Soleaußenbecken etwas zu verkleinern und andere Kürzungen hat das Planungsbüro "pbr" bereits erwogen - und glaubt damit 1 bis 1,5 Millionen Euro einsparen zu können, wie Geschäftsführer Heinrich Eustrup angekündigt hat.

Das sagen die Werner zu den teuren Solebad-Plänen

Elvira Entner (60): "Ich empfehle der Stadt Werne, sich auf Sponsorensuche zu begeben."
Birgit Möllmann (43): "Wenn die Baukosten aus dem Ruder laufen, sollte man aber auf keinen Fall auf das Schwimmbad verzichten. Dann lieber auf die Sauna. Das Schwimmbad ist wichtig für Familien, Schulen und Vereine."
Manfred Konieczko (67): "Ich würde ja sagen, eine einfache Badeanstalt reicht. Aber die Geschäftsleute brauchen die Sole, sonst kommen die Kunden nicht nach Werne."
Gisbert Paeper (61): "Das ist eine verfahrene Situation. Keine Ahnung, wie man da wieder herauskommt. Die Politik ist angesichts dieser Kostenexplosion sehr unglaubwürdig geworden."
Susanne Steinke (51): "Ich bin ratlos, wie es weiter gehen soll. Aber eines steht fest: Die Sole ist ein Publikumsmagnet für die Innenstadt."
Helga Stegemann (55) aus Werne: "Es gibt ja schon seit langem keine Natursole mehr. Da macht es auch nichts, wenn man ganz auf die Sole verzichtet. Für eine kleine Stadt wie Werne ist das einfach zu teuer."
Ramona Titt (28) aus Lünen: "In Lünen haben wir jetzt das einfache Lippebad ohne Schnickschnack. Das reicht vollkommen. Werne sollte sich daran ein Beispiel nehmen."
Liesel Walter (88) aus Bergkamen: "Die Sole ist wichtig für Werne. Mein Mann und ich sind seit 1960 jede Woche nach Werne gekommen, haben das Solebad besucht, hier gegessen und eingekauft. Jetzt fahren wir meistens nach Bönen."
Jessica Siebeneicher (28), aus Werne zusammen mit Töchterchen Nele Noren: "Auf die Sole könnte ich ja verzichten beim neuen Bad, aber familienfreundlich sollte es schon sein. Da sollte man keine Abstriche machen."
Axel Janke (48) aus Olsberg: "Ich habe das alte Solebad immer besucht und fände es schade, wenn es jetzt ganz aufgegeben würde. Über einen Kompromiss aus 'gar kein Bad' und dem jetzigen, viel zu teuren Planungsstand würde ich mich freuen. Zu der Kostenexplosion kann ich nur sagen: Das ist kein Einzelfall. Daran kann man nur mal wieder sehen, wie immer wieder mit Steuergeldern umgegangen wird."
Mareen Kickelbick (35) aus Werne: "Ein neues Solebad für Werne fände ich schon wichtig - vielleicht in abgespeckter Version. Mit dem jetzigen Planungsbüro sollte man nach der Kostenexplosion allerdings nicht mehr zusammenarbeiten."
Erich Berndsen (69) aus Werne: "Nur ein Schwimmbad kommt nicht infrage. Die Sole muss sein! Aber Saunen zum Beispiel gibt es genug. Ein neues Solebecken muss nicht so riesig sein, aber der Reiz für Werne sollte erhalten bleiben."
Christa Meier (76) aus Lünen: "Als ich noch in Südkirchen gewohnt habe, habe ich das Solebad in Werne immer mit dem Fahrrad besucht. Die Sole ist natürlich schön, aber wenn es finanziell nicht zu machen ist - die Städte sind alle arm."
Lars Hübchen (SPD): „Bei dieser Größenordnung hilft es nicht, nur hier und da etwas abzuknapsen.“ Ob es sich rechne, auf die Sauna zu verzichten, sei zu prüfen. „Nach dem Bürgerentscheid die Sole preiszugeben, wäre ja der Witz der Geschichte.“
Michael Peters (UWW): „Vielleicht müssen wir tatsächlich wieder über ein kompaktes Bad nachdenken, denn das Geld fehlt einfach. Zeitdruck hilft jetzt nicht. Lieber warten wir noch und analysieren die Ursachen.“
Martin Pausch (Die Linke): „Wir sollten erst einmal die noch ausstehenden Klagen der entlassenen Badmitarbeiter abwarten. Da könnten noch Zahlungen von 300.000 bis 400.000 Euro auf die Stadt zukommen.“
Christian Schmid (CDU): „Augen zu und durch kann es mit uns nicht geben.“ Ein Bad für knapp 20 Millionen Euro sei nicht vorstellbar. „Wir sollten aber daran festhalten, was Werne seit 150 Jahren ausmacht: die Sole.“ Familienfreundlichkeit stehe auch nicht zur Diskussion.
Benedikt Striepens (Grüne): „Man muss jetzt rechtliche Schritte gegen die Planer prüfen.“ Und Möglichkeiten, das Bauprogramm abzuspecken. Die Sauna zu schließen sei keine gute Idee. „Mit der lässt sich ja noch am ehesten Geld verdienen.“
Claudia Lange (FDP): „Am liebsten würde ich ja sagen, lasst uns alles zurück auf Null setzen und ganz neu planen. Aber dann würden alle noch länger auf das neue Bad warten müssen. Und ein Bad brauchen wir.“

