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Mieter in der Ferienwohnung will nicht ausziehen: Fremder wird zum Albtraum

WERNE Es gibt Geschichten, die nur anderen passieren. Engelbert Reinecke ist so ein anderer. Sein Albtraum begann an dem Tag, als er einen Fremden in seine Ferienwohnung ließ. Aus Gutmütigkeit.

Mieter in der Ferienwohnung will nicht ausziehen: Fremder wird zum Albtraum

<p>Hinter diesen Fenstern am oberen Balkon haust der fremde, ungebetene Gast in der Ferienwohnung. Felgenträger</p>

"Heute würde ich es Blauäugigkeit nennen. Aber hinterher ist man immer schlauer", grantelt der 63-Jährige. Seit über einem Monat blockiert Herr L. die 65 Quadratmeter große Vier-Sterne-Ferienwohnung im Obergeschoss der Reineckes. "Er verlässt weder das Haus, noch reagiert er auf die Türklingel."

Müllsack mit Plastikflaschen im Gepäck

Es begann im April mit einem Anruf. "Er erkundigte sich, wann die Wohnung frei wäre." Für Juli gab Engelbert Reinecke die Zusage. Als der Mieter am 1. des Monats mit einem Taxi vorfuhr, traf die Eheleute fast der Schlag: "Ungepflegt, auf zwei Krücken und mit einem Berg an Gepäck, darunter ein gelber Müllsack mit Plastikflaschen", beschreibt der Rentner den Anblick. Herr L. ließ Schlösser auswechseln Dennoch baten ihn die Reineckes ins Wohnzimmer. "Er sagte, er sei momentan arbeitslos." Einfach wegschicken wollte ihn das Ehepaar auch nicht. "Also haben wir ihn in die Ferienwohnung gelassen." Ein Fehler: Denn seitdem weigert sich Herr L., die Wohnung zu verlassen. Ließ sogar das Wohnungsschloss auswechseln. "Er versorgt sich mit Hilfe eines Taxis." Und die Reineckes haben schlechte Karten: "Das Mietrecht macht keinen Unterschied zwischen einer normalen und einer Ferienwohnung", erklärt Friedel Walter, Geschäftsführer von Haus und Grund in Unna. Deshalb bleibe Engelbert Reinecke nichts anderes übrig, als den Weg vor Gericht zu gehen. "Und das kann dauern, vor allem, wenn es keinen Vertrag gibt.""Ums  Geld geht es gar nicht mehr"

Herr L. hat immerhin die Miete für Juli bezahlt. "Aber ums Geld geht es uns schon gar nicht mehr", sagt Engelbert Reinecke. Er will endlich seine Ruhe haben. "Ich musste zwei Buchungen für August bereits rückgängig machen." Ein erster Antrag auf die Räumung der Wohnung wurde vom Amtsgericht Lünen abgelehnt. "Die Justiz schützt lieber denjenigen, der hier offensichtlich Rechtsbruch begeht", so Reinecke verbittert.

Miete muss erst zwei Monate im Rückstand sein

Dem widerspricht Friedel Walter: "Sobald der Mieter den Vertrag abschließt, ist er rechtmäßiger Besitzer der Wohnung." Der Eigentümer müsse nachweisen, dass der Mieter dort zu Unrecht lebe. "Das ist dann der Fall, wenn er mit zwei Monatsmieten im Rückstand ist." Vorher sei jedes Eindringen des Vermieters Hausfriedensbruch.

Engelbert Reinecke versteht die Welt nicht mehr: "Der wohnt zu Unrecht in meinem Haus, und ich darf ihn nicht auf die Straße setzen." Auf die Versuche unserer Zeitung, Herrn L. zu kontaktieren, reagierte dieser wie sonst auch: gar nicht.

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