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Wiederansiedlung

Quappen sollen heimische Gewässer erobern

WERNE Bis Mitte des vergangenen Jahrhunderts war die Quappe ein Allerweltsfisch im Lippesystem. Der industrienahe Ausbau der Gewässer vertrieb sie. Jetzt ist die Quappe wieder da. Aber nicht von allein.

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In Lünen am Stauwehr informierten sich Experten kürzlich über den Erfolg der Aussetzung.

Ins Netz gegangen: junge Quappen.

Der Mensch, der den Knochenfisch vor 50 Jahren verscheucht hat, unternimmt nun eine Menge Anstrengung, um ihn wieder anzusiedeln. "Seit 2009 läuft ein auf zunächst vier Jahre befristetes Projekt zur Wiederansiedlung in Lippesystem", sagt Siegfried Kuss. Der 72-jährige Hammer gehört zum Landesfischereiverband und leitet das Projekt.

Im April diesen Jahres war der Lippezufluss Horne an der Reihe. "Wir haben eine kleine Menge, rund 50.000 Larven, im Unterlauf der Horne eingesetzt", so Kuss.

Ebenfalls im April wurde ein großer Schwung Quappen-Larven bei Lünen in die Lippe entlassen. Kuss hofft, dass sich aus den 500.000 Jungtieren möglichst viele erwachsene Fische entwickeln.Bis vor 50 Jahren heimisch

Bis Mitte des 20. Jahrhunderts war die Quappe, ein meist bis 40 Zentimeter langen Knochenfisch, im oberen und mittleren Verlauf der Lippe heimisch. Der Fluss-Ausbau ließ die Bestände schrumpfen. Kuss: "Ende der 1960er Jahre war der letzte Nachweis der Quappe in der Lippe."

2008 begann man damit, aus Restbeständen im Bereich Lippstadt Nachwuchs zu züchten, um ihn auszusetzen. Das geschah erstmalig 2009 am Oberlauf sowie der Ahse. In den Folgejahren wanderten die Fischerei-Experten mit den auszusetzenden Kinderstuben die Lippe weiter abwärts.In diesem Jahr sind sie bis Lünen-Beckinghausen gekommen. Kuss: "Wenn diese Aussetzungen erfolgreich waren, gehen wir die Lippe weiter Richtung Rhein."

Aber wie misst man den Erfolg? "Durch Elektro-Befischung", erklärt Kuss. Das Prinzip: Er gibt Strom ins Wasser, und die Tiere schwimmen zu einem der Pole. Dann kann er ungefähr Anzahl und Wachstums-Fortschritt schätzen. "Das ist eine sehr schonende Methode."

Die ersten drei Jahre seien sehr erfolgreich gewesen. Wenn das auch für den Bereich Werne bis Lünen zutrifft, darf der Quappen-Nachwuchs die Lippe weiter abwärts erobern. "Aber nur bis Dorsten", sagt Kuss, "denn dort beginnt das Verbreitungsgebiet des Maifisches."

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