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Neues zu Aldi und Edeka am Bahnhof in Werne

Ohne Baum-Schäden kein Aldi-Neubau

Werne Die Politik hat grünes Licht gegeben: Die Pläne für den Aldi-Neubau am Bahnhof werden erst einmal weiterverfolgt – könnten theoretisch aber noch kippen. Denn fest steht: Ohne Schäden an den riesigen Bäumen am Bahnhofsvorplatz wird es nicht gehen. Und das schmeckt nicht allen.

Ohne Baum-Schäden kein Aldi-Neubau

Die riesigen Roteichen am Bahnhof: Noch ist nicht klar, ob die Bäume stehen bleiben, wie viele stehen bleiben und wie groß die Schäden sind, die sie durch den Bau des neuen Aldi-Marktes davontragen würden. Foto: Vanessa Trinkwald

Grundsätzlich hegt die Politik keine Bedenken gegen das Nahversorgungszentrum mit Edeka-Markt und Aldi-Neubau am Bahnhof. Dass der Baumbestand entlang der Straße Am Bahnhof und Richtung Bahnhofsvorplatz zu Schwierigkeiten führen könnte, war allerdings schon im Bauausschuss am 1. März abzusehen.

In der jüngsten Sitzung am Dienstagabend kam es schließlich zur Diskussion, die am Ende in der Frage von SPD-Politiker Ulrich Höltmann mündete, ob man das Verfahren zu einem späteren Zeitpunkt noch stoppen könnte. Man kann. Und zwar dann, wenn Politik und Immobilienbüro beim Thema Baumbestand nicht auf einen Nenner kommen.

Das sagt das Baum-Gutachten:

BFI Immobilien hatte das Werner Garten- und Landschaftsbauunternehmen Grunewald damit beauftragt, ein Gutachten für insgesamt elf Bäume am Bahnhof zu erstellen. Zu bewertende Fragen: Welche Lebensdauer wird den Bäumen zugerechnet? Schädigt die Bebauung (der geplante Neubau für den Aldi-Markt) die bestehenden Bäume? Ist die Errichtung einer Zufahrt für die Parkplätze auf dem Dach des Aldi-Marktes aus „Sicht der Bäume“ möglich?

Lang war der Vortrag, den der von Grunewald beauftragte Baumsachverständige Thomas Ludwig hielt. Die Kronenstruktur sei zum Teil schon zerfressen, er sprach von frischem Totholz, bereits in der Vergangenheit beschädigten Wurzeln und einer kostenintensiven Restbestandszeit einzelner Bäume von gerade einmal fünf bis zehn Jahren. Zusammengefasst: Von den elf Roteichen seien drei „irgendwie noch gut“, zwei kränklich, der Rest nur irgendwo im Mittelfeld.

Roteichen fällen und stattdessen Bäume für die Zukunft setzen?

„Die Bäume haben schon jetzt sehr große Schäden“, sagte Ludwig. „Die neuen Schäden, die durch den Neubau dazukämen, machen es nicht besser.“ Die ein oder andere Krone müsste zwangsläufig um 50 bis 60 Prozent zurückgeschnitten werden.

  • Sein Vorschlag: Man könne um die alten Bäume herumarbeiten – das koste viel Geld.
  • Oder: Man entferne die elf riesigen Roteichen und setze Bäume für die Zukunft – billiger, stabiler. „Die Roteiche ist nicht so schlecht wie die Pappel“, sagte Thomas Ludwig. Die Zerr-Eiche aber – die sei ein Zukunftsbaum.

Gelächter und Kopfschütteln

Ludwigs Vortrag würdigten Grüne und FDP an diesem Abend teils mit Gelächter und Kopfschütteln. „Hätten wir das Gutachten in Auftrag gegeben, wäre man zu dem Ergebnis gekommen, den ganzen Neubau am besten sein zu lassen“, sagte Klaus Schlüter von den Grünen. „Da bin ich mir sicher.“ Als einziger stimmte er später am Abend gegen die Einleitung des Planverfahrens für das Nahversorgungszentrum.

Andere wollten die Sache nicht abhaken, fragten nach dem Wert eines vitalen Baumes (15.000 Euro); nach der Menge an kleinen Bäumen, die man als Ersatz für eine Roteiche pflanzen müsste, um ähnlich viel CO2 aus der Luft zu ziehen (200 Stück).

Nachdem Ausschussvorsitzender Michael Zurhorst dem Gutachten seine Neutralität bestätigt hatte und darauf hingewiesen hatte, dass man den Bebauungsplan nicht einleiten brauche, „wenn wir das alles nicht hinnehmen“, kamen die Politiker (teils widerwillig) zu einer Entscheidung – die Pläne werden weiterverfolgt.

„Ohne Schäden geht es nicht“

Den neuen Aldi-Markt näher an der Straße Am Bahnhof zu errichten, kommt laut Immobilienbüro BFI übrigens nicht infrage – Aldi und Edeka hätten dafür keine Genehmigung erteilt. Geschäftsführer Martin Kehle versicherte am Dienstagabend, „so viel Grün wie möglich“ beibehalten zu wollen: „Wir haben nicht vor, für dieses Projekt alle Bäume wegzumachen“, sagte er. „Aber ohne Schäden geht es nicht.“

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