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Werner Lions Club

Der Kampf für das Augenlicht

Werne Millionen Menschen in Afrika leiden unter einer Sehbehinderung oder Erblindung – darunter auch viele Kinder. Für ihre Behandlung fehlen Kliniken. Das möchte der Werner Lions Club nicht so hinnehmen.

Der Kampf für das Augenlicht

Durch das Projekt „Sight First“ konnten schon viele Menschen ihr Augenlicht zurückgewinnen. Seit 1992 flossen Spendengelder von mehr als 15 Millionen Euro nach Afrika. Auch der Lions Club Werne engagiert sich seit Jahren für das Projekt, mit dessen Hilfe Kinderaugenkliniken errichtet werden konnten. Durch eine Operation können durch eine Infektion erblindete Jungen und Mädchen wieder sehen. Foto: HDL Hilfswerk Deutsche Lions

In Afrika verfolgen die Menschen ein Sprichwort: Ein blinder Mensch ist ein toter Mensch. Dieses Motto spornt auch viele Menschen in Deutschland an, sich für eine bessere medizinische Versorgung in Entwicklungsländern zu engagieren. Einer von ihnen ist Dr. Ulrich Oberschelp Seit 20 Jahren ist der Orthopäde und Unfallchirurg aus Werne im hiesigen Lions Club tätig. Nun betreut er das Projekt „Sight First“, mit dem viele junge Menschen in Afrika das zurückgegeben werden kann, was für sie lebenswichtig ist: das Augenlicht.

Mithilfe von Spendengeldern, darunter auch viele aus Werne, sorgen die Verantwortlichen des Lions Clubs und der Christoffel-Blindenmission dafür, dass Augenkliniken erweitert werden – mit einer Station für Kinder. Denn in Afrika gibt es oft ausschließlich Einrichtungen, in denen die Ärzte nur Erwachsene behandeln. Mit einer Finanzspritze konnte das an mehr als 80 Kliniken bereits geändert werden.

Hilfe in Millionenhöhe

Hier sind Kinderaugenkliniken entstanden, in denen die jungen Menschen eine gute und sterile Behandlung bekommen können. „Es geht neben dem Anbau an die vorhandene Klinik darum, für geschultes Personal in der Pflege und Anästhesie zu sorgen“, erklärt Oberschelp.

Mehr als 15 Millionen Euro haben die deutschen Lions Clubs seit 1992 für Projekte dieser Art bereitgestellt. In den neu entstehenden Augenkliniken etwa in Sierra Leone, Togo oder Benin behandeln Ärzte die kleinsten Patienten, die laut Oberschelp für ihre Behandlung gemeinsam mit ihren Familien auch aus einer Entfernung von 300 bis 400 Kilometern anreisen.

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Die Behandlung bezahlt die Familie selbst, für etwa drei Euro umgerechnet kann eine Augen-Operation erfolgen. Es ist viel Geld in Afrika. Wer mehr zur Verfügung hat, zahlt auch mehr für die Behandlung. In Afrika sei es so, dass die Menschen wissen, dass sie für eine Leistung, die etwas wert ist, auch etwas zahlen müssen, erzählt Oberschelp.

„Und die Eltern tun alles, damit die Kinder wieder sehen können“, so der 72-Jährige. Viele der Jungen und Mädchen haben ihr Augenlicht erst im Laufe ihres Lebens verloren. In jungen Jahren erkrankten sie an Hornhautverkrümmung oder am Grauen Star. Vor allem durch Bakterien wird die sogenannte Flussblindheit, eine Tropenkrankheit, ausgelöst. Aber auch Mangelerscheinungen, vor allem Eiweißmangel, weisen die Kinder auf. Plötzlich erblinden sie. „Die Kinder wissen, wie es war, zu sehen“, sagt Oberschelp. Und sie geben ihre Dankbarkeit mit einem Lächeln und wieder strahlenden Augen zurück.

„Ein ganz kleiner Schritt“

Die betroffenen Familien hingegen empfänden es nicht als Spende, erzählt Ulrich Oberschelp. Vielmehr seien es die Partner und Regierungsvertreter vor Ort, die verstehen, welchen Wert eine Behandlung hat. „Wir erwarten keinen Dank. Es ist nur ein ganz kleiner Schritt. Aber wenn man damit bewirken kann, dass ein Kind wieder sehen kann, ist es ein bedeutender Schritt.“

Und den möchten die Verantwortlichen des Projekts auch in Kamerun gehen. Dort soll auch eine Kinderaugenklinik entstehen. Die nötigen Spendergelder werden derzeit gesammelt. Dabei wurden jährlich deutschlandweit mehr als 600.000 Euro durch die Lions Clubs gesammelt.

Die RTL-Medienstiftung stockte den Betrag mithilfe des TV-Spendenmarathons mit 500.000 Euro auf und das Bundesministerium für wirtschaftlichte Zusammenarbeit und Entwicklung gibt mindestens denselben Betrag hinzu. Genug, um vielen weiteren Kindern ihr Augenlicht zurückzugeben.

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