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Anne-Frank-Gymnasium

Diese vier Werner Schülerinnen schafften ein 1,0-Abi

WERNE Der Notendurchschnitt beim Abitur steigt - auch in NRW - auch in Werne? Pünktlich zur laufenden Diskussion um den Trend zum Einser-Abitur erzielten die Abiturienten des Anne-Frank-Gymnasiums (AFG) in diesem Jahr eine für die Schule herausragende Quote. Vier Schülerinnen bestanden ihre Hochschulreife sogar mit 1,0.

Diese vier Werner Schülerinnen schafften ein 1,0-Abi

Schulleiter Heinz-Joachim Auferoth (r.) und Oberstufenleiter Ulrich Stüeken freuen sich mit den vier Einser-Abiturientinnen des Anne-Frank-Gymnasiums (v.l.): Jana Gieselmann (18), Franziska Herala (18), Emma Heinen (17) und Luisa Meinke (18).

Das sei ein Ergebnis, an das er sich in seiner Laufbahn nicht erinnern könne, sagte AFG-Schulleiter Heinz-Joachim Auferoth im Gespräch und rechnete vor: "Bei 21 von insgesamt 81 Abiturienten steht die Eins vor dem Komma - das sind rund 25 Prozent." Jana Gieselmann, Franziska Herala, Emma Heinen und Luisa Meinke heißen die vier Schülerinnen, die das Gymnasium am Goetheweg nun mit einer 1,0 verlassen. Sie stünden laut Auferoth stellvertretend für ein in diesem Schuljahr "unglaubliches Leistungsspektrum".

Zeit für Hobbys und Freunde

Natürlich hätten die Schülerinnen auch viel lernen müssen. "Aber wenn man im Unterricht anwesend ist, ist das die halbe Miete", sagte die 18-jährige Franziska Herala aus Herbern und machte klar: Im mittlerweile dritten Jahr G8 (Abitur nach der zwölften Jahrgangsstufe) sei ihr auch noch Zeit für Hobbys und Freunde geblieben.

Wie das Gymnasium mit seinen Abschlusszahlen im Ländervergleich abgeschnitten hat, ist noch nicht klar. Fest steht aber, dass der Deutsche Philologenverband in diesen Tagen den Trend zum Einser-Abitur gerügt hat. Denn laut Schulministerium waren es 2007 in NRW 455 Abiturienten, 2012 bereits 1111 Abiturienten mit Einser-Notenschnitt.

Berlin Wieviel ist das Abitur heute noch wert? Immer weniger, befürchtet der Chef des Philologenverbandes, Meidinger. Ihn bringt die "Bestnoten-Schwemme" in Rage. So gibt es ein Bundesland, in dem sogar mehr als 37 Prozent aller Abiturienten eine Eins vor dem Komma haben. Auch die Politik habe ihren Anteil, sagt der Lehrerfunktionär.mehr...

Auf diese scheinbar guten Zahlen angesprochen, sagte Dr. Jörgen Vogel, Leiter am Christophorus-Gymnasium in Werne: "Das ist ein Thema, das schwierig zu bewerten ist." Erst mal komme es ja gar nicht darauf an, die Schule mit einer 1,0 im Zeugnis zu verlassen, sondern auch mit sozialen Kompetenzen, so Vogel. Schüler müssten sich aber im Allgemeinen auf die Einschätzung der Schule verlassen können.

"Ich sehe ein Problem, wenn zu viele Abiturienten sehr gute Noten bekommen. Dann kennen die Schüler ihren eigenen Stellenwert nicht mehr - und wenn diese Orientierung nicht mehr gegeben ist, stehe ich dem sehr skeptisch gegenüber, dann läuft etwas schief."

Aufgaben sind zu bewältigen

Dass das 2007 in NRW eingeführte Zentralabitur bei der Vergabe guter Noten eine Rolle spielt, schließt Vogel nicht aus - schließlich würden Aufgaben gestellt, die möglichst jeder Schüler bewältigen soll. "Allerdings ist das schwierig zu verifizieren."

Zum guten Durchschnitt am AFG sagte Heinz-Joachim Auferoth übrigens: "So leicht erwirtschaftet man sich ein sehr gutes Abitur an unserer Schule nicht."

Zum Vergleich:

Am Christophorus-Gymnasium in Werne gab es in diesem Jahr keinen Schüler mit einer glatten Eins im Abschluss-Zeugnis. Jeweils zwei Schüler haben eine 1,1, 1,3 und 1,4 geschafft. 19 von insgesamt 87 Abiturienten freuen sich über eine Eins vor dem Komma - das sind rund 22 Prozent.

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