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Der Mini-Virus ist ansteckend

WERNE "Er ist unpraktisch, technisch überholt, reparaturanfällig. Er rostet einem ,unterm Hintern´ weg." Offen und ehrlich beschreibt Jochen Wagner die Macken seines Mini Mayfair. Aber: Verkaufen? "Nie und nimmer!"

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Typisch: die in Chrom gefassten Kulleraugenscheinwerfer.

Jochen Wagner und sein Mini sind ein unzertrennliche4s Paar.

Ausgesporchen spartanisch ist der mini i8nnen ausgestattet.

Denn der kleine Engländer hat noch ganz andere Eigenschaften. Und die lassen einen wie Jochen Wagner über die Mängelliste locker hinwegsehen. "Der Mini hat Charakter! Er hat ein Fahrverhalten wie kein anderes Auto. Man denkt, man sitzt direkt auf der Straße. Und: Diese Form, diese Rundungen...", schwärmt Wagner.

Der Mini ist Kult

Für den gelernten Autoschlosser - beruflich sitzt er hinter dem Lenkrad eines Trucks - ist der "Kleine" nicht einfach ein Vehikel, um von einem Ort zum andern zu gelangen: "Der Mini ist Kult." Und diesen teilt er sich mit 31 anderen Fans des Autos im S-Format in "Ruhrpott Mini Interessengemeinschaft", deren "Präsident" Wagner ist.Club-Idee entstand  1999 im Biergarten am Galgenbach

Die Geburtsstunde des Clubs ohne Statuten und ohne Vorstandswahlen ("man hat mir gesagt: Mach du mal den Präsi") schlug 1999 im Biergarten der Lenklarer Gaststätte Galgenbach. Dort trafen sich einige Mini-Fahrer, um Spaß zu haben, zu fachsimpeln, Ersatzteile auszutauschen und sich gegenseitig bei Reparaturen zu helfen.Jeden Abend eine gute Nacht wünschen

Gerade Letzteres ist ein ganz wichtiges Kapitel. "Dem Mini muss man schon jeden Abend ,Gute Nacht´ wünschen, damit er am nächsten Morgen anspringt", schmunzelt Jochen Wagner, "irgend etwas ist meistens nicht in Ordnung." Da ist ein Mann vom Fach wie Jochen Wagner gefragt, der nicht nur an seinem eigenen Mayfair mit Leidenschaft "bastelt", sondern auch seinen IG-Freunden gern hilft. "Mit den BMW-Retros nichts zu tun An dem Mini kann man ja noch wunderbar selbst schrauben." Elektronik sei unter Motorhaube und Armaturenbrett kaum zu finden. Denn wenn Wagner und seine Mitstreiter vom "Mini" sprechen, dann meinen sie nur den Ur-Mini von Baujahr 1959 bis 2000. Mit den technisch hochgerüsteten "Retros" von BMW wollen sie nichts zu tun haben. Doch warum um alles in der Welt legt man sich ein solch unvernünftiges Auto wie den Mini zu? "Als meine Kinder erwachsen waren, wollte ich meinen Mercedes durch einen Kleinwagen ersetzen. Der sollte kompakt, aber auch etwas ausgefallen sein", erinnert sich Wagner. Also: VW Käfer, Citröen Ente oder Mini.

Es wurde der Mini - und Jochen Wagner erlebte einen Reinfall. "Beim ersten zahlt man Lehrgeld", weiß er heute. Selbst ihm als Autoschlosser wurde ein Wagen untergejubelt, den er nach einem halben Jahr zum Schrottplatz bringen musste.

140 km/h bei Rückenwind und gutem Wetter

Er kannte die vielen Mucken nicht, vor allem: "Der rostete schneller, als ich gucken konnte." Dann kaufte er seinen jetzigen Mayfair MKV, den er mittlerweile komplett restauriert hat. "Wenn demnächst trotzdem mal wieder ein Bodenblech wegrostet, wird geschweißt. Ganz einfach." So lange das möglich ist, Ersatzteile bezahlbar sind, will er sich auf keinen Fall von dem Mini trennen. "Das ist wie ein Virus, das man nicht mehr los wird." Übrigens: Der Mini Mayfair fährt auch. Mit seinem 1000-Kubikmeter Motor und 42 Pferdchen bringt er es auf 140 km/h - bei gutem Wetter und Rückenwind.

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