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Furchtlose Kämpfer

WERNE Der Doppelkopfclub "Die Optimisten" feiert sein 45-jähriges Bestehen - warum nicht mit einer Bootstour auf dem irischen Shannon-River?

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Kein Verein ohne Wimpel: Auf der "Dulle" haben sich die fünf Mitglieder des Doko-Clubs in Strichzeichnungen verewigen lassen. Kramer

"Die Optimisten" kürzlich in einem irischen Pub auf ihrer Tour zum 45-jährigen Bestehen (von links): Ludger Havighorst, Norbert Stpckmann, Manfred Grube, Bernd Twehues und Ludwig Schneider.

"Die Optimisten" 20 Jahre jünger als heute: 1987 zum 25-jährigen Bestehen trafen sie sich in Manfred Grubes Partykeller. Von links: Norbert Stückmann, Ludger Havighorst, Ludwig Schneider, Bernd Twehues und Manfred Grube.

Das Hausboot auf dem irischen Shannon-River schaukelt ein wenig, und einer geht unfreiwillig über Bord. Das tut dem feucht-fröhlichen Geschehen aber keinen Abbruch: Es sind schließlich "Die Optimisten", die sich in den nördlichen Gefilden herumtreiben.

Fünf Werner haben sich getreu ihrer Lebenseinstellung unter diesem Namen zu einem Doppelkopfclub zusammengetan, und jetzt feiert der Verein - der eigentlich keiner, zumindest kein eingetragener ist - sein 45-jähriges Bestehen. Manfred Grube (68), Präsident seit 1977, Ludger Havighorst (71), ebenso lange Schatzmeister bilden das Präsidium.

Gestandene Männer

Kann sein, dass sie gewählt sind, kann sein, dass sie die Macht im Club irgendwann einfach an sich gerissen haben. Das gemeine Volk sind auf jeden Fall seit fast ewigen Zeiten Ludwig Schneider (71), Norbert Stückmann (70) und "Benjamin" Bernd Twehues (67) - allesamt gestandene Männer der Werner Gesellschaft.

"So etwas wie uns wird es in Deutschland wohl nicht noch 'mal geben", meint Grube und spielt dabei nicht nur auf die lange Geschichte des 1962 gegründeten Clubs an. Die Fünf treffen sich alle 14 Tage montags zum Doppelkopf, oder zumindest vier von ihnen, wenn einer absolut nicht kann. "Das hat in all den Jahren nur ganz wenige Ausnahmen gegeben", schwört Grube bei allen Doko-Heiligen, die es auf dem Erdkreis geben mag.

So ernst es die Optimisten mit der Einhaltung ihrer Termine nehmen, so - Verzeihung - schräg erscheinen manche Vereins-Riten. So lädt das Präsidium gelegentlich "zu einer außergewöhnlich ungewöhnlichen, jedoch selbstverständlich hochlöblichen, unwahrscheinlich selten stattfindenen Generalversammlung" ein, wenn es den Zockern denn wirklich einmal in den Kram passt. Gewählt wird nichts, und die üblichen Regularien eines Vereins werden durch "das erste Getränk" als Tagesordnungspunkt und vermutlich viele folgende ersetzt.

Spaß am Unsinn

Was zweifelsfrei beweist: Die Optimisten haben Spaß am Unsinn und nehmen sich selbst gern auf die Schippe.

Ach ja, Doppelkopf wird in der reinen Männerrunde auch noch gespielt. Und zwar mitunter nach verschärften Regeln: 20 Euro zahlt jeder erst einmal in die Gemeinschaftskasse, sozusagen als Startgeld für einen Montagabend.

Mindestens ein Solo ist Pflicht, und zu besonderen Anlässen - Grube: "Wenn beispielsweise ein Enkelkind angekommen ist oder jemand seine Fenster hat streichen lassen" - wird der "General-Superbock" ausgespielt. Ein Punkt kostet dann 40 Cent, ein Solo zählt doppelt.

Strafgeld im Minutentakt

Und: Wer zu spät kommt, den bestraft nicht nur das Doko-Spieler-Leben, sondern der zahlt Strafe - einen Euro pro Minute! "Da versteht das Präsidium keine Verwandten", sagt Manfred Grube mit scheinbar strenger Miene.

Nach einem bestimmten Modus, den kein Außenstehender je verstehen wird, bleibt das meiste Geld in der Kasse und ist so der Grundstock für weitere Unternehmungen: Elsaß, Würzburg, Main, einmal sogar Australien, und jetzt halt der Shannon-River sind Ziele, die die furchtlosen Kämpfer um Dulle, Re-Dame und Blaue bislang angesteuert haben.

Manchmal sogar mit ihren Frauen.

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