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59-Jährige kandidiert für Bundestag

"Politik der Pragmatik wird mehr gebraucht"

WERNE Beate Oertel will im kommenden Jahr in den Bundestag einziehen. Für die FDP kandidiert sie im Wahlkreis Hamm / Unna II - also in Werne, Selm, Lünen und Hamm. Im Interview spricht die 59-Jährige über Hürden bei der Altersvorsorge, die Integration von Flüchtlingen und ihre eigenen politischen Schwerpunkte.

"Politik der Pragmatik wird mehr gebraucht"

Beate Oertel (2.v.r.) ist die Kandidatin der FDP für den Wahlkreis Hamm/Unna II zur Bundestagswahl 2017. Nach der Kandidatenwahl im September gratulierten Susanne Schneider für den Kreisverband Unna, Ingo Müller für den Kreisverband Hamm und Artur Reichert als Ortsverbandsvorsitzender der FDP Werne.

Was hat Sie veranlasst, für die FDP für den Bundestag zu kandidieren? Ich möchte für eine starke FDP kämpfen, weil ich davon überzeugt wird, dass ihre Politik der Pragmatik und Eigenverantwortung heute mehr gebraucht wird denn je. Ich habe beruflich in der Finanzberatung zu tun. Daher nenne ich ein Beispiel aus dem Bereich Finanzen/Altersvorsorge: Die aktuelle Nullzinspolitik bedeutet für junge Menschen und Familien, dass sie sich keine Altersvorsorge mit Sparanlagen oder Lebensversicherungen aufbauen können. Zudem erschweren die in Deutschland zu eng ausgelegten neuen Wohnimmobilienkreditrichtlinien, die seit Ende März gültig sind, die Finanzierungsmöglichkeit eines Eigenheimes. Daher muss die FDP-Forderung der Abschaffung der Grunderwerbssteuer bei Kaufpreisen bis zu 500.000 Euro umgesetzt werden. Alternativ würde die Wiedereinführung einer Eigenheimzulage die Altersvorsorge aus Stein für mehr junge Familien möglich machen.

Wie sehen Sie die Chancen, dass die FDP wieder in den Bundestag einzieht? Wenn wir unsere Werte offensiv vertreten, wir für freiheitliche Politik kämpfen und unsere Argumente den Bürgern vermitteln und erklären, werden wir Erfolg haben. Es wird höchste Zeit: Deutschland braucht eine starke FDP.

Wie sollten die anderen Parteien mit der AfD umgehen? Die AfD macht den Populismus salonfähig. Das dürfen wir nicht zulassen. Wir müssen den Menschen unsere Positionen immer wieder erklären. Zugleich müssen wir uns gegen die scheinbar einfachen Deutungsversuche der AfD wehren, indem wir sie in Sachfragen stellen. Wir als FDP setzen gegen den AfD-Populismus eine klare Haltung: Fakten statt scheinbar einfacher Erklärungen. Eine verantwortungsbewusste, freiheitlich orientierte Politik statt Angstmacherei.

Wie ist Ihre Position zum Flüchtlingsthema? Soll es eine Obergrenze geben? Menschen, die vor Krieg und Verfolgung fliehen, erhalten bei uns Schutz. Deutschland hat eine große Anstrengung unternommen, um geflüchteten Menschen Aufnahme zu gewähren. Uns muss aber klar sein, dass unsere Aufnahmekapazität nicht unbegrenzt ist. Wir wollen weiterhin Flüchtlinge aufnehmen, aber in Maßen. Daher müssen wir zurück zu verbindlichen Regeln. Diese müssen EU-weit koordiniert sein. Bis eine Absprache steht, müssen wir nationale Regelungen finden und einhalten. Der große Fehler von Bundeskanzlerin Merkel war, dass sie ohne Absprache mit den EU-Partnern die Grenzen geöffnet hat. Sie hat gesagt: „Wir schaffen das“, ohne einen Plan zu haben. Wir brauchen klare Absprachen, eine Kooperation auf EU-Ebene mit dem Ziel eines europäischen Verteilungsschlüssels.

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Was muss getan werden, um die Integration zu schaffen? Die FDP strebt ein modernes Einwanderungsgesetz an. Darin muss geregelt sein, dass Flüchtlinge schnell in den Arbeitsmarkt kommen können, denn sie brauchen Perspektiven. Das muss Hand in Hand gehen mit einer konsequenten Politik zum Schutz der EU-Außengrenzen und einer Bekämpfung der Fluchtursachen in den Heimatländern.

Was sind die beherrschenden Themen in der nächsten Zeit? Wir werden weiterhin am Flüchtlingsthema arbeiten müssen. Außerdem wird es um Fragen der Inneren Sicherheit gehen. EU-weit muss das Thema Brexit mit seinen Auswirkungen auf den Binnenmarkt verarbeitet werden.

Wie könnten die Schwerpunkte Ihrer Arbeit als Bundestagsabgeordnete aussehen? Da ich sportlich bin, könnte ich mir vorstellen, im Sportausschuss mitzumachen. Tägliche Bewegung ist im digitalen Zeitalter von Bedeutung. Sportmotorische- und Schwimmfähigkeiten unserer Kinder lassen massiv nach. Auch das Thema Rente/Altersvorsorge, mit dem ich beruflich täglich zu tun habe, interessiert mich. Die Menschen werden verstärkt selbst Verantwortung übernehmen müssen, wie sie im Alter leben möchten. Dafür müssen die Weichen gestellt werden.

Wahlkreis Hamm / Unna II

Bundestag

Ortsvorsitzende

Sportausschusses

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