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Aktion des Stadtmuseums

Gegen die Leere: Historie hinter Werner Schaufenstern

Werne Wo früher Schuhe und Reisebroschüren die Fensterfronten schmückten, präsentieren sich einige Läden in der Werner Innenstadt ab Ende Februar etwas anders als gewöhnlich. Was sich wohl stattdessen entdecken lässt?

Gegen die Leere: Historie hinter Werner Schaufenstern

Im Schaufenster des ehemaligen Schuhhauses Rogge an der Steinstraße sind ab 18. Februar Fotos und Museumsstücke zum Thema Mobilität zu sehen. Foto: Laura Steinke

Leere Schaufenster gibt es in Werne genug. Eine Handvoll wird zumindest ab Ende Februar genutzt, wenn das Museumsprojekt „Werne unterwegs“ die Ausstellung „Mit rasender Geschwindigkeit – wie steuert Werne in die Zukunft?“ eröffnet. Hier ein Überblick über die Aktion:

Wann findet die Ausstellung statt? Und was ist zu sehen?

Vom 18. Februar bis 20. Mai zeigen verschiedene Schaufenster in der Innenstadt Fotos und weitere Exponate aus dem Museum rund um das Thema Mobilität. Mit dabei sind unter anderem die Ladenlokale des ehemaligen Schuhhauses Rogge und des Reisebüros Wagner. „Momentan sind wir noch auf der Suche nach drei weiteren Geschäftsräumen. Die Absprachen dazu dauern an“, sagt Dr. Katharina Hülscher, Leiterin des „Expertenrats“, der die Aktion organisiert.

Über die Facebook-Seite „Werne up’n Patt“ rief das Team die Bürger dazu auf, Fotos einzusenden. Was genau soll auf den Fotos zu sehen sein? Alles, was mit Mobilität und vor allem Mobilitätswandel zu tun hat. „Was empfinden die Werner als angenehme oder unangenehme Verkehrsräume?“ – das fragen sich Hülscher und ihr Team. „Wir wollen wissen, ob sich die Bürger einig über ihre Lieblingsplätze sind oder ob es große Unstimmigkeiten darüber gibt.“ Hülscher verweist auf Studien des Verkehrsministeriums, als sie anführt: „Oft nehmen Menschen Straßen, die alle Verkehrsteilnehmer berücksichtigen, als angenehmer wahr. Das sind Straßen, wo nicht nur Autos ihre Fahrspuren haben, sondern es auch einen getrennten Fußgänger- und Radweg gibt und die Straße im Idealfall begrünt ist.“

Wie sind die Schaufenster gestaltet?

Digitale Bilderrahmen zeigen die eingesendeten Fotos. Deshalb können Interessierte auch nach Ausstellungsbeginn noch Fotos einreichen. Neben Fotos stellt das Museum Exponate und Modelle aus. Diese sind zum Beispiel ein Kupferstich der Stadtansicht von 1650 und eine römische Münze aus dem 3. Jahrhundert. Um den Bogen zur Mobilität zu spannen, präsentiert das Museum außerdem das Modell einer Dampflok von 1928, um an Wernes Bahnhofseröffnung und damit den Anschluss an das Reichsbahnnetz zu erinnern.

Gegen die Leere: Historie hinter Werner Schaufenstern

Früher war hier das Reisebüro Wagner drin. Bald gibt es dort Fotos zu sehen. Foto: Laura Steinke

Geht es in der Ausstellung ausschließlich um Werne?

Auch generelle Trends können Thema der Schaufensteraktion sein. So kann zum Beispiel Elektro-Mobilität eine Rolle spielen. Der Bilderaufruf bezieht sich aber nur auf Werne. „Unser Fokus liegt auf dem Dialog: Das Ganze soll sich nah am Bürger abspielen“, erklärt Katharina Hülscher.

Was steckt für eine Erwartungshaltung hinter der Ausstellung?

„Bürgerbeteiligung“, betont die Projektleiterin. „Das wichtigste Ziel ist, dass der Dialog – idealerweise direkt vorm Schaufenster – entsteht.“ Des Weiteren stellt das Stadtmuseum ebenfalls einen Anlaufpunkt für den Austausch dar. Im Nachklang kann sich der Expertenrat deshalb eine Diskussionsrunde im Museum vorstellen. Dies kommt jedoch auf die Resonanz der Bürger an. Katharina Hülscher ist sich sicher, „dass sich durch das Projekt außerdem der Blick für die heimische Umgebung schärft“. Die „bewusste Beschäftigung mit seinem Zuhause“ ist deshalb ein Ziel des Projekts.

Besteht die Hoffnung, dass Bürger Mängel ansprechen und die Stadt diese dann beseitigt?

„Soweit denken wir erst mal nicht. Uns geht es in erster Linie um das Gespräch zwischen den Bürgern“, geht Hülscher auf das Hauptziel der Ausstellung ein.

Der Facebook-Aufruf ist wenige Tage alt Tagen online. Gibt es schon Rückmeldungen?

„Bis jetzt noch nicht“, so Hülscher. Die Projektleiterin rechnet aber damit, dass „in den nächsten zwei bis drei Wochen einige Bilder eintrudeln“. Sie glaubt, dass „die Leute sich erst mal mit dem Thema beschäftigen müssen und dann Bilder schicken“.

Fällt die Ausstellung aus, wenn es keine Zusendungen gibt?

Die Ausstellung findet auf jeden Fall statt. Das Museum stellt per se Exponate aus der eigenen Sammlung aus.

Was steckt hinter „Werne unterwegs“?

- Ziel des Projekts des Karl-Pollender-Stadtmuseums ist es, einen öffentlichen Diskurs rund um das Thema Mobilität anzustoßen.

Werner Bürger sollen sich mit Mobilität beschäftigen und sich darüber austauschen. Auch Menschen, die vorher nicht zu den Nutzern des Museums gehörten, sind angehalten mitzumachen.

- Das Projekt hat einige Partner an der Seite: Diese sind der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Werne, der Kreisverband Unna, StadtBauKultur NRW und die Stadtverwaltung Werne, Wirtschaftsförderung.

- „Werne unterwegs“ wird aus dem Fonds „Stadtgefährten“ der Kulturstiftung des Bundes gefördert.

- Der nächste Termin im Rahmen des Projektes ist am Mittwoch, 28. Februar, um 18.30 Uhr im Museum. Dort findet ein Vortrag über den Bau der ersten Lippebrücke statt.

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