Da muss schon mehr her - etwa durch den Verzicht auf die geplante Sauna. Das fanden zumindest auch viele Bürger bei unserer Straßenumfrage. Die Stadtverwaltung äußert sich bislang nicht dazu. Fest steht: Sie lässt mehrere Sparvarianten vom Planungsbüro durchrechnen. Am 25. Juni sollen die Politiker darüber entscheiden.

Vorher, so hat es gestern die FDP beantragt, müsse eine Bürgerversammlung stattfinden - wie vor zwei Jahren. Damals habe Bürgermeister Lothar Christ noch deutlich gemacht, dass mit 14.7 Millionen Euro alle Risiken eingekreist seien, so der finanzpolitische Sprecher der FDP, Christian Thöne. Warum das jetzt anders ist, solle der Bürger "aus erster Hand erfahren".

Bürgermeister Christ hat gestern spontan darauf reagiert. Eine zeitige Bürgerversammlung sei möglich - und damit wohl auch ein öffentliches Gespräch über Sauna, Sole und Co.

Werne Jetzt ist es raus. Der Bau des neuen Werner Solebades wird teurer – deutlich teurer. Rund fünf Millionen Euro mehr müsste die Stadt hinlegen, um das neue Familien-Solebad samt Sauna bauen zu können. Ob diese Kostensteigerung das Aus für den Neubau bedeutet, blieb am Dienstagabend noch offen.mehr...

WERNE Am Mittwoch, dem Tag eins nach dem Bekanntwerden der Kostenexplosion beim Neubau des Solebads, herrscht Katerstimmung in der Stadt. Nächste Woche will die Verwaltung Handlungsempfehlungen vorstellen. Wir haben schon mit Bürgermeister Lothar Christ gesprochen.mehr...

 

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Förderprogramm

Werner Kitas könnten Geld für Sanierungen erhalten

WERNE In der Kita Lütkeheide tropft es durchs Dach, wenn es stark regnet. Ein neues Förderprogramm und ein neuer Vertrag könnten dazu führen, das diese Kita und eine weitere in Werne eine dringend benötigte Sanierung erhalten. Grundsätzlich ist es aber ein Kampf ums Geld.mehr...

Pünktlich zum Sim-Jü-Start

Derby am Freitagabend: Herbern gegen Werne

WERNE/HERBERN Der Countdown läuft für das "gefühlt erste Derby seit 30 Jahren", wie es Herbern-Trainer Holger Möllers nennt. Am Freitag ab 19.30 Uhr treffen in der Fußball-Landesliga der SV Herbern und der Werner SC aufeinander. Pünktlich zum Sim-Jü-Start will Liga-Neuling WSC die anstehenden Feiertage gebührend einläuten.mehr...

Mit Fotostrecken

Das war der Werner Familienflohmarkt 2017

WERNE Regenschirme, Pavillons und Plastikfolien: Die Händler auf dem Familienflohmarkt in der Werner Innenstadt trotzten am Samstag – so gut es ging – dem Regen. Der Stimmung hat das Wetter aber nicht geschadet. Wie sie war, zeigen wir in einer Fotostrecke.mehr...

Stress durch Miniermotten

Kurios: Kastanie im Steintorpark blüht im September

WERNE Wer sich die vielen Kastanien in Werne anschaut, meint, es sei schon frühzeitiger Spätherbst. Viele Blätter sind rot und vertrocknet. Das liegt an kleinen gefräßigen Tierchen, die derzeit optimale Bedingungen vorfinden. Einer Rosskastanie im Steintorpark haben sie besonders zugesetzt: Sie zeigt ungewöhnliche Stresssymptome.mehr...

Sanierungsarbeiten

Wernes Stadtmuseum bekommt ein dichtes Dach

WERNE Die Sanierung des Werner Stadtmuseums hat begonnen. Das Dach ist undicht - vor allem bei Sturm hebt der Wind die Dachziegel an, sodass Regenwasser ungehindert ins Gebälk gelangt. Die Schutzfolien, die das eigentlich verhindern sollen, sind mehrfach gerissen. In vier Wochen soll das Problem behoben sein.mehr...

Fest in alter Gaststätte

Bildband über historischen Evenkamp nun erhältlich

EVENKAMP Bauerschaft, Zechenkolonie, Stadtteil: Der Evenkamp hat viel erlebt. Dank der Hilfe von vielen Evenkämpern ein Bildband voller Geschichten über den Werner Stadtteil entstanden und nun erhältlich. Das feierten die Anwohner mit einem Fest in der ehemaligen Gaststätte.mehr...