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Weniger Wohnungseinbrüche in 2017

Polizei legt gute Kriminalitäts-Statistik für Werne vor

Werne Die Kriminalität im Kreis Unna ist im vergangenen Jahr sichtbar gesunken. Besonders erfreulich ist der Rückgang bei den Wohnungseinbrüchen. Ein Delikt steigt dagegen rapide an.

Polizei legt gute Kriminalitäts-Statistik für Werne vor

Kriminaldirektor Franz Kujau (r.) erläutert im Beisein von Behördenleiter Michael Makiolla das Zahlenwerk. Foto: Jörg Heckenkamp

Wer Herta Müller heißt, läuft Gefahr, einen Telefonanruf von Ganoven zu bekommen. Die geben sich mal als Polizisten aus, mal als Verwandte. Das Ziel: gutgläubigen Senioren das Geld aus der Tasche zu ziehen. „Wir hatten einen Fall, da hat eine Seniorin den Betrügern Geld, Autopapiere und so weiter im Gesamtwert von 200.000 Euro übergeben“, sagt Frank Kujau. Der Kriminaldirektor erläuterte am Mittwoch die Kriminalitätsstatistik des abgelaufenen Jahres.

Mehr Betrügereien an Senioren

Darin ist, entgegen dem sonstigen Trend, eine deutliche Steigerung bei den Betrügereien an Senioren festzustellen. In Werne registrierte die Polizei in 2016 5 Fälle, ein Jahr später 13 (160 Prozent Steigerung).

Problem für die Ermittler laut Kujau: „Die Senioren merken oft erst Tage oder Wochen später, dass sie betrogen worden. Das erschwert die Ermittlungen.“ Und was hat es mit dem Namen Herta Müller auf sich? „Die Täter suchen sich im Telefonbuch altmodisch klingende Namen heraus.“ Senioren lassen sich nun mal in der Regel besser übers Ohr hauen als Jüngere.

Tipps gegen Einbruch

  • „Investieren Sie besser in mechanische Sicherung als zum Beispiel in Videoüberwachung“, sagt Kriminaldirektor Frank Kujau.
  • Denn in der Regel geben die Einbrecher nach drei bis vier Minuten auf.
  • Allerdings nur dann, wenn die Gefahr der Entdeckung gegeben ist, sagt der Polizeiexperte.
  • Aus diesem Grund sollte man sein Grundstück nicht unbedingt ringsherum blickdicht abschotten, etwa durch hohe Hecken oder Zäune. Das könnten Einbrecher als Einladung nehmen.

Weiterer Trick: Die Betrüger richten es ein, dass im Display ihrer Telefon-Opfer die Notrufnummer 110 erscheint. Das macht oft Eindruck. Aber Kujau sagt: „Wir rufen nie unter der Notrufnummer an.“ Sein Tipp: beim geringsten Verdacht einfach auflegen und die Polizei informieren.

Landrat Michael Makiolla hatte vor den detaillierten Ausführungen des Kripo-Chefs die Gesamtbilanz vorgestellt. Sein Fazit: „Im Kreis Unna können die Menschen sicher leben.“ Laut Statistik sogar sicherer als im NRW-Landesdurchschnitt. Die Kripostatistik erfasste in 2017 19.507 Fälle, ein Jahr zuvor waren es 21.688.

Polizei legt gute Kriminalitäts-Statistik für Werne vor

Wichtig für das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung ist vor allem der Rückgang bei den Wohnungseinbrüchen. Die Gesamtzahl im Kreis sank um rund 40 Prozent von 1039 auf 617. Und davon war knapp die Hälfte ein Versuch. Heißt, die Täter zogen ohne Beute wieder ab.

„Wir haben uns vor einem Jahr die Bekämpfung des Wohnungseinbruchsdiebstahls als Priorität vorgenommen. Das Konzept war erfolgreich“, sagt Makiolla. Diese Anstrengungen, etwa durch verstärkten Personaleinsatz bei der Fahndung oder auch der Prävention, wolle man in diesem Jahr aufrechterhalten. Neu in 2018 ist laut Kriminaldirektor Kujau: „Wir wollen die Bürger, dies sich bei uns über Einbruchsschutz beraten lassen, später fragen, welche Tipps sie umgesetzt haben.“

Sorge bei der Gewaltkriminalität

Etwas Sorge bereitet den Ermittlern der Anstieg der Gewaltkriminalität. Die Gesamtzahl kletterte von 567 in 2016 auf 651 im vergangenen Jahr. „Nach guten Werten in 2016 stieg die Raubkriminalität in 2017 um 30 Fälle an“, sagt Kujau.

Beruhigungspille für die kleineren Kommunen des Kreises: Überproportional hoch ist die Gewaltkriminalität in den zwei Städten, die laut Kujau Oberzentrums-Funktion im Kreis haben: Unna und Kamen. „Da, wo es viele Menschen hinzieht, ist die Wahrscheinlichkeit von Straftaten höher“.

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