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Mordfall Elsbeth B.

Prozess gegen Monika D. läuft bereits seit einem Jahr

WERNE/DORTMUND Jahrestag im Mordprozess: Vor genau einem Jahr hat am Dortmunder Landgericht die juristische Aufarbeitung eines schrecklichen Verbrechens begonnen.

Es war der 8. Juni 2011, als Monika D., Ex-Jurastudentin und Tierliebhaberin aus Werne, auf der Anklagebank Platz nehmen musste. Sie blickte zu Boden, als sie an Fotografen und Kamerateams vorbei ging. Noch am selben Tag hatte Richter Wolfgang Meyer einen Brief von ihr verlesen. Darin stand: „Keine Entschuldigung kann angemessen sein. Es tut mir von Herzen Leid.“ Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die 27-Jährige im Oktober 2010 zur Mörderin geworden ist. Laut Anklage soll sie die Werner Pferdehofbesitzerin Elsbeth B. aus Habgier erstochen und verscharrt haben, um den Hof der 65-Jährigen selbst zu übernehmen.Inzwischen sind 35 Verhandlungstage vergangen. Die ganze Zeit hat Monika D. nicht mit den Richtern gesprochen, wirkte oft teilnahmslos. Lange war unklar, ob sie überhaupt Emotionen zeigen kann. Bis ihre 79-jährige Großmutter in den Zeugenstand trat. Die 27-Jährige sah ihrer Oma in die Augen, dann flossen auch schon die ersten Tränen. Später lagen sich die beiden Frauen minutenlang weinend in den Armen. „Die Familie hält weiter zu ihr“, sagte ihr Verteidiger Christoph Klein am Freitag. Monika D. bekomme regelmäßig Besuch, es gehe ihr auch schon wieder besser. Ende März hatte die 27-Jährige plötzlich in eine psychiatrische Einrichtung verlegt werden müssen, weil sich ihr seelischer Zustand offenbar dramatisch verschlechtert hatte. Vor Gericht wirkte sie damals kraftlos, niedergeschlagen und müde. Das lange Verfahren hatte offenbar erste Auswirkungen gezeigt. Nach Angaben des Landgerichts ist Monika D. noch immer in der Klinik.

Vier Verhandlungstage hat das Dortmunder Schwurgericht noch angesetzt – bis zum 6. Juli. Zeugen sind nicht mehr geladen.  Offen ist allerdings noch das Gutachten von Psychiaterin Marianne Miller. Dabei geht es um die Frage, ob Monika D. zur Tatzeit voll schuldfähig war. Warum das Verfahren so lange dauert, ist offenbar der akribischen Aufarbeitung geschuldet. Verteidiger Klein: „Wir sind alle um größtmögliche Aufklärung bemüht.“

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