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Nachbarschaftsstreit in Werne eskaliert

Kein Durchkommen mehr für Müllwagen

Werne Der Nachbarschaftsstreit an der kleinen Straße Im Nierfeld in Werne hat eine weitere Dimension erreicht. Für acht Parteien bedeutet das enorme Einschränkungen.

Kein Durchkommen mehr für Müllwagen

Weite Wege müssen die Anwohner, hier Egbert und Hans-Jürgen Grünebaum, im Nierfeld zurücklegen, um ihre Mülltonnen zum Sammelplatz an der Straße Am Romberg zu bringen beziehungsweise abzuholen. Müllfahrzeuge können ihre Grundstücke wegen der Poller (Bild) nicht mehr anfahren. Foto: Jörg Heckenkamp

Da stehen sie nun, die beiden neuen rot-weißen Pfosten. Sie ragen etliche Zentimeter weiter rechts und links in die Fahrbahn als ihre Vorgänger. Sinn: Die Fahrbahnbreite auf 2,50 Meter einzuschränken. Zweck: größeren Fahrzeugen die Zufahrt zu versperren. Zum Beispiel großen Treckern. Aber auch Lieferwagen. Oder Müllfahrzeugen. Die Anwohner vom Nierfeld sind genervt.

Keine Laster vor der Haustür

Rückblick: Mitte Dezember 2017 kam der Streit zwischen dem Eigentümer dieses Stückes Straße, der Familie Hubert Heckenkamp, und den dahinter wohnenden Anliegern an die Öffentlichkeit. Familie Heckenkamp möchte die Laster, die direkt vor ihrem Hause herfahren, von ihrem Straßenstück verbannen. Die Zufahrt zu den anderen Anwohnern soll, so der Vorschlag, von der anderen Seite der Straße Im Nierfeld erfolgen. Dazu müsste sie aber von dem neuen Gewerbegebiet Wahrbrink-West erst einmal ausgebaut werden.

Nun stehen die neuen Poller da. Erste Konsequenz: der Müllwagen kommt nicht mehr durch. „Daraufhin haben wir uns an die Stadt gewandt“, sagt Anwohner Egbert Grünebaum (56). Erst nach mehrmaligen Telefonaten wies die Stadt den Anwohnern einen Sammelplatz für deren Mülltonnen an der Einmündung Im Nierfeld/Am Romberg (Nähe Varnhöveler Straße) zu. Krux dieser Lösung: Je nach Grundstücklage müssen die Anlieger bis zu einen Kilometer Weg mit ihren Tonnen zurücklegen.

Lieferungen unmöglich

Viel gravierender sei „der Wertverlust unserer Häuser“, sagt Grünebaum. Denn: Kein LKW könne die Häuser mehr erreichen. Sei es, um etwa bei einem Sturmschaden Material für die Dachreparatur zu liefern. Wer zum Beispiel einen Carport bauen wolle, könne das vergessen.

Dennoch möchte er nicht Hubert Heckenkamp die Schuld in die Schuhe schieben. „Wir gehen den moderaten Weg, bleiben in Kontakt, suchen nach Lösungen“, sagt Grünebaum. Sein Verwandter, Hans-Jürgen Grünebaum, (65) nicht zustimmend.

Kein Durchkommen mehr für Müllwagen

Egbert Grünebaum und Hans-Jürgen Grünebaum am Sammelplatz für die Mülltonnen der unten gelegenen Anwohner der Straße Im Nierfeld. Foto: Jörg Heckenkamp

Und so können sich die beiden Nierfeld-Anlieger durchaus mit dem Ausbau des unteren Teils ihrer Straße in Richtung Gewerbegebiet anfreunden. „Allerdings dürfen keine hohen Anliegerkosten bei einem Ausbau auf uns zukommen“, sagt Egbert Grüne-
baum.

Die ersten rund 200 Meter der Straße Im Nierfeld, von der Einmündung am Romberg aus, sind im Besitz der Familie Hubert Heckenkamp.

Die dahinter liegenden acht Anwohner haben in ihren Grundbucheintragungen kein Wegerecht.

Damit fehlt die offizielle Berechtigung, die im privaten Besitz befindliche Straßen nutzen zu dürfen.

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