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Fußball: Bezirksliga 7

Schiedsrichterbeleidigung der anderen Art

Herbern Aufregung in der Frauenfußball-Bezirksliga 7: Am Sonntag verlor der SV Herbern auswärts bei der Hammer SpVg mit 1:3 (0:1). So weit, so normal – wäre da nicht der Vorwurf, den Herberns Trainer Frank Große Budde gegen den Schiedsrichter erhebt: Dieter Bothe soll den SVH-Coach übel beleidigt haben.

Schiedsrichterbeleidigung der anderen Art

Geballte Fäuste: Frank Große Budde, Trainer von Herberns Bezirksliga-Fußballerinnen, ist oft mit den Emotionen an der Seitenlinie dabei. Am Sonntag jedoch soll dagegen der Schiedsrichter seine Emotionen nicht unter Kontrolle gehabt haben. Foto: Felgenträger

Große Buddes Version lautet so: Bei einem Foulspiel an einer SVH-Spielerin in der zweiten Halbzeit habe er an der Seitenlinie einen Pfiff gefordert. Schiedsrichter Bothe habe auch auf Freistoß für Herbern entschieden, dann aber ein stark beleidigendes Schimpfwort in Richtung Große Budde benutzt und ihm zu verstehen gegeben, dass er ruhig sein solle. Die umstehenden Spielerinnen sollen dies laut Große Budde bezeugen können – auch aus Reihen der Hammer SpVg.

„Trainer ins rechte Licht rücken“

„Wir wollen offiziell dagegen vorgehen“, kündigte Große Budde an. „Es geht mir darum, uns Trainer ins rechte Licht zu stellen. Immer werden wir bestraft, wenn wir mit Emotionen bei der Sache sind. Wir beleidigen aber keinen. Auch bei dem Spiel waren ich und mein Kollege aus Hamm relativ ruhig. Und dann bringt der Schiedsrichter mit solch einer Aktion die Hektik rein und sorgt für Gesprächsstoff“, ärgert sich Große Budde über das vermeintliche Fehlverhalten des Unparteiischen.

Dieter Bothe bestreitet einen Kommentar in Richtung Große Budde nicht, entkräftet die Vorwürfe aber. Große Budde, der den Schiedsrichter nach eigener Aussage bereits in der Halbzeit aufgrund einer strittigen Abseitsentscheidung gegen seine Herberner Frauen zur Rede gestellt hatte, habe während des Spiels jede Entscheidung von Bothe kommentiert. „Da habe ich gesagt: ‚Jetzt ist aber mal Ruhe da draußen, du Witzfigur. Sonst schicke ich dich hinter die Bande“, erinnert sich Bothe. Große Budde hingegen will ein anderes, wenn auch klanglich ähnliches Wort verstanden haben. Konfrontiert mit dem Vorwurf sagt Bothe: „Nicht in 100 Jahren käme ich darauf, jemanden so derb zu beschimpfen.“

Hammer Spielerinnen sollen Szene belegen können

Wie auch immer: Große Budde will nach Rücksprache mit Herberns Sportlichem Leiter, Frank Heidemann, den Staffelleiter in dieser Sache aufsuchen. Zeugenaussagen von Hammer Seite sollen ihm zugesagt worden sein. Der Staffelleiter könnte den Fall an die Bezirksspruchkammer Nord I weiterleiten – und die wiederum ein Verfahren gegen Bothe einleiten.

Torsten Perschke, Vorsitzender des Kreisschiedsrichterauschusses Unna-Hamm, dem Bothes Heimatverein SVF Herringen angehört, sieht der Sache gelassen entgegen. „Oft fallen solche Ankündigungen der Vereine in der ersten Aufregung. Und außerdem muss den Vereinen der Nachweis der Schuld gelingen. In nur wenigen Fällen kommt es auch zu einem Verfahren gegen Schiedsrichter“, erklärt Perschke. „Ich kenne Dieter Bothe seit vielen Jahren und müsste mich schon sehr irren, wenn ich ihm solch eine schlimme Beleidigung zutrauen würde“, springt Perschke dem Schiedsrichter zur Seite, stellt aber klar: „Wenn das Wort Witzfigur gefallen ist, wäre das aus meiner Sicht auch nicht okay. Würde das ein Spieler sagen, sähe er sofort Rot.“

Zwei Möglichkeiten

Kerstin Tschirbs vom Sekretariat des Justiziars des Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) wollte den vorliegenden Einzelfall am Montag nicht kommentieren. Sollte es jedoch zu einer Verfahrenseröffnung durch die Verbandsspruchkammer kommen, würden Dieter Bothe und mögliche Zeugen angehört. Dann gäbe es im Grunde zwei Möglichkeiten: Würde der Schiedsrichter eine Schuld eingestehen, könnte ein mögliches Einzelrichterverfahren mit der Verhängung einer Sanktion in Form von einer Geldstrafe oder sogar Sperre gegen Bothe schnell beendet werden. Stehe hingegen Aussage gegen Aussage, könne es auch zur Eröffnung eines mündlichen Verfahrens kommen. Doch dazu muss der SVH die angekündigten Schritte zunächst offiziell einleiten. Ende offen.

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