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Heilige Erde auf Papier

WERNE Von weither aus allen Kontinenten holt sich der Münchner Künstler Ekkeland Götze Erde für seine einzigartigen Kunstwerke.

Heilige Erde auf Papier

Der Münchner Künstler Ekkeland Götze zeigt im Wohnhaus am Brinkhof 30 seine Ausstellung mit Bildern, die aus der Erde der Ureinwohner Australiens entstanden sind.

Aus den heiligen Stätten rund um den Berg Kailas in Tibet, aus dem Wasser des Amazonas, aus Neuseeland, vom Berg Sinai, aus Afrika. Hier ließ er Nashörner nach seiner Pigmenterde suchen. Aus dem Todesstreifen in Berlin. Aus Nordamerika exakt auf dem 40. Breitengrad.

Mit kleinen zusammengebundenen Tüten gesammelter Erde kehrt er dann nach seiner Expedition in sein Atelier nach München zurück.

In einem von ihm entwickelten standardisierten Verfahren, der Terragrafie, druckt der 59-Jährige, geboren in Dresden, die Erde auf Papier, freskal auf frischen Kalkmörtel oder andere Untergründe. So entsteht ein in sich homogenes Werk, das sich zu einem ständig umfangreicher und komplexer werdenden Bild der Erde fügt.

Schmuck für Wohnräume

"Ich arbeite an einem Weltbild", sagt der Künstler und steht vor seinen Kunstwerken, die jetzt die Wohnräume der Familie Krebber/Schmid schmücken und ab Samstag, 17. November , auch von Kunstinteressierten in Werne "aufgenommen, eingeatmet, betrachtet" werden können.

"In jedem Bild steckt Energie", schwört Götze auf die Authentizität seiner Werke. "Keines der Bilder ist manipuliert, die reine Erde wird nur für das Druckverfahren präpariert", sagt Götze und ist oftmals selbst erstaunt, welche Farben anschließend zutage treten.

Plattform interkultureller Kommunikation

"Jeder hat zuvor eine Vision und stellt dann fest: Ich habe falsch gelegen. Das Bild ist authentisch." So bietet Götze mit jedem objektiven "Bild der Erde" eine Plattform für interkulturelle Kommunikation und einen Assoziationsraum, der von jedem Betrachter mit eigenen Gedanken, Erinnerungen und Hoffnungen gefüllt werden kann.

In die Ausstellung am Samstag kommen nun die Bilder der Ureinwohner Australiens, der Aborigines, die ihn beim Graben australischer Erde begleitet haben. Und zwar an Orten, die den Clan-Mitgliedern heilig sind. "Songlines" - heilige Erde der Aborigines. 

Zum sechsten Mal laden Sabine Krebber und Bernd Michael Schmid von "international art dialog" am Samstag von 20 bis 22 Uhr zum Brinkhof-Abend in den Brinkhof 30 ein. Zu sehen ist die Ausstellung bis Ende April. Infos unter Tel. 0171/5408064.

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