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Faire Geste in der Kreisliga

Eintracht-Reserve lässt den Gegner gewinnen

WERNE Stell dir vor: Du stehst mit deinem Team auf Rang 15 von 18, brauchst jeden Punkt. Gegen den Sechsten der Tabelle steht es 2:3. Dann kommt die 81. Minute: Einen Schiedsrichterball spielst du fair zum gegnerischen Keeper – und der patzt! 3:3! Doch dann melden sich das Gewissen und dein Kapitän. Zusammen trefft ihr eine beeindruckende Entscheidung.

Eintracht-Reserve lässt den Gegner gewinnen

Eintrachts Kapitän Patrick Kühne (l.) hatte entschieden, die SG Bockum-Hövel II ungehindert den Siegtreffer erzielen zu lassen.

"So einen Punkt wollen wir nicht haben", sagt Sebastian Seifert, Co-Trainer bei Eintracht Werne II, mit Blick auf den vergangenen Freitagabend. Nach einem Zusammenprall von Wernes Pavel Stromberger mit einem Gegenspieler der SG Bockum-Hövel II entschied Schiedsrichter Ernst Müller auf Schiedsrichterball. "Das war auf Höhe der Mittellinie", sagt Seifert.

Den Ball von Marvin Heidicker, der nach der Unterbrechung als Rückpass zum gegnerischen Torwart gedacht war, wollte Kevin Cempulik im Kasten der Bockum-Höveler aus der Luft fangen – doch das Leder rutschte ihm durch die Finger und über die Linie. Spielstand 3:3. "Im ersten Moment fühlte sich das super an", sagte Seifert, doch schnell habe sich das Gewissen gemeldet.

Auf dem Spielfeld habe Kapitän Patrick Kühne dann entschieden, die Gäste zum 3:4 in der 83. Minute frei durchlaufen zu lassen. "Ich habe direkt gesagt, wir lassen den Spieler durchlaufen", sagte Kühne, "da hat sich dann auch die Mannschaft dran gehalten." Nach dem Spiel haben sich einzelne Spieler des Gegners noch bei ihm bedankt. Auch er sagt: "Dann holen wir lieber keinen Punkt." Mit Blick auf die Tabelle hätten die Werner den einen Punkt gut gebrauchen können. Denn die Zweitvertretung der Eintracht rangiert nach der 3:4-Niederlage mit acht Punkten auf Platz 15 der Kreisliga B.

"Es fühlt sich nicht wie eine normale Niederlage an", sagte Trainer Seifert. Den Gästen hat die faire Spielweise der Werner imponiert. Sie bedankten sich anschließend nochmals über die sozialen Medien. Seifert zeigte sich von der Reaktion der Gäste auf Facebook schwer beeindruckt. "Es tut gut, wenn unser Verhalten so honoriert wird", sagte er. "Wir würden es im nächsten Spiel wieder genauso machen", da sind sich Trainer Seifert und Kapitän Kühne einig.

